Umgestürzte Bäume Sturmtief hält Feuerwehren in Sachsen auf Trab

Das Sturmtief "Ignatz" hat in Sachsen für große Schäden und zahlreiche Behinderungen gesorgt. Nach Angaben von Feuerwehren und Rettungsdiensten stürzten im gesamten Freistaat viele Bäume um. Die Rettungskräfte waren fast überall pausenlos im Einsatz. Auch am Freitag sagt der Deutsche Wetterdienst stürmisches Wetter voraus.

Ein umgesstürzter Baum fällt in Görlitz auf ein rotes Auto. Bei dem Auto entsteht Totalschaden
In der Carl-von-Ossietzky-Straße in Görlitz begrub ein Baum dieses Auto unter sich. Bildrechte: Danilo Dittrich

In Sachsen hat am Donnerstag der erste heftige Herbststurm des Jahres gewütet. Die stärksten Böen meldete der Deutsche Wetterdienst (DWD) für den Fichtelberg. Mit 131 Kilometern pro Stunde wurde dort Windstärke 12 erreicht. In Leipzig, Dresden und Nossen galt Windstärke 11. Am Nachmittag beruhigte sich die Lage allmählich, der DWD hob seine Unwetterwarnung auf. Es könne aber weiter schwere Sturmböen geben, hieß es.

Mehrere hundert Feuerwehreinsätze in Dresden und Leipzig

Allein in der Landeshauptstadt registrierte die Feuerwehr bis zum Nachmittag 257 Einsätze. In Leipzig fielen bei der Feuerwehr bis zum Nachmittag 291 Einsätze an. "Damit werden die Kollegen wahrscheinlich bis morgen beschäftigt sein", sagte ein Sprecher. Die gute Nachricht sei aber, dass es keine Verletzten gebe.

Bildergalerie Sturm "Ignatz" in Sachsen - Das sind die Bilder des Tages

Polizei sichert einen umgekippten LKW
Auf der A14 stürzte kurz nach dem Mittag ein 3,5-Tonnen-Lkw um und blockierte die linke Spur. Bildrechte: MDR/ Marco Förster
Polizei sichert einen umgekippten LKW
Auf der A14 stürzte kurz nach dem Mittag ein 3,5-Tonnen-Lkw um und blockierte die linke Spur. Bildrechte: MDR/ Marco Förster
Hänger umgestürzt auf Autobahn.
Ähnliche Bilder gab es auch auf der A72, wo der Anhänger eines Lkw vom Wind erfasst wurde und umkippte. Bildrechte: MDR/Harry Härtel
Sturm II
Achtung Dachziegel: Die Polizei musste das Rathaus in Dresden abriegeln, weil sich Dachziegel lösten. Bildrechte: MDR/Tino Plunert
Angeschlagenes Auto hinter einer Polizeiabsperrung
Ein Auto wurde von herabfallenen Ziegeln getroffen. Bildrechte: MDR/Tino Plunert
Zerschlagenes Dachfenster eines Kombis
Die Ziegel knallten vom Rathaus auf das Autodach. Bildrechte: MDR/Tino Plunert
Abgebrochene Äste liegen auf dem Altmarkt in Dresden
Auf dem Dresdner Altmarkt wirbelten abgebrochene Äste durch die Gegend. Bildrechte: MDR/Katharina Pritzkow
Motorräder
"Ignatz" fegte in Dresden auch über Motorräder... Bildrechte: MDR/Katrin Tominski
Baum
... brach große Äste ab. Bildrechte: MDR/Katrin Tominski
Auto, Baum
Dieser Ast verfehlte das Auto nur knapp. Bildrechte: MDR/Katrin Tominski
Mülltonnen
Mülltonnen flogen übereinander. Bildrechte: MDR/Katrin Tominski
Verkehrsschild
Auch Verkehrsschilder hielt es nicht. Bildrechte: MDR/Katrin Tominski
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Stromleitungen der Straßenbahn 17 Mal beschädigt

Die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) meldeten am Mittag, dass aus Sicherheitsgründen auf allen Linien keine Bahnen mehr fahren. Erst gegen 20:30 Uhr teilten die DVB via Twitter mit, dass die Bahnen wieder rollen. An 17 Stellen waren in der Stadt laut DVB Bäume auf Fahrleitungen gestürzt. "Das sind nur die, von denen wir wissen", sagte ein Sprecher. Die Dresdner Schwebebahn stellte ebenfalls den Betrieb ein. Für den Fährbetrieb seien Einschränkungen zu erwarten, hieß es.

