Service Fragen und Antworten zum Impfstart in Sachsens Hausarztpraxen

Ein älteres Ehepaar erhält in einer Hausarztpraxis ihre Corona-Schutzimpfung.
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Wie läuft die Terminvergabe ab?

Die Praxen regeln die Terminvergabe selbst, beispielsweise per Telefon oder digitaler Terminbuchungsmöglichkeit. Wichtig: Es gibt keine zentrale Einladung, betont das sächsische Sozialministerium. Ärztinnen und Ärzte können ihre Patienten gezielt ansprechen, so dass die vorgegebene Priorisierung eingehalten werden kann.

#MDRklärt Fragen und Antworten zum Impfen bei Hausärzten

In Sachsen-Anhalt dürfen die Hausärzte ab Mittwoch impfen. Wer auf einen schnellen Termin hofft, der wird enttäuscht sein. #MDRklärt erklärt die Gründe.

4 Fragen und Antworten zum Impfen bei Hausärzten
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4 Fragen und Antworten zum Impfen bei Hausärzten
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Wie komme ich an eine Impfung bei meinem Hausarzt heran? Wer sich impfen lassen will, sollte nicht sofort in den Hausarztpraxen anrufen oder gar ohne Termin zur Sprechstunde erscheinen. Dafür gibt es zwei Gründe: Es gibt nur wenige Impfdosen  Hausärzte wollen den Überblick behalten und zunächst all jene impfen, die den Schutz besonders dringend benötigen
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Soll ich meinen Impftermin im Impfzentrum jetzt absagen? Nein, unbedingt behalten! Momentan haben Hausärzte nur eine begrenzte Bestellmenge von 18 bis maximal 50 Impfdosen pro Woche. Erst ab Ende April wird mit mehr Impfstoff gerechnet.
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Welcher Impfstoff wird mir verimpft? In den ersten beiden Wochen (7. bis 18. April) wird ausschließlich der mRNA-Impfstoff Comirnaty von Biontech/Pfizer verimpft. In den darauffolgenden Wochen kommen dann weitere Impfstoffe hinzu, wie beispielsweise Astrazeneca.
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Was braucht mein Hausarzt von mir? Auf jeden Fall:  Impfausweis und Krankenkassenkarte Freiwillig schon vorab ausfüllen:   Anamnese-Bogen und Einwilligungserklärung für die Impfung
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Texttafel: "Mehr Erklärgrafiken und -videos auf Instagram @mdrklaert"
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Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE am 06.04.2021 um 19 Uhr
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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 06. April 2021 | 19:00 Uhr

Welche Impfstoffe stehen zur Verfügung?

"In den ersten beiden Aprilwochen werden die Praxen mit dem Impfstoff von Biontech beliefert. Danach soll zunehmend auch der Astrazeneca-Impfstoff in Hausarztpraxen verimpft werden", informierte das sächsische Sozialministerium. Weil Impfstoff knapp sei, bekommt jede Praxis zunächst rund 20 Dosen in der Woche. So hat es das Bundesgesundheitsministerium festgelegt.

Ergänzend zu den Lieferungen über den Großhandel sollen in dieser Woche rund 160 Praxen in den grenznahen Landkreisen Görlitz, Erzgebirge und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge rund 50.000 Dosen des Impfstoffes von Astrazeneca erhalten zur Unterstützung der Impfkampagne in den Grenzregionen, sagte Sozialministerin Petra Köpping (SPD).

Der Deutsche Hausärzteverband wünscht sich indes mehr Impfdosen. Die Hausärzteschaft sei startklar, aber unglücklich darüber, dass es zunächst pro Praxis und Woche nur gut 20 Impfdosen gebe, sagte der Chef des Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt. Einige könnten bis zu 100 Dosen pro Woche verimpfen.

Kann man sich beim Hausarzt den Impfstoff aussuchen?

