Wirtschaft Strukturwandel: Borna erhält Außenstelle von Bundesbehörde

Der Strukturwandel im mitteldeutschen Revier ist in vollem Gange. Um weiter Arbeitsplätze in der Region zu schaffen, bekommen Borna und das sachsen-anhaltische Merseburg eine neue Außenstelle des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). 2023 soll dort die Arbeit beginnen.

Schaufelrad eines Kohlebaggers
Mit dem Ende der Kohle in den Mitteldeutschen Revieren stellt sich die Frage nach der wirtschaftlichen Zukunft. Die Ansiedlung von Bundesbehörden sollen in der Region künftig für Arbeitsplätze sorgen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) richtet eine neue Außenstelle in Borna ein. Wie die Sächsische Staatskanzlei mitteilte, sollen in Borna künftig Aufgaben nach dem neuen Sorgfaltspflichtengesetz wahrgenommen werden. Das Sorgfaltspflichtengesetz gilt ab dem 1. Januar 2023 und regelt, welche Pflichten Unternehmen beim Schutz von Menschenrechten haben und wie sie diesen in ihren Lieferketten nachkommen müssen. Ein zweiter Standort soll im sachsen-anhaltischen Merseburg entstehen.

Laut Staatskanzlei sei die Schaffung der beiden Standorte "ein weiterer Meilenstein zur Umsetzung der Zusage der Bundesregierung, bis 2029 5.000 neue Arbeitsplätze in den strukturschwachen Regionen zu schaffen". Zum 1. Januar 2023 sollen die Außenstelle in Borna mit ihrem weiteren Standort Merseburg anfangen, zu arbeiten. Mindestens 60 Arbeitsplätze sollen Medienberichten zufolge in beiden Standorten entstehen.

Kretschmer: "Starkes Signal für Mitteldeutsches Revier"

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer bezeichnete die Ansiedlung in Borna als ein "starkes Signal für die Stadt und das Mitteldeutsche Revier". Die Bundesbehörde schaffe hochwertige Arbeitsplätze und stärke damit die gesamte Region. Zudem sei der neue Standort in Borna ein weiterer Mosaikstein, damit der Strukturwandel im Mitteldeutschen Revier ein Erfolg werden könne. "Ich freue mich sehr, dass nach dem gelungenen Aufbau der BAFA-Außenstelle in Weißwasser nun ein zweiter Standort in Sachsen entstehen wird", so Kretschmer weiter.

Haseloff: "Strukturwandel hängt von Arbeitsplätzen ab"

Auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff begrüßte die Entscheidung. "Die Akzeptanz der Energiewende und der Erfolg des Strukturwandels im Mitteldeutschen Revier hängen entscheidend davon ab, wie es uns gelingt, neue und zukunftsträchtige Arbeitsplätze in der Region zu schaffen", sagte er. Mit den beiden BAFA-Standorten in Merseburg und Borna sei ein wichtiger Schritt in diese Richtung getan.

Wanderwitz: "Gute Entwicklung weiter vorantreiben"

Der Ost-Beauftragte der Bundesregierung, Marco Wanderwitz, ergänzte: "Mit den zwei neuen BAFA-Standorten in Borna und Merseburg haben wir insgesamt 28 neue Behördenansiedlungen seit 2018 durchgesetzt." Vieles sei in den vergangenen Jahren erreicht worden. Aber die gute Entwicklung müsse weiter vorangetrieben werden, so Wanderwitz.

Quelle: MDR/mar

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 01. November 2021 | 11:00 Uhr

5 Kommentare

kleinerfrontkaempfer vor 11 Wochen

Außenstellen mit NEUEN Arbeitsplätzen??
Fachkräfte sind rar und Bundesbeamte müssen dem Willen ihres Dienstherren Folge leisten und den Dienst auch woanders im doitschen Bundesraum aufnehmen. Sicher mit entsprechenden Unterstützungen und Förderungen. Da wird ein gut dotierter und abgesicherter Beamter doch in die Pampa reisen und das Beste draus machen.
Hochwertige Fachkräfte wie Kantine, Reinigung, Einlaß findet man dann vor Ort genug. So geht Aufschwung 2022.

Kalkbrenner vor 11 Wochen

Man muss sich fragen, ob die (von der CDU geführten) Landesregierungen in Dresden und Magdeburg die Bürger für so dumm halten. Man muss weiterhin davon ausgehen, dass es bei den besagten 30 Stellen für Borna bzw. Merseburg bleiben wird und das es sich um befristete Stellen um unteren Bereich des mittleren Dienstes handeln wird. Auch gehört Borna zum Speckgürtel von Leipzig. Also warum die BAFA-Stelle nicht in die Lausitz? Weiterhin muss man davon ausgehen, dass in Borna keine Ausbildungsstellen des BAFA geschaffen werden und daher nicht in die Zukunftsfähigkeit des Standorts investiert wird (siehe die Stellenausschreibungen des BAFA). Zudem hat das BAFA auf einschlägigen Bewertungsportalen eine unterdurchschnittliche Bewertung und somit einen schlechten Ruf. In den Zeiten des Fachkräftemangels keine gute Basis. Demgemäß wird es schwer werden geeignete Mitarbeiter zu gewinnen. Vielleicht werden die dann aus Leipzig pendeln, aber sicher nicht in der Region bleiben.

Karl Schmidt vor 10 Wochen

Wieso?
Ist der Herr Sarrazin wieder dabei?

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