Autobahnbau A72 Brückeneinhub bei Böhlen erfordert Fingerspitzengefühl

An einem Kran hängt ein Brückenteil in der Luft und wird auf Position gehoben.
Südlich von Großdeuben, einem Ortsteil von Böhlen, wurden am Montag Teile der künftigen Autobahnbrücke in Betonfundamente eingehoben. Sie sind Bestandteil der Anschlussstelle Zwenkau an der neuen A72. Dabei mussten Stahlteile mit einem Gewicht von rund 2.000 Tonnen präzise bewegt werden. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk/Ines Adam

Der Autobahnbau der A72, die in Zukunft Chemnitz und Leipzig verbinden soll, kommt voran. Am Montag wurden die ersten Teile einer neuen Brücke eingehoben. Sie führt künftig südlich von Großdeuben, einem Ortsteil von Böhlen, über die Pleiße und die S72 und ist Bestandteil der neuen Anschlussstelle Zwenkau.

Tonnenlast und Millimeterarbeit

Schweres Gerät war am Morgen nötig, um die Brückenteile, die in Zwickau hergestellt wurden, einzuheben. In einem Tandemverfahren wurden auf der Ostseite der künftigen Querung die Stahlteile mit zwei Kränen platziert. Rund 2.000 Tonnen Gewicht mussten dabei präzise bewegt werden.

Das ist etwa ein Viertel vom Eiffelturm und die Schwierigkeit ist, die eine Hälfte wird eingehoben und die andere Hälfte verschoben. Und das muss bis auf den Millimeter stimmen.

Tino Möhring Autobahn GmbH des Bundes

Bis Donnerstag sollen die Arbeiten an der einen Hälfte der Brücke abgeschlossen sein. Ab Juni werden die Brückenteile dann auf der Westseite der Pleiße angebracht. Im August soll die Stahlkonstruktion stehen. Fertig ist die A72 dann aber noch lange nicht.

Schwieriges Gelände auf den letzten Kilometern

Der letzte Abschnitt zwischen Rötha und der A38 befindet sich noch im Bau. Er soll erst gegen Ende 2026 fertiggestellt sein. Die Kosten für diesen rund sieben Kilometer langen Abschnitt belaufen sich nach aktuellem Stand auf 238 Millionen Euro. Etwa 90 Prozent der Trasse verlaufen auf früherem Tagebaugelände, der Boden muss deshalb aufwendig verdichtet und stabilisiert werden.

Neubau der Bundesautobahn A72 Chemnitz - Leipzig Mit dem Neubau der ca. 62 Kilometer langen A72 soll der Südraum von Leipzig erschlossen werden, insbesondere dessen Anbindung an wirtschaftliche Regionen in West- und Südsachsen. Die neue A72 soll die stark frequentierte B95 entlasten. Der erste Abschnitt vom Autobahnkreuz Chemnitz bis Niederfrohna wurde 2006 fertiggestellt, der zweite von Niederfrohna bis Rathendorf im Jahr 2011 und der dritte Abschnitt Rathendorf bis Borna 2013. Ab Mitte 2013 wurde der nächste Abschnitt zwischen Borna und Rötha gebaut. Ursprünglich sollte die A72 Leipzig - Chemnitz schon zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 fertiggestellt sein.

An einem Kran hängt ein Brückenteil in der Luft und wird auf Position gehoben.
Ein gutes Auge und eine ruhige Hand sind nötig, um die tonnenschweren Brückenteile perfekt zu platzieren. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk/Ines Adam

Quelle: MDR/bb

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig | 26. April 2021 | 09:30 Uhr

Mehr aus Borna, Altenburg und Zeitz

Mehr aus Sachsen

Polizist beschaut sich den beschädigten "Superblitzer" in Chemnitz 1 min
Farbanschlag auf "Superblitzer" in Chemnitz Bildrechte: Audiovision