Ampel-Pläne Landesstelle gegen die Suchtgefahren lehnt legale Cannabis-Abgabe ab

Die neue Regierungskoalition im Bund aus SPD, Grünen und FDP will den Verkauf der Droge Cannabis legalisieren. Die Sächsische Landesstelle gegen die Suchtgefahren befürwortet den Ansatz nicht.

Hand hält Joint
Die Sächsische Landesstelle gegen die Suchtgefahren unterstützt die Entkriminialisierung von Cannabis, jedoch nicht die geplante kontrollierte Abgabe. Bildrechte: imago images / Westend61

Die Sächsische Landesstelle gegen die Suchtgefahren (SLS) befürwortet die von der künftigen Berliner Ampel-Regierung geplante kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene nicht. Laut Geschäftsstellenleiter Olaf Rilke wären die damit einhergehenden Risiken größer als die erhofften Chancen. Trotz Abgabeverbot an unter 18-Jährige sei zu befürchten, dass aufgrund der breiteren Verfügbarkeit insbesondere bei Kindern und Jugendlichen cannabisbezogene Suchtprobleme zunehmen werden.

Präventionsarbeit gefordert

Nach Rilkes Meinung muss der Gesetzgeber Präventionsarbeit und Hilfsangebote stärken. "Doch dieser Aspekt kommt bisher in der Diskussion zu kurz". Die mit der Liberalisierung der Drogenpolitik einhergehende Entkriminalisierung von Cannabis sei jedoch zu unterstützen. Statt der derzeit noch strafrechtlichen Verfolgung sogenannter Cannabis-Konsumdelikte wären deshalb andere Modelle hinsichtlich deren ordnungsrechtlicher Bewertung zu diskutieren.

Wachsendes Problem mit Alkoholismus

Laut SLS kamen 2020 innerhalb der sächsischen Suchthilfe Probleme im Zusammenhang mit Cannabis seltener auf als Probleme mit Alkohol oder Crystal. Deshalb wünscht sich Rilke neben der Diskussion um die kontrollierte Abgabe von Cannabis auch ein strengeres Vorgehen gegen übermäßigen Alkoholkonsum und -missbrauch. Denkbar sei etwa, durch Abgabebegrenzungen, Preiserhöhungen, Werbebeschränkungen und Stärkung der Präventionsarbeit der Problematik entgegenzuwirken. Hinsichtlich der Werbebeschränkungen gebe es zu begrüßende Verlautbarungen in den Koalitionspapieren, die sich die SLS im Bereich Alkohol, Tabak und Glücksspiel seit vielen Jahren wünscht, sagte Rilke weiter.

Quelle: MDR (kh)/dpa

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