Umweltminister Hochwasserschutz in Sachsen hat sich bewährt

Vor fast 20 Jahren überschwemmten Flüsse und Bäche bei der Jahrhundertflut weite Teile von Sachsen. Seitdem hat sich viel getan, Milliarden wurden in den Hochwasserschutz investiert. Bei den Unwettern in diesen Tagen wurde dadurch offenbar Schlimmeres verhindert. Die Extremwetter sollen aber häufiger werden.

Hochwasserschutzwand
Eine Hochwasserschutzwand in Wilkau-Haßlau an der Zwickauer Mulde wird mit wenigen Handgriffen abgesperrt. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Sachsens Hochwasserschutzsysteme haben sich nach Einschätzung von Umweltminister Wolfram Günther bei den starken Niederschlägen der zurückliegenden Tage bewährt. Dieses Fazit zog der Grünen-Politiker bei einem Besuch der Talsperre Rauschenbach im Erzgebirge. Für die Schutzsysteme sei das Extremwetter eine Bewährungsprobe. Sachsen sei gut vorbereitet. Einen absoluten Schutz vor Hochwasser könne es aber nicht geben. Deshalb müsse die individuelle Eigenvorsorge weiter gestärkt werden.

Wolfram Günther
Bildrechte: dpa

Entwarnung kann ich leider nicht geben. Die Zutaten für lokale Extremwetter sind nach wie vor vorhanden: warme Luft, die viel Wasser aufnehmen kann, und ein abgeschwächter Jetstream, der dafür sorgt, dass Tiefdruckgebiete länger an einem Ort bleiben.

Wolfram Günther Umweltminister in Sachsen

Extreme Wetterereignisse werde es infolge des Klimawandels immer häufiger geben. "Der Extremregen weist den Kurs für die Zukunft: Wir brauchen entschlossenen Klimaschutz und eine gute Balance aus technischem und natürlichem Hochwasserschutz - in enger Abstimmung mit den Gemeinden und den Menschen vor Ort", erklärte der Minister. Man müsse den Flüssen mehr Raum geben. Natürliche Überschwemmungsflächen, Deichrückverlegungen, renaturierte Auen und Flussläufe seien wichtige und nachhaltige Bestandteile des Hochwasserschutzes. Hier habe Sachsen eine Trendwende eingeleitet.

Umweltminister Wolfram Günther rief auch zu Solidarität mit den Betroffenen der Flutkatastrophe in Westdeutschland auf. Die Zerstörungen, die die Fluten angerichtet hätten, seien erschütternd. "Die Sächsinnen und Sachsen mit ihrer noch jungen Erfahrung von zwei Jahrhunderthochwassern können gut verstehen, was es bedeutet, liebe Menschen zu verlieren oder Hab und Gut zerstört zu sehen."

Mann aus Jöhstadt nach Überflutungen noch vermisst

In den vergangenen Tagen hatte es vor allem im Vogtlandkreis, im Erzgebirgskreis und im Landkreis Mittelsachsen verheerende Niederschläge mit lokalen Überflutungen gegeben. Dabei wurden Gebäude und Grundstücke beschädigt, Straßen- und Zugverbindungen unterbrochen. Eine genaue Bilanz der Sachschäden liegt noch nicht vor. Ein Mann aus Jöhstadt wird noch immer vermisst.

Nach Angaben des Ministeriums kann der technische Hochwasserschutz in Sachsen auf 56 Talsperren, 25 Rückhaltebecken sowie sieben Speicherbecken und Polder bauen. Das gesamte Fassungsvermögen dieser Anlagen beträgt 406 Millionen Kubikmeter.

Quelle: MDR/kb/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 16. Juli 2021 | 12:00 Uhr

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