Finanzielle Hilfe Sächsischer Härtefallfonds startet später

Ein Stempel mit der Aufschrift Insolvenz liegt auf Unterlagen.
Um zu verhindern, dass Unternehmen Insolvenz anmelden müssen, soll ihnen mit dem Härtefallfonds geholfen werden. Bildrechte: Colourbox

Eigentlich sollte in Sachsen ab dem 3. Mai ein Härtefallfonds für coronageschädigte Firmen aufgelegt werden. Die Gelder waren für Unternehmen gedacht, die bei den Corona-Hilfen bisher leer ausgegangen sind. Doch daraus wird erstmal nichts. Wie das Wirtschaftsministerium auf Anfrage mitteilte, verschiebt sich der Start des neuen Fonds. Man müsse auf den Bund warten, hieß es aus dem Ministerium. Der Grund: Die Plattform, über die die Anträge gestellt werden können, muss erst noch fertig programmiert werden. Ein konkreter Tag, wann es nun losgeht, wurde nicht genannt. Mitte Mai soll es aber so weit sein.

Vier Monate bis zur Insolvenz

Der Härtefallfonds umfasst ein Volumen von reichlich 102 Millionen Euro: 75 Millionen Euro kommen vom Bund, 37 Millionen Euro vom Freistaat Sachsen. Pro Unternehmen können bis zu 100.000 Euro bewilligt werden. Damit Firmen Geld erhalten, müssen sie nachweisen, dass sie durch die Pandemie Verluste erlitten haben und sie deshalb in spätestens vier Monaten insolvent wären. Die wirtschaftliche Lage muss dabei von einem Steuerberater bestätigt werden. Gezahlt werden am Ende ausschließlich Fixkosten, zum Beispiel für Strom, Heizung oder Miete.

Leipziger Traditionskneipe fällt durch alle Raster

Ein Paradebeispiel für einen Betrieb, dem die Gelder weiterhelfen würden, ist die Leipziger Traditionskneipe "Bathels Hof". Während andere Gaststätten mit staatlicher Unterstützung überleben, ist Wirt Torsten Grahl bis jetzt durch alle Hilfsraster gefallen. Nach einem Brand- und einem späteren Wasserschaden im Jahr 2019, musste der Gasthof ein komplettes Jahr schließen. Da der Gastronom genau in diesem Zeitraum keine Einnahmen hatte, ging er in puncto November- und Dezemberhilfe nahezu leer aus. Im Februar setzte er seine letzte Hoffnung auf die Überbrückungshilfe 3. Doch auch dieser Antrag wurde abgelehnt.

Gastronom Torsten Grahl
Gastronom Torsten Grahl setzt seine Hoffnung jetzt in den sächsischen Härtefallfonds. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Antragsteller brauchen Geduld

Möglicherweise kann ihm nun der Härtefallfonds weiterhelfen. Allerdings braucht er auch da etwas Geduld. Darauf verweist der Sprecher der Sächsischen Aufbaubank (SAB), Volker Stößel: "Die Zeitspanne zwischen Antragstellung und Bewilligung wird aufgrund der Ausgestaltung des Programms beim Härtefallfonds grundsätzlich länger sein als bei den anderen Programmen." Dies resultiere daraus, dass für die Entscheidung eine externe Kommission einbezogen werde, so Stößel. Bevor das bundesweite Bearbeitungsportal freigeschaltet ist, kann der gesamte Prozess aber ohnehin nicht beginnen. Erst wenn es online ist, fängt die SAB "zeitversetzt" mit der Arbeit an, teilte die Einrichtung mit.

Quelle: MDR/sth

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 28. April 2021 | 19:00 Uhr

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