Wintersemester startet Sachsens Studierende bleiben im "Hybrid-Modus"

Die sächsischen Hochschulen und Universitäten werden das neue Semester in sogenannter hybrider Form gestalten. Das bedeutet, dass eine Mischung aus Online-Vorlesungen sowie Lehreinheiten in Präsenz unter Einhaltung der Hygienevorschriften durchgeführt werden. Damit werden die Studierenden auch im Wintersemester nur selten die Campusse bevölkern, sondern nur vom Computer aus zur Uni gehen. Das wird für die Erstsemester ein Problem. Für sie haben die Hochschulen verschiedene Ideen entwickelt.

Ein Student bearbeitet ein Arbeitsblatt einer Hochschule am Computer
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"Etwa 85 Prozent unserer Lehrveranstaltungen werden virtuell stattfinden", sagte der Sprecher der Technischen Universität Dresden, Konrad Kästner. Ihm zufolge ist die Uni für den virtuellen Lehrbetrieb jetzt besser gerüstet als im Frühjahr. Jetzt gebe es ausreichend Bild- und Tontechnik etwa für Videokonferenzen, die Lehrkräfte seien geschult und würden beraten, sagte Kästner weiter.

Der Vorlesungsstoff sei digital aufbereitet und auch Prüfungen seien oft digital möglich. Es werde auch Vorlesungen mit Teilnehmenden geben - mit großzügigen Abständen. Die Folge: In dem rund 900 Personen fassenden Audimax der Universität verbleiben dann gerade einmal 100 Plätze. "Wir hoffen, dass im Frühjahr wieder mehr Präsenzveranstaltungen angeboten werden können", so Kästner.

Maschinenbau oder Zahnmedizin gehen nicht komplett digital

Bei einigen Studiengängen geht es laut Kästner nicht ohne persönliche Anwesenheit, ohne dass jemand "einen Bunsenbrenner zur Hand nimmt", wie er sagte. Auch die medizinischen Studiengänge kommen nicht ohne Präsenzunterricht aus, aber die genauen Abläufe werden oft erst sehr kurzfristig bekannt gegeben und ändern sich häufig. Eine Studentin der Zahnmedizin an der TU Dresden sagte MDR SACHSEN: "Eigentlich sollen alle Vorlesungen online sein und nur die Sachen für die Klinik und Kieferorthopädie in Präsenz, weil wir da in Kleingruppen sind. Wir nehmen es, wie es kommt, und lassen uns nicht stressen."

Uni Leipzig entscheidet sich für flexiblen Mix in der Lehre

"Wir wollen den Studierenden generell Präsenzphasen ermöglichen", sagte Uni-Sprecher Carsten Heckmann. Es werde in Uni-Räumen Lehrveranstaltungen sowohl mit Anwesenden als auch auf digitalem Wege geben. Andere Veranstaltungen würden digital beginnen, dann aber auch einen Block "vor Ort" beinhalten.

Natürlich werden wir weiterhin auch reine Online-Lehre haben. Es wird ein Mix und wir werden je nach Erfahrung und Infektionslage Anpassungen vornehmen.

Carsten Heckmann Sprecher der Universität Leipzig

Die Beliebtheit der Leipziger Universität sei trotz Corona ungebrochen, sagte Heckmann weiter. "Für das Wintersemester sind mehr als 40.000 Bewerbungen eingegangen. Damit liegen wir auf dem Vorjahresniveau."

Große Leipziger Immatrikulationsfeier diesmal im Paulinum

Statt der legendären Immatrikulationsfeier im Gewandhaus werden die Erstsemester an der Universität Leipzig diesmal Anfang November im Paulinum begrüßt. Die Plätze dafür wurden verlost. Neue Studierende, denen der Zugang verwehrt bleibt, könnten die Veranstaltung durch eine Live-Übertragung verfolgen, hieß es von der Alma Mater.

Starker Wunsch ins studentische Leben zurückzukehren

Studentenleben vor dem Hörsaalgebäude.
Laut einer Befragung an der Uni Leipzig vermissen viele Studierende diese Zeiten wie hier aus 2017, als das Leben auf dem Campus in der Innenstadt noch boomte. Bildrechte: dpa

Nico Eisbrenner vom Studierendenrat (StuRa) der Universität Leipzig bezeichnete die Situation an der Uni aus "hygienischer Sicht" als angemessen. Es blieben aber Fragezeichen. Noch seien nicht alle Räume mit Video-Technik ausgestattet. Außerdem ergab eine Befragung des StuRa, die im Sommer veröffentlicht wurde, dass die Studierenden zurück in die Seminarräume und ins studentische Leben wollen. Etwa 3.500 Studierende aller Fachrichtungen und Studienlevel hatten an der Befragung des StuRa zu den Studienbedingungen unter Corona teilgenommen. Obwohl die Mehrheit der Studierenden gut genug technisch ausgerüstet sei, um digital am Studium teilzunehmen, sagten knapp 70 Prozent der Befragten im Frühsommer, sie könnten ihr Privatleben und den Studienalltag eher nicht oder gar nicht so gut koordinieren wie vor der Corona-Krise.

HTW Dresden startet Patenprogramme für Erstsemester

Gerade einen Studienalltag zu finden, ist für Erstsemester auf digitalem Weg schwierig. Die Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden hat deshalb noch eine andere Idee, Erstsemester zu unterstützen. Es werde Patenprogramme geben: "Diese werden neue Studierende mit erfahrenen Kommilitonen zusammenbringen", sagte die Prorektorin für Lehre und Studium, Professorin Anne-Katrin Haubold.

Quelle: MDR/sm/dpa

Dieses Thema im Programm beim MDR MDR AKTUELL - Das Nachrichtenradio | 06.10.2020 | 17:45 Uhr

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