Nachrichten & Themen
Mediathek & TV
Audio & Radio
SachsenSachsen-AnhaltThüringenDeutschlandWeltLeben
Bildrechte: Google

Bilanz & AusblickTrotz Krisen: Zahl der Mitarbeiter in sächsischer IT-Branche gewachsen

von MDR SACHSEN

Stand: 26. Juni 2022, 17:35 Uhr

Unternehmen ächtzen unter den Folgen der Corona-Pandemie, hohen Energiekosten, der Inflation, dem Fachkräftemangel und den Folgen des Kriegs in der Ukraine. In den sächsischen IT-Unternehmen hingegen ist der Trend ein anderer. Hier wächst die Zahl der Mitarbeitenden deutlich und Branchenverbände sehen aufgrund thematischer Schwerpunkte in drei sächsichen Regionen positive Signale für die Zukunft.

Die Zahl der Beschäftigten in der sächsischen IT-Branche ist auf 70.500 Menschen in rund 2.300 Unternehmen angestiegen. Vor einem Jahr lag sie laut Verband "Silicon Saxony" noch bei 65.000 Beschäftigten. Frank Bösenberg, Geschäftsführer des Branchenverbandes, sagte dass er bis 2035 mit bis zu weiteren 35.000 Arbeitsplätzen in der Branche rechne.

Sachsens IT-Cluster in drei Hauptregionen thematisch aufgeteilt

Das Wachstum betreffe nicht nur Dresden, sondern auch andere Standorte wie Freiberg und Chemnitz, betonte der Experte. "Bei der Mikroelektronik sind wir inzwischen der größte und bedeutendste Standort in Europa", sagte Bösenberg. "Jeder dritte Mikrochip, der auf dem Kontinent produziert wird, kommt aus Dresden." Die Cluster in Sachsen seien klar thematisch aufgeteilt, sagt Gerd Neuert vom Cluster IT-Mitteldeutschland.

Bildrechte: MDR SACHSEN

Jeder dritte Mikrochip, der auf dem Kontinent produziert wird, kommt aus Dresden.

Frank Bösenberg | Geschäftsführer des Branchenverbandes "Silicon Saxony"

Dresden ist stark von der Halbleiterindustrie geprägt. Im Raum Chemnitz sind der Maschinen- und Anlagenbau und die Automobilindustrie konzentriert und die Region Leipzig steht laut Neudert für Dienstleistungen der Softwareentwicklung und Beratung. In den vergangenen Jahren sei die Zusammenarbeit zwischen diesen Regionen gewachsen, so Neudert

Sächsisches IT-Summit in Plauen will Robotik, KI und Arbeitskultur diskutieren

Am Montag trifft sich die Branche zum Sächsischen IT-Summit in Plauen. Dazu werden den Angaben zufolge rund 200 Teilnehmende erwartet. Sie wollen darüber beraten, wie Sachsen zu einem der weltweit führenden IT-Standorte werden kann.

Themen des Treffens sind etwa Robotik im Unterricht, Künstliche Intelligenz, die Transformation der Arbeitskultur und sogenannte Smart-Cloud-Technologie in der Industrie. Die Welt der Informationstechnik habe in der Corona-Zeit einen weiteren Schub bekommen, sagte Frank Bösenberg von "Silicon Saxony".

Neudert: IT-Branche in Sachsen erlebt einen Boom

Der Geschäftsführer des Branchenverbandes Cluster IT-Mitteldeutschland, Gerd Neudert, sieht seine Branche in Sachsen auf Wachstumskurs. Bildrechte: Cluster IT Mitteldeutschland e.V.

Der Geschäftsführer von Cluster IT-Mitteldeutschland, Gerd Neudert, sieht die IT-Branche in Sachsen auf einem guten Weg. Die Informations- und Kommunikationstechnik habe sich zu einem wirtschaftlichen Wachstumstreiber entwickelt, sagte er.

In der IT-Branche Sachsens könnten nach Angaben des Branchenverbandes "Silicon Saxony" bis 2035 weitere 35.000 Arbeitsplätze entstehen. Bildrechte: Bosch

"Die Zahlen für eine genaue Vorschau differieren, trotzdem kann die Branche von einem weiteren Wachstum von bis zu zehn Prozent ausgehen." Laut Verbänden erlebten die Unternehmen einen anhaltenden Boom. "In der Konsequenz gehört dieser Wirtschaftszweig in Sachsen zu den am stärksten wachsenden."

Digitalisierung soll ländliche Regionen voranbringen

Rainer Gläß, der Vorsitzende des Vereins Südwestsachsen Digital, sieht in der zunehmenden Digitalisierung auch einen Anschub für die die ländliche Entwicklung vom Vogtland bis in die Lausitz. Themen wie Homeoffice oder Coworking-Spaces würden die Arbeitsplätze in abgelegenere Gegenden bringen.

"Für die IT-Branche stecken dahinter viele Technologien, Dienstleistungen und Produkte." Auch im Bereich Künstlicher Intelligenz werde weiter geforscht. Ein Schwerpunkt sollen Gläß zufolge Assistenzsysteme sein, die Nachfragetrends oder Kundenwünsche vorhersagen. "Damit lassen sich Logistik-Prozesse anpassen und nachhaltig gestalten und das Wegwerfen von Lebensmitteln oder Retouren im Onlinehandel reduzieren."

Die sächsische IT-Branche erhofft sich durch die Digitalisierung auch Arbeitsplätze im ländlichen Raum. Bildrechte: IMAGO / teamwork

MDR (tfr), dpa

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | SACHSENSPIEGEL | 27. Juni 2022 | 19:00 Uhr

Kommentare

Laden ...
Alles anzeigen
Alles anzeigen