Fichtelbergschwebebahn stellt Betrieb ein

In Leipzig löste der Sturm einen Feueralarm im Neuen Rathaus aus. Grund war ein schwerer Gegenstand, der auf das Dach gefallen war, wie eine Sprecherin der Stadt mitteilte. Um was es sich genau handelte, war zunächst unklar. Wegen des Alarms hätten alle Mitarbeiter das Gebäude verlassen, konnten nach der Entwarnung aber wieder in ihre Büros zurückkehren. Chemnitz sperrte seinen städtischen Friedhof und die Fichtelbergschwebebahn stellte ihren Betrieb ein. Aus Plauen wurden ebenfalls entwurzelte und umgestürzte Bäume gemeldet.

Dachabdeckung und Balkongeländer liegen in Innenhof
In Leipzig Plagwitz wurde ein Dach vom Sturm abgedeckt, auch ein Balkongeländer löste sich und fiel in den Hof. Bildrechte: MDR/Moritz Arand

Schwere Schäden in der Oberlausitz

In der Oberlausitz mussten die Feuerwehren wegen des Herbststurmes mehr als 400 Mal ausrücken. Das teilte ein Sprecher der Rettungsleitstelle in Hoyerswerda mit. Vor allem umgestürzte Bäume und herabfallende Äste auf den Straßen mussten beseitigt werden. Zahlreiche Autos wurden von umfallenden Bäumen oder herabfallenden Dachziegeln beschädigt. In Görlitz war die Straße am Grünen Graben komplett gesperrt. Dadurch kam es auch zu Behinderungen im Straßenbahnverkehr. In Weißwasser hat der Sturm zwei Dächer schwer beschädigt. In Kamenz ist die Bautzener Straße stadtauswärts ab dem Freizeitzentrum aufgrund von Aufräumarbeiten vollgesperrt.

Orkantief verursacht Stromausfall

Orkantief "Ignatz" hat auch im sächsischen Stromnetz seine Spuren hinterlassen. Wie das Unternehmen SachsenNetze mitteilte, gab es zahlreiche Stromausfälle im Mittel- und Niederspannungsnetz. Ursache dafür waren den Angaben zufolge umgestürzte Bäume oder herabfallende Äste, die Schäden an Freileitungen verursacht haben. Betroffen waren beziehungsweise sind laut SachsenNetze Gebiete im Bereich Lommatzsch, Großenhain, Nossen, Meißen, Riesa Nord, Ulberndorf, Neustadt Sachsen, Heidenau, Weixdorf und Radeburg. Auch die Netzgesellschaft Strom meldete Ausfälle, unter anderem in in den Landkreisen Görlitz und Leipzig.

Regionalverkehr komplett eingestellt

Das Wetter wirkte sich vielerorts auch auf den Verkehr aus. Die Deutsche Bahn meldete zunächst für Sachsen starke Einschränkungen im Verkehr, gegen Mittag wurde der Regionalverkehr komplett eingestellt. Gegen 15 Uhr rollten die Züge langsam wieder an. "Bis sich der Verkehr normalisiert hat, dauert es noch. Aber wir fahren wieder", sagte ein Bahn-Sprecher für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die A72 musste zwischen Zwickau-Ost und Hartenstein vorübergehend gesperrt werden, weil ein Fahrzeug wegen des Windes umgestürzt war.

Schlösserland schließt vier Parks

Ähnlich wie auf den Verkehr wirkte sich der Sturm auch auf Freizeiteinrichtungen aus. Viele blieben geschlossen. Der Dresdner Zoo stellte den gesamten Donnerstag den Betrieb ein, da es Sicherheitsbedenken wegen des hohen und alten Baumbestands auf dem Gelände gab. Die staatliche Schlösserverwaltung schloss am Donnerstag vier ihrer Parks und Gärten vorsorglich und warnte vor dem Betreten weiterer Areale. In Leipzig durften Besucher erst am frühen Nachmittag in den Zoo.

Auch am Freitag stürmisches Wetter

Am Freitag kann es laut DWD noch einmal stürmisch werden, ab Sonnabend soll sich die Lage jedoch beruhigen. "Am Sonntag erwarten wir dann allgemein friedliches Herbstwetter", sagte ein Sprecher. Dennoch sollten Ausflügler in den kommenden Tagen auf Waldspaziergänge verzichten, mahnte der Staatsbetrieb Sachsenforst am Donnerstag. "Denn das Betreten des Waldes während eines Sturmereignisses und auch danach kann lebensgefährlich sein", sagte Landesforstpräsident Utz Hempfling.

Quelle: MDR/kb/sth/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 21. Oktober 2021 | 10:00 Uhr

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