Vorsicht vor Internetbetrügern Wie können wir uns vor Identitätsklau schützen?

Identitätsklau im Netz - ein Alptraum! Hunderte Rechnungen, Mahnungen und Post vom Anwalt. Der Briefkasten quillt über. Dabei hat man die Produkte bei den mahnenden Firmen nie bestellt. MDR SACHSEN hat mit Claudia Neumerkel von der Verbraucherzentrale Sachsen darüber gesprochen, wie Identitätsklau funktioniert und wie man sich davor schützen kann.

Wie gehen die Täter beim Identitätsklau vor?

Beim Bestell- oder Warenbetrug werden fremde Daten mit realen Daten der Opfer kombiniert und weiter in Umlauf gebracht. Kriminelle bestellen unter Verwendung des Namens des Opfers Waren im Internet. Die Rechnung, spätestens aber die Mahnungen, werden an die Opfer geschickt. Die Produkte werden an eine abweichende Adresse oder eine Abhol-Packstation geliefert. Die Beute wird dann dort von dem Betrüger abgeholt oder durch Strohmänner in Empfang genommen.

Woher bekommen die Täter die Daten der Opfer?

Die Daten der Opfer, wie Name und Anschrift, werden entweder aus dem Internet gefischt oder aus sonstigen Datenquellen ausgelesen. Die Verbraucherzentrale vermutet, dass die öffentlichen Telefonbücher dabei auch eine größere Rolle spielen. In der Praxis werden öfters Senioren Opfer von Warenbetrug. Gerade ältere Menschen möchten leider nicht auf den Eintrag im öffentlichen Telefonbuch verzichten. Claudia Neumerkel von der Verbraucherzentrale Sachsen warnt: "Von einem Eintrag ins Telefonbuch raten wir ganz klar ab."

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Gehen Sie sparsam mit Daten um, die sie im Internet verbreiten, rät die Verbraucherzentrale. Bildrechte: colourbox

Wie reagiert man, wenn man Opfer geworden ist?

Die Verbraucherzentrale rät in jedem Fall zur Strafanzeige bei Polizei oder Staatsanwaltschaft. Das Problem der Opfer entschärft sich durch Aussitzen oder Ignorieren nicht. Die Geschädigten müssen hier leider selbst aktiv werden und sich auch der Firma, die die Zahlung fordert, erwehren. Der Anbieter muss wissen, dass man weder eine Lieferung bestellt, noch diese auch erhalten hat. Hier ist es hilfreich recht schnell das Aktenzeichen der Strafanzeige der entsprechenden Firma mitzuteilen oder eine Kopie beizulegen.

Auch wenn es nicht neu ist: Mit seinen Daten über Jahre sparsam umzugehen, das ist schon der beste Rat. Welche Daten jeder Nutzer auf Internetseiten preisgibt, hat jeder selbst in der Hand.

Claudia Neumerkel | Verbraucherzentrale Sachsen

Quelle: MDR/hs/in

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | MDR SACHSEN | 07. Oktober 2021 | 10:17 Uhr

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