Bockwitzer See Stadtrat in Borna gibt grünes Licht für Surfpark

Das Surfparadies am Bockwitzer See ist beschlossene Sache. Der Stadtrat hat mehrheitlich für den Verkauf von zehn Hektar Land an eine private Firma gestimmt, die ein künstliches Wellenbecken bauen möchte. Naturschützer hatten vorher Bedenken geäußert.

Am nordwestlichen Ufer des Bockwitzer Sees soll der Surfpark entstehen.
Am nordwestlichen Ufer des Bockwitzer Sees soll der Surfpark entstehen. Bildrechte: MDR/Dirk Hentze

Der Bornaer Stadtrat hat sich am Donnerstagabend nach langen Debatten für die Umsetzung eines millionenschweren Tourismusprojekts am Bockwitzer See entschieden. Es stimmten 15 Abgeordnete für den Verkauf eines zehn Hektar großen Gebiets an die Firma Stoke, die am nordwestlichen Ufer ein künstliches Wellenbecken errichten möchte, in dem Surfer die perfekte Welle reiten können. Fünf Abgeordnete stimmten gegen die Veräußerung. Der Preis für das Grundstück beläuft sich auf 1,5 Millionen Euro.

Umweltschützer blicken mit Sorge auf das Projekt

Das Projekt durchlief vorher alle Ausschüsse, die Firma betonte immer wieder den Fokus auf eine umweltgerechte Nachhaltigkeit. Naturschützer äußerten sich jedoch kritisch. Sowohl der Naturschutzbund Sachsen (NABU) als auch die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNu) betonten die Bedeutung des Gebiets als Rast- und Schlafstätte für Zugvögel.

Stadtrat: Naturschutz ausreichend berücksichtigt

Der Stadtrat dagegen befand, der Umweltschutz werde ausreichend im Konzept des Projekts berücksichtigt und werde weiterhin geprüft. Damit sei der Surfpark willkommen.

Quelle: MDR/Dirk Hentze/ps

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalreport aus dem Studio Leipzig | 17. September 2021 | 06:30 Uhr

1 Kommentar

02NutzerLVZ vor 5 Wochen

Ist diese Entscheidung verwunderlich? Nein, schließlich regiert immer noch Geld die Welt und nicht der Verstand.
Wedelt ein "Investor" mit großen Scheinen, gibt vor, unzählige Arbeitsplätze zu schaffen und gaukelt er auch noch vor, alles wäre naturverträglich - dann schlägt die Kommune zu. Wer soll es ihr verdenken? Schließlich ist ihr "Die Jacke näher als die Hose". Die paar "Ökospinner" bekommt man in den Griff, zahlungskräftige Profiteure einer solchen Investition, sprich: die Gewerbetreibenden der Kommune sind ungleich schwerer zu bändigen. Letztere hat man lieber zum Freund, als zum Feind.
Vögel, Fledermäuse, Amphibien oder Insekten? - Sollen sich eine andere Bleibe suchen. Man will schließlich als Stadt im Orchester der Großen mitspielen und endlich Vorzeigbares haben.
Traurig, dass zwei Drittel der Abgeordneten in der heutigen Zeit so denken und den Tagträumen ihrer Rathauschefin blind folgen. Bleibt zu hoffen, dass es der NABU nicht nur bei Ankündigungen belässt.

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