Neues Schuljahr Sachsen stellt fast 1.200 Lehrer neu ein

Lange Zeit plagte sich Sachsens Kultusminister Christian Piwarz damit herum, neue Lehrer für den Freistaat zu finden. Jetzt scheint sich die teils prekäre Lage an den Schulen etwas zu entspannen. Mittlerweile zieht es auch Lehrkräfte aus anderen Bundesländern in den Freistaat. Allerdings wollen die meisten Pädagogen nichts aufs Land, sondern in die Großstädte.

Lehrer wischt eine Tafel ab.
Für Sachsen hat sich die Verbeamtung anscheinend ausgezahlt. Bildrechte: colourbox.com

Zum neuen Schuljahr sind in Sachsen 1.184 Lehrer neu eingestellt worden. Der Anteil der Seiteneinsteiger liege aktuell bei rund 15 Prozent, sagte Kultusminister Christian Piwarz (CDU) am Freitag. Vor zwei Jahren betrug dieser Wert noch mehr als 30 Prozent.

Christian Piwarz
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Unsere Maßnahmen zur Lehrergewinnung zeigen Wirkung. Der Anteil der grundständig ausgebildeten Lehrkräfte nimmt zu und die Quote der Seiteneinsteiger sinkt.

Christian Piwarz sächsischer Kultusminister

Von den sächsischen Referendaren, die ihre Ausbildung 2021 erfolgreich beendet hatten, wurden nun 652 in den Schuldienst übernommen. Im Vergleichszeitraum 2020 waren es 548. Insgesamt neu eingestellt wurden damals 1.043 Lehrer.

Verbeamtung lockt Lehrer an

Besonders erfreulich sei, dass auch Lehrkräfte aus anderen Bundesländern im Tauschverfahren nach Sachsen gekommen seien. "Das zeigt, die Verbeamtung macht Sachsen wieder konkurrenzfähig auf dem bundesweiten Lehrermarkt", betonte Piwarz. Es bleibe jedoch schwierig, Lehrkräfte für ländliche Regionen und für Oberschulen zu gewinnen. Fast zwei Drittel der Bewerbungen seien auf die Ballungsräume Dresden und Leipzig entfallen, so Piwarz. Insgesamt kamen zum neuen Schuljahr 42 Lehrkräfte aus anderen Bundesländern im Tauschverfahren nach Sachsen. Im Gegenzug verließen 17 Lehrkräfte den sächsischen Schuldienst. Vor der Verbeamtung sei das Saldo immer negativ für Sachsen ausgefallen.

Zahl der Schüler steigt

Die neuen Lehrer werden gebraucht, da im nächsten Schuljahr die Zahl der Schüler steigt. Nach Ministeriumsangaben werden ab dem 6. September 494.500 Mächen und Jungen - und damit 6.000 mehr - in Sachsens Schulen unterrichtet. Den größten Zuwachs verbuchen dabei die öffentlichen Schulen.

CDU lange gegen Verbeamtung

Bevor Sachsens Regierung die Verbeamtung der sächsischen Lehrer 2018 beschlossen hat, gab es vor allem in der CDU-Fraktion lange Zeit heftigen Widerstand dagegen. Und auch in der SPD fürchteten Bildungspolitiker, dass durch die Verbeamtung von neuen Lehrern und Bestandslehrern bis 42 Jahren eine große Ungerechtigkeit in den Lehrerzimmern entstehen könnte. 

Quelle: MDR/sth/bm/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 27. August 2021 | 14:00 Uhr

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