Tarifkonflikt IG Metall kündigt Warnstreiks im März an

Streikende posieren für ein Gruppenfoto
Bereits bei der letzten Verhandlungsrunde im Januar hatte es Warnstreiks gegeben. (Archivbild) Bildrechte: IG Metall Riesa

Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie hat die IG Metall in Sachsen Warnstreiks ab dem 2. März angekündigt. Es seien aber wegen der Corona-Pandemie keine großen Aktionen mit Tausend und mehr Menschen Schulter an Schulter vor Werkstoren möglich, sagte der Geschäftsführer der IG Metall Zwickau, Thomas Knabel, am Mittwoch. Die Gewerkschaft fordert rund vier Prozent mehr Geld. Zudem sollen die Arbeitszeiten an das westdeutsche Niveau angepasst werden. Die Beschäftigten in Sachsen würden länger arbeiten als ihre Kollegen in Westdeutschland: 38 statt 35 Stunden pro Woche, so die Gewerkschaft. Dafür werde ein finanzieller Ausgleich verlangt.

Nächste Verhandlungsrunde am Freitag

Die bisher letzte Verhandlungsrunde war im Januar, die nächste ist für diesen Freitag geplant. Die Arbeitgeberseite habe noch kein Angebot vorgelegt. Der Verband der Sächsischen Metall- und Elektroindustrie hat zuletzt deutlich gestiegene Reallöhne angesichts der niedrigen Inflation verwiesen. Nach Worten von Gewerkschafter Knabel laufen dagegen viele Betriebe in der Branche trotz Corona-Krise derzeit unter Volllast, Beschäftigte leisteten Überstunden und Sonderschichten. Die Corona-Pandemie sei nur ein Vorwand der Arbeitgeberseite, betonte er.

In der Auseinandersetzung geht es den Angaben nach um rund 27.000 Beschäftigte in tarifgebundenen Unternehmen. Sachsens Metall- und Elektroindustrie zählt nach eigenen Angaben insgesamt etwa 190.000 Mitarbeiter.

Quelle: MDR/bj/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 25.02.2021 | 16:00 Uhr in den Nachrichten

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