Gesetzvorlage Sachsen stellt Weichen für Landarztquote im Medizinstudium

Lange wurde darüber geredet, nun soll sie auch in Sachsen auf den Weg gebracht werden: die Landarztquote fürs Medizinstudium. Allerdings hat das auch einen Preis: Die Interessenten müssen Verpflichtungen als Hausarzt oder Hausärztin in Sachsen eingehen. Um einen solchen Studienplatz zu ergattern, reichen die fachlichen Leistungen allein nicht aus.

Hausarzt beim Hausbesuch
Hausbesuche gehören zum Alltag jedes Hausarztes. In ländlichen Regionen können diese Touren einige Zeit in Anspruch nehmen. Bildrechte: imago images / photothek

Um die ärztliche Versorgung im ländlichen Bereich zu sichern, will Sachsen eine "Landarztquote" einführen. Das entsprechende Gesetz werde zur Abstimmung in den Landtag eingebracht, sagte Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (SPD) am Mittwoch in Dresden nach einer Einigung des Kabinetts. Darin ist im Freistaat künftig ein Sonderkontingent von jährlich bis zu 50 Studienplätzen für Humanmedizin vorgesehen. 2019 hatte es schon einmal einen ähnlichen Vorstoß der damaligen Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU) gegeben. Dieser scheiterte jedoch bereits im Kabinett.

Interessenten müssen sich zehn Jahre verpflichten

Wer von der Landarztquote profitiert, muss sich laut Sozialministeriums verpflichten, nach Abschluss der fachärztlichen Ausbildung für mindestens zehn Jahre als Hausärztin oder Hausarzt in unterversorgten oder von der Unterversorgung bedrohten Gebieten im ländlichen Raum tätig zu sein. Auf diesem Weg sollen junge Medizinerinnen und Mediziner dazu beitragen, die ärztliche Versorgung in den ländlichen Regionen langfristig sicherzustellen. Hintergrund ist der drohende Hausärztemangel auf dem Land.

Ähnliche Gesetze in anderen Bundesländern

In anderen Bundesländern gebe es bereits entsprechende Landarztgesetze, die auf großes Interesse stoßen würden, hieß es. In Sachsen soll es für die Auswahl der Bewerberinnen und Bewerber für das Sonderkontingent ein zweistufiges Verfahren geben. Wie das Sozialministerium mitteilte, sollen neben der intellektuellen Studieneignung auch fachspezifische Erfahrungen in nicht-ärztlichen Gesundheitsberufen und sozialkommunikative Kompetenzen berücksichtigt werden.

Quelle: MDR/sth/epd

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 26. Mai 2021 | 21:00 Uhr

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