Förderprogramm Sachsen will Landwirte als Artenschützer

Die Landwirtschaft trägt seit Jahren durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zum Insektensterben bei. Sachsens Umwelt-und Landwirtschaftsminister Günther will die Bauern jetzt zu "Partnern des Artenschutzes" machen - mit einem Förderprogramm.

Blühzone am Feldrand
Solche Blühstreifen sollen gefördert werden Bildrechte: imago images / Rech

Sachsen will Bauern finanziell unterstützen, wenn sie auf Flächen die Lebensbedingungen von Insekten verbessern. Eine entsprechende Förderrichtlinie hat das Kabinett beschlossen, wie Umwelt- und Landwirtschaftsminister Wolfram Günther mitteilte.

Blühstreifen und "insektenfreundliche" Mahd bezuschusst

Betriebe und andere Bewirtschafter von Ackerflächen bekommen Geld, wenn sie Blüh- oder Brachestreifen auf Ackerrändern anlegen oder die Mahd schonender und damit "insektenfreundlich" gestalten. Gemäht werden darf demnach zweimal jährlich mit einer längeren Nutzungspause. Zugleich müssen bei jeder Mahd Grünlandstreifen als Überlebensraum für die Insekten ungenutzt bleiben.

Dafür stehen in diesem Jahr insgesamt 2,2 Millionen Euro bereit. Ein Teil des Geldes stammt vom Bund. "Wir brauchen Insekten, wir brauchen Artenvielfalt in der Kulturlandschaft", sagte Günther. Die Bestände seien rapide dezimiert.

Deshalb gilt es, Schmetterlinge, Bienen, Käfer und andere mitsamt ihren Lebensräumen zu schützen.

Wolfram Günther Umwelt- und Landwirtschafstminister in Sachsen

Das Angebot richtet sich nicht nur an Landwirte, sondern auch an Umwelt- und Landschaftspflegeverbände.

Quelle: MDR/kb/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 02.02.2021 | 19:00 Uhr in den Nachrichten

8 Kommentare

kleinfraenzchen vor 42 Wochen

Im vorigen Jahr konnte man hier einige Blühstreifen sehen. Die meisten waren aber parallel zu viel befahrenen Straßen angelegt. Bei warmen sonnigen Wetter konnte man die Insekten Vielfalt auf den Frontscheiben bewundern. Solche Bauern gehören nicht nur nicht gefördert, sondern ordentlich bestraft.

Monazit vor 42 Wochen

"10 Meter weiter lebt dagegen oftmals kein Insekt mehr und der Vogel verhungert in Folge von Nahrungsmangel oder verdurstet."

Das ist schon richtig und so ist unsere Landwirtschaft nunmal ... wir müssen ja irgendwie ernährt werden. Dennoch sind Blütenstreifen sinnvoll. Es würde sozusagen ein Netz aus zusammenhängenden Lebensräumen entstehen, insbesondere bei Blühstreifen am Feldrand. Viele Tiere hätten Rückzugsorte.

Mit Bienenwagen hat das übrigens relativ wenig zu tun. Wichtiger als die Honigbiene sind zahlreiche Wildbienenarten und andere Insekten. Dennoch haben sie natürlich auch da Recht, dass es schon irgendwie ein Armutszeugnis ist, dass Deutschland seinen Honigbedarf nicht mehr selber decken kann.

Anni22 vor 42 Wochen

Diese Blühstreifen sind wichtig, besser wären aber komplette Blühflächen (Wiesen), weil Blühstreifen direkt am Feldrand sind und dort den Chemiecoktail mit abbekommen. Trotzdem ist diese Maßnahme zu begrüßen, denn es ist allemal besser als Gar nichts!

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