Solidarität Angriff auf Ukraine: 5.000 Leipziger demonstrieren für Frieden

Der russische Angriff auf die Ukraine bewegte am Donnerstag auch viele Sachsen und ihre ukrainischen Mitmenschen. Neben Friedensgebeten haben in mehreren Städten im Freistaat Kundgebungen und Mahnwachen stattgefunden. Allein in Leipzig hatten sich 5.000 Menschen versammelt, um gegen den Angriff zu protestieren.

Kundegebung Ukraine Leipzig 24.2.2022
Auf dem Marktplatz in der Leipziger Innenstadt versammelten sich am Donnerstagabend zahlreiche Menschen, um ihre Solidarität mit der Ukraine zu zeigen. Bildrechte: Pia Siemer

In Sachsen haben am Donnerstagabend in mehreren Städten Mahnwachen und Friedensgebete anlässlich des Angriffs russischer Truppen auf die Ukraine stattgefunden.

Kundgebung und Demonstration in Leipzig

In Leipzig hat es eine organisationsübergreifende Demonstration auf dem Markt in der Innenstadt gegeben. Mehr als 5.000 Menschen haben ihre Solidarität mit der Ukraine bekundet. Bei einer Kundgebung am Abend auf dem Marktplatz waren ukrainische Flaggen zu sehen. Viele Menschen hielten Lichter oder Schilder hoch, auf denen unter anderem "Hände weg von der Ukraine" und "Putin endlich Grenzen setzen" stand.

"Vaterunser" auf deutsch und ukrainisch

Der Protest auf dem Markt hatte damit begonnen, dass das "Vaterunser" auf ukrainisch und deutsch gebetet wurde. Die Kundgebung wurde von einer Gruppe Menschen organisiert, die sich erst in den vergangenen Wochen zusammengefunden hatte. Dazu gehört der gebürtige Ukrainer Andrii Kozak, der seit acht Jahren in Deutschland lebt. "Wir haben den Willen, für Solidarität und Frieden zu werben", sagt er. "Wir wollen auch die deutsche Gesellschaft auf die Situation in der Ukraine aufmerksam machen." Denn das, was passiere, sei ein Krieg mitten in Europa. 

Auf Kundgebungen in den vergangenen Wochen habe man die Lieferung von defensiven Waffen, den Stopp von Nord Stream 2 und scharfe Sanktionen gegen Russland gefordert. Wie es jetzt weitergeht, wo Russland die Ukraine angegriffen habe, wisse er nicht. "Viele von uns sind seit heute Morgen hier auf dem Markt. Viele telefonieren mit ihren Verwandten in der Ukraine. Wann immer jemand etwas Neues weiß, teilt er es mit", so Andrii Kozak. 

Bilder Ukraine Demo Leipzig
Demonstranten zündeten Kerzen an und legten Banner nieder. Bildrechte: Pia Siemer

Schon acht Jahre Krieg in der Ukraine

Aber nicht alle aus der Gruppe haben familiäre Beziehungen in die Ukraine. So zum Beispiel der 20-jährige Sebastian Rother. Er besuchte die Ukraine erstmals 2014, kurz nach der Maidan-Revolution, weil seine Schwester dort einen Auslandsaufenthalt absolvierte. "Die Stimmung war unglaublich. So euphorisch", erinnert er sich. Das Land habe ihn begeistert, er selbst sei im Rahmen eines Freiwilligendienstes dort gewesen, bis die Corona-Pandemie es unmöglich gemacht habe. Rother ist auch enttäuscht über die zurückhaltende Reaktion der deutschen Gesellschaft. "Heute sind viele da, das ist gut, aber der Krieg geht doch schon acht Jahre", sagt er. 

Kundgebung Ukraine LEipzig 24.2.2022
Auf den Schildern von Sebastian und Lisa Rother steht der Maidan-Revolutionsspruch: "Ruhm und Ehre der Ukraine". Bildrechte: Pia Siemer

Friedensgebet und Mahnwache in Dresden

In der Dresdner Frauenkirche hat am Donnerstagabend ein ökumenisches Friedensgebet für die Menschen in der Ostukraine stattgefunden. Mitorganisator war die ukrainisch-katholische Gemeinde der Stadt.

Händefalten als "politische Tat"

Die 200 bis 300 katholischen Ukrainer in Dresden setzten auf Diplomatie und internationalen Druck, sagte Ostap Okhrin vom Pfarrgemeinderat. Die Ukrainerinnen und Ukrainer in der Stadt seien voller Hoffnung, dass sich eine Lösung für die Ostukraine findet. Der Pfarrer der Frauenkirche, Markus Engelhard sagte, wenn die Waffen sprächen, dürften die Worte nicht schweigen. Gebete seien zudem eine politische Tat. Händefalten sei das Gegenteil von Hände-in-den-Schoß legen, so Engelhard.

Friedensgebet Ukraine Dresden 24.2.2022
Auch vor der Frauenkirche in Dresden versammelten sich zahlreiche Menschen, um gegen den Angriff auf die Ukraine zu protestieren. Bildrechte: MDR SACHSENSPIEGEL

Mahnwachen auch in Chemnitz und Zwickau

Auch in Zwickau und Chemnitz hatten sich am Donnerstag Menschen versammelt, um ihre Solidarität mit dem Menschen in der Ukraine zu bekunden.

Demo Ukraine Chemnitz Roter Turm 24.2.2022
Etwa 150 Menschen beteiligten sich in Chemnitz an einer Kundgebung gegen den Krieg in der Ukraine. Bildrechte: Harry Härtel

Am Roten Turm in Chemnitz hatten sich Reporterangaben zufolge etwa 150 Menschen versammelt, um ihren Protest gegen Russlands Angriff auf die Ukraine zum Ausdruck zu bringen.

MDR (mar/lam)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSENSPIEGEL | 24. Februar 2022 | 19:00 Uhr

Mehr aus Sachsen