Sachsenforst Borkenkäfer erwachen aus Winterruhe – Kontrollen in Sachsens Wäldern notwendig

Im Jahr 2020 gab es in Sachsens Wäldern weiniger Schäden durch Borkenkäfer als im Vorjahr. Rund 38 Millionen Euro stellt das Land zur Bekämpfung zur Verfügung. Nun müssen die Bäume wieder auf Befall kontrolliert werden.

Borkenkäfer
Borkenkäfer erwachen im Frühjahr aus ihrer Winterruhe und schwärmen aus, um neue Bruträume zu finden. Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn

Mit dem Einsetzen des Frühjahrs und steigenden Temperaturen wächst die Gefahr durch Borkenkäfer in Sachsens Wäldern. Wie der Staatsbetrieb Sachsenforst am Freitag mitteilte, müssen Waldbäume nun von Waldbesitzern und Waldarbeitern auf frischen Käferbefall kontrolliert werden. Im Frühjahr erwachen die Insekten aus ihrer Winterruhe und schwärmen aus, um neue Bruträume zu finden.

Befallene Bäume müssen laut Sachsenforst gefällt und aus den Wäldern abgefahren oder unschädlich gemacht werden, bevor eine neue Käfergeneration diese verlässt. Besonders gefährdet seien Wälder aus Kiefern, Lärchen oder Fichten, in denen bereits im Vorjahr ein Befall aufgetreten ist. Für die Maßnahmen zur Borkenkäferbekämpfung sowie für das Pflanzen neuer Bäume auf den Schadflächen stehen seit vergangenem Jahr rund 38 Millionen Euro zur Verfügung.

Erfassung und Aufarbeitung soll forciert werden

In besonders betroffenen Gebieten soll eine eigentumsübergreifende Erfassung und Aufarbeitung der Schäden forciert werden. Auf größeren Schadflächen sollen etwa neue Bäume gepflanzt werden, um einer Ausbreitung von Gräsern zuvorzukommen.

"Auch in diesem Jahr müssen und werden unsere Bemühungen darauf abzielen, Schäden einzugrenzen", sagte Sachsen Forstminister Wolfram Günther. Dafür sei weiterhin eine Zusammenarbeit der Waldbesitzer in Forstbetriebsgemeinschaften wichtig. In Sachsen gibt es insgesamt 22 Forstbetriebsgemeinschaften mit rund 1.650 Mitgliedern mit einer zusammengeschlossenen Fläche von etwa 51.000 Hektar. "Letztlich brauchen wir gemeinsame Anstrengungen für deutlich klimastabilere Mischwälder, die nicht so anfällig zum Beispiel für Borkenkäferbefall sind", sagte Günther.

Schadholzmengen 2020 zurückgegangen

Die weitere Entwicklung der Situation ist laut Sachsenforst allerdings auch vom Wetter abhängig. Durch ausbleibende Niederschläge, Sturmschäden oder hohe Temperaturen können die Schäden an den Wäldern wieder deutlich ansteigen.

Im Vergleich zum Jahr 2019 sind in Sachsen die Schadholzmengen im Jahr 2020 von rund 2,2 auf 1,8 Millionen Kubikmeter zurückgegangen. Grund dafür sind laut Sachsenforst mehr Niederschläge in einigen Regionen. Dennoch befinden sich die Schäden durch Borkenkäfer weiterhin auf einem hohen Niveau. Hinzu kommt, dass Schäden an Kiefern und Laubbäumen weiter zugenommen haben. Verantwortlich dafür seien zu geringe Wasservorräte in den Böden.

Situation weiterhin schwierig

Auch die Aufarbeitung des von Borkenkäfern geschädigten Holzes konnte im letzten Jahr verbessert werden. "Insbesondere im Kleinprivatwald jedoch ist die Situation aufgrund der gegenwärtigen Rahmenbedingungen weiterhin schwierig", sagte Reinhard Müller-Schönau, der Vorsitzende des Sächsischen Waldbesitzerverbandes. Besitzer kleinerer Waldflächen haben oft nicht das Fachwissen sowie keinen Zugriff auf Fachkräfte sowie teure Forsttechnik. Laut Müller setzten gesunkene Holzpreise und deutlich gestiegene Pflanzenpreise die Waldbesitzer zusätzlich unter Druck.

Waldbesitzer und Forstbetriebsgemeinschaften können sich bei Fragen zur Waldbewirtschaftung und Schadensbewältigung von Sachsenforst kostenlos beraten lassen.

Quelle: MDR/jn

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 06. April 2021 | 06:00 Uhr

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