Regierungsbildung Kretschmer rügt SPD wegen Koalitionen mit den Linken

In Mecklenburg-Vorpommern verhandelt die SPD mit der Linken über eine Koalition und auch in Berlin bahnt sich eine erneute Beteiligung der Linkspartei an. Sachsens CDU-Landeschef Kretschmer kritisiert dies als Versuch, Rot-Rot in den Ländern zu etablieren. Die Linke kontert, Kretschmer sei ein schlechter Verlierer.

Michael Kretschmer
CDU-Landeschef Michael Kretschmer Bildrechte: dpa

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat in seiner Eigenschaft als CDU-Landeschef die SPD wegen ihrer Ambitionen zu Bündnissen mit den Linken kritisiert. Kretschmer sagte, nach Berlin zeige die SPD nun auch in Mecklenburg-Vorpommern, wohin die Reise gehen solle. "Das ist der gezielte Versuch, Rot-Rot in den Ländern zu etablieren".

Sie werden alles tun, um mit ihren Positionen im Bundesrat durchzuregieren. Ohne Rücksicht und ohne Kompromisse.

Michael Kretschmer Ministerpräsident und CDU-Landeschef in Sachsen

Das sei keine verantwortungsvolle Politik. Die SPD verlasse damit den Weg der Mitte und begebe sich in ein Bündnis, das die Menschen vor 30 Jahren überwunden hätten.

Linke: Kretschmer spielt sich als "Oberdemokrat" auf

Die Linken im Sächsischen Landtag sahen in Kretschmers Äußerung einen Beleg dafür, dass er "die herbe Wahlniederlage der CDU immer noch nicht verarbeitet hat". Fraktionschef Rico Gebhardt empfahl Kretschmer, dessen Kollegen Daniel Günther in Kiel anzurufen, der in dieser Angelegenheit schon wesentlich weiter sei und der CDU empfehle, im Osten Bündnisse mit der Linken einzugehen.

Kretschmer habe sich schon oft als "Oberdemokrat" aufgespielt und kommentiere nun demokratische Entscheidungen anderer Parteien auf herabwürdigende Art und Weise. Er habe immer noch nicht verstanden, dass das Wahlergebnis genau auf solch ein arrogantes Verhalten der politisch verantwortlichen Akteure zurückzuführen sei.

Quelle: MDR/kb/dpa

27 Kommentare

Thommi Tulpe vor 7 Wochen

RAF - sehr weit ausgeholt!
In diesem Land gibt es über 76 Jahre nach dem Untergang des Hitler-Reiches immer noch Leute, welche sich einen "Führer" zurückwünschen. Genauso gibt es auch über 31 Jahre nach dem Ende der DDR Leute, die den Sozialismus zurückhaben wollen.
Was ich mit meinem Kommentar einzig zum Ausdruck bringen wollte: Bevor man den "Müll" beim Nachbarn kritisiert, sollte man zunächst erst einmal "vor der eigenen Haustür richtig fegen".
Als Wahlverlierer ist man, so denke ich, auch nicht in der Position, Gewinner zu kritisieren!?

Reuter4774 vor 7 Wochen

Nein das ist SED Denken. Herr Kretschmer hat dazu eine klare Position und respektiert Andere. Menschen umerziehen mit Druck oder Repressalien hatten wir doch schon 2mal? Nur weil links das macht ist es trotzdem nicht richtig. Haben wir die RAF schon verdrängt?

Jan-Lausitz vor 7 Wochen

Herr Kretschmer hat meiner Meinung nach schon Recht. Gerade hier im Osten wurden die "Roten Socken" '89 von der Macht mit Volkselan entkoppelt.

Ein Grund der kaum Erwähnung findet für den aktuellen Absturz der CDU ist doch die weiterhin und täglich wieder zunehmende unkontrollierte Migration.
Nun kritisiert die CDU die noch offenere Asylpolitik der zukünftigen Regierung - ist als Opposition machbar. Doch das eigene Versagen der letzten 16 Jahre bei diesem Thema ist kaum wieder gut zu machen. Die potentiellen Wähler werden sich ein passendes Original suchen und auch finden ...

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