Gesundheit Impfmüdigkeit nach Corona in Sachsen: Linke warnt vor Kinderkankheiten

Die Zahl der Standardimpfungen gegen bekannte Kinderkrankheiten ist in Sachsen beständig gesunken. Das zeigen Informationen aus dem Sozialministerium auf Anfrage der Linken im Sächsischen Landtag. Betroffen ist davon besonders die Altersgruppe der Kinder und Jugendlichen.

Eine Frau sitzt mit ihrem kleinen Sohn in einer Kinderarztpraxis
Kinderärzte sollten Eltern umfassend über Impfungen aufklären und sie "in die Verantwortung für die Entscheidung 'pro' oder 'contra' impfen mit einbeziehen", betont das Portal ärzteblatt.de (Archivbild) Bildrechte: dpa

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In Sachsen ist in den Jahren von 2017 bis 2021 die Zahl der Impfungen gegen Tetanus, Diphterie, Kinderlähmung, Rotaviren oder Keuchhusten um je rund 17 bis 19 Prozent gesunken. Das haben Zahlen des sächsischen Sozialministeriums ergeben, die auf eine Anfrage der Linken im Sächsischen Landtag zusammengestellt wurden.

Anstieg nur bei Impfungen gegen Meningokokken

Ähnlich hoch war der Rückgang bei Impfungen gegen Kinderlähmung. Das Minus betrug bei Impfungen gegen Haemophilus influenzae Typ b im gleichen Zeitraum ein Drittel. Diese Impfung soll Kleinkinder vor Hirnhautentzündungen schützen. Währenddessen haben sich Impfungen gegen Meningokokken, die eine Hirnhautentzündung oder Blutvergiftung auslösen können, im Jahr 2021 gegenüber 2017 verdoppelt. Zuletzt wurde diese Impfung 114.160 Mal verabreicht.

Linken-Politikerin verlangt mehr Beratung

Die Landtagsabgeordnete Susanne Schaper (Die Linke) sieht die Zahlen "mit Sorge". Sie forderte dazu auf, den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) weiter auszubauen, um die Nachfrage nach Beratung und Impfungen zu decken. "Prävention braucht Zeit, Personal und Ressourcen", betonte sie.

Gesichtsmaske auf einer Schulmappe
Die Anzahl der von Ärzten empfohlenen Impfungen für Kinder und Jugendliche ist seit Jahren angestiegen. Das erhöht bei vielen Eltern den Beratungsbedarf. Bildrechte: imago images/Bihlmayerfotografie

Zuvor hatte Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (SPD) vorgeschlagen, Sachsens Impfzentren ab dem Jahr 2023 zu Gesundheitszentren mit weiteren Impfangeboten unter dem Dach der Gesundheitsämter umzubauen. Dieser Vorschlag war bei Städten und Gemeinden wegen Lücken bei der Finanzierung umstritten gewesen.

MDR (wim)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 05. November 2022 | 10:30 Uhr

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