Nein, sagt das Bundesgesundheitsministerium: "Es besteht keine freie Wahl." Wegen der Impfstoffknappheit beinhalte der Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus nach der Corona-Impfverordnung weiterhin nicht das Recht, den Impfstoff eines bestimmten Herstellers zu wählen.

Wenn am Abend eines Impftages Dosen übrig sind: Kann man sich auch als jüngerer Mensch und Patient des Hausarztes impfen lassen?

Als Grundlage gilt die Priorisierung der Coronavirus-Impfverordnung (CoronaImpfV) auch in den Arztpraxen. "Ärztinnen und Ärzte haben die Flexibilität, auf Basis der Corona-Impfverordnung nach ärztlicher Einschätzung vor Ort selbst zu entscheiden, wer wann geimpft wird, wenn das für eine effiziente Organisation der Schutzimpfungen oder eine zeitnahe Verwendung vorhandener Impfstoffe notwendig ist." Das gelte vor allem, damit kein Impfstoff weggeworfen werden muss. Ausdrücklich zulässig ist eine Abweichung von der Impfreihenfolge auch, um eine dynamische Ausbreitung des Coronavirus aus hochbelasteten Grenzregionen und in oder aus deutschen Hochinzidenzgebieten zu verhindern.

Wann kann sich jeder, der möchte, impfen lassen?

Wenn noch weitere Impfstoffe zugelassen werden, geht das Bundesgesundheitsministerium davon aus, "dass im Sommer jedem in Deutschland ein Impfangebot gemacht werden kann".

Wie viele Hausärzte impfen in Sachsen mit? Wo überall?

"Diese Daten liegen uns nicht vor", erklärt das sächsische Sozialministerium dazu. Die Praxen werden einmal pro Woche über den Pharmagroßhandel durch die Apotheken mit Covid-19-Impfstoffen beliefert.

Auch die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen (KV) hat keine Zahlen darüber, wie viele Hausärzte wo überall in Sachsen impfen. "Es beteiligen sich viele", hieß es. Seriöse Zahlen würden die Abrechnungen des nächsten Quartals liefern. Das aktuelle Quartal habe aber erst vorige Woche begonnen.

Bundesweit nehmen rund 35.000 Praxen teil, hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mitgeteilt.

Wenn man Nebenwirkungen nach dem Impfen verspürt – geht man dann auch zum Hausarzt?

 "Ja, selbstverständlich, der Hausarzt ist der erste Ansprechpartner", sagt das sächsische Sozialministerium dazu.

Quelle: MDR/kk/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | SACHSENSPIEGEL | 06. April 2021 | 19:00 Uhr

3 Kommentare

Sonnenseite vor 2 Wochen

"Danach soll zunehmend auch der Astrazeneca-Impfstoff in Hausarztpraxen verimpft werden"

das nenne ich aber mal optimistisch!

"Die EMA prüft weiter, ob es einen Zusammenhang zwischen dem AstraZeneca-Impfstoff und Blutgerinnseln gibt. Allerdings will sich die Behörde noch diese Woche äußern. Zuvor hatte ein EMA-Vertreter einen Zusammenhang bejaht."
Quelle Tagesschau

Welcher Hausarzt geht dieses Risiko ein? 🤔



Sonnenseite vor 2 Wochen

"Danach soll zunehmend auch der Astrazeneca-Impfstoff in Hausarztpraxen verimpft werden"

Wenn daran dann wirklich jemand verstirbt, möge das in der Anonymität der Großstadt untergehen, aber auf dem Land kann der Arzt seine Praxis im Prinzip gleich schließen. ☝️


Reuter4774 vor 2 Wochen

Deutschland diskutiert lieber noch und macht die nächsten Jahre weiter Lockdown. Unsere überalterte Bevölkerung macht das gerne mit und die paar, die die Renten erarbeiten müssen, haben da nichts zu meckern. Als Normalbürger rechne ich durchaus im Spätsommer mit einer Impfung, plane meinen Jahresurlaub 2023 schon entsprechend 🤣

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