Tarifkampf Am Donnerstag erneut Kita-Streiks in Sachsen

Der Tarifkampf der Erzieherinnen und Erzieher geht am 12. Mai in die nächste Runde. Erneut ist ein Warnstreik geplant. Ähnlich wie in dieser Woche werden dann wieder zahlreiche Kitas in Sachsen betroffen sein. Die Stadt Leipzig fordert Eltern bereits auf, sich alternative Betreuungsmöglichkeiten zu suchen.

Teilnehmer einer Kundgebung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) stehen mit Fahnen und Transparenten auf dem Marktplatz
Erzieherinnen und Erzieher bei ihrem Streik am 4. Mai auf dem Marktplatz in Leipzig. Bildrechte: dpa

In der kommenden Woche ruft die Gewerkschaft Verdi wieder zu Warnstreiks in Kindertageseinrichtungen in Sachsen auf. Wie Verdi mitteilte, richtet sich der Aufruf an alle Beschäftigten in den Regionen Chemnitz, Dresden, Ostsachsen, Vogtland und Zwickau. Die offizielle Kundgebung findet den Angaben zufolge im Chemnitzer Stadtzentrum von 10 bis 14 Uhr statt.

Wenige Tage vor den nächsten Tarifverhandlungen mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) am 16. und 17. Mai in Potsdam will Verdi mit dem Warnstreik nach eigenen Angaben noch einmal Druck erzeugen. Die beiden vorangegangenen Tarifrunden im Februar und im März waren erfolglos verlaufen. Verdi fordert eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen, wie zum Beispiel mehr Zeit für Vor- und Nachbereitung der Erzieherinnen und Erzieher, um mehr Zeit für die Kinder zu haben. Außerdem sollen Beschäftigte der Sozial- und Erziehungsdienste im Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst höher eingruppiert werden.

Arbeitgeber gegen pauschale Höhergruppierung

Bei der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverände stößt das auf Ablehnung. Die Einstiegsgehälter lägen nach der Ausbildung bei 3.142 Euro monatlich und stiegen nach entsprechender Beschäftigungszeit und bei schwieriger Tätigkeit auf 4.446 Euro monatlich. "Im Vergleich mit anderen Trägern im Sozial- und Erziehungsdienst haben die Erzieherinnen und Erzieher in den kommunalen Kitas ein um bis zu zehn Prozent höheres Gehalt." Man könne daher keine pauschale höhere Eingruppierung vornehmen, sondern nur da, wo sich die Anforderungen tatsächlich erhöht hätten, teilte der Verband mit.

Gewerkschaft bereitet mehrtägige Streiks vor

Für den Fall, dass die dritte Verhandlungsrunde ohne Ergebnis endet, bereitet Verdi in Chemnitz und Dresden bereits jetzt mehrtägige Streiks vor, teilte die Gewerkschaft mit. In Leipzig richtet sich die Verwaltung ebenfalls darauf ein. Dort gab das Amt für Schule am Freitag ein Schreiben an die Eltern heraus, in dem sowohl am 12. Mai als auch am 16. Mai vor einem möglichen Streik der Erzieherinnen und Erzieher gewarnt wurde. Man empfehle daher dringend, sich alternative Betreuungsmöglichkeiten zu suchen, hieß es in dem Schreiben, das MDR SACHSEN vorliegt.  

Ein Plakat mit der Aufschrift Streik
Wegen des Warnstreiks müssen viele sächsische Eltern erneut eine alternative Betreuung für ihre Kinder suchen. Bildrechte: dpa

Warnstreik am 4. Mai in zahlreichen sächsischen Städten

Bereits am 4. Mai gab es in Leipzig, Chemnitz, Dresden, Döbeln und Markkleeberg einen ganztägigen Warnstreik, zu dem die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) aufgerufen hatte. In Leipzig fand zudem eine gemeinsame Demonstration mit Erzieherinnen und Erziehern aus Sachsen-Anhalt und Thüringen statt. Verdi veranstaltete eine Kundgebung in Dresden.

80 Prozent der kommunalen Kitas in Dresden betroffen

Verglichen mit Kita-Warnstreiktagen am 8. März und am 14. April waren sie diesmal in Sachsen noch ausgeweitet worden. Allein in Dresden waren laut GEW rund 80 Prozent der kommunalen Einrichtungen betroffen, in Leipzig bis zu 80 Kitas und Grundschulhorte. Die GEW hatte deshalb auch einen Brief an die Eltern gerichtet, in dem sie unter der Überschrift "Wir sind die Profis" um Solidarität und Unterstützung der Eltern für die Streiks warb.

MDR (sth)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 06. Mai 2022 | 17:30 Uhr

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