Bundestagswahl Briefwähler in Leipzig abgewiesen - Stadt will aufklären

In Sachsen zeichnet sich zur Bundestagswahl am 26. September ein Rekord bei der Briefwahl ab. Allein in Dresden und Leipzig wird erwartet, dass ein Viertel der Wahlberechtigten per Briefwahl abstimmen wird. Das ist eine deutliche Steigerung zu vergangenen Wahlen und sorgt gerade jetzt - wenige Tage vor der Wahl - für Andrang. So kam es am Montag zu einem Zwischenfall an einer Briefwahlstelle in Leipzig.

Neues Rathaus Leipzig
Die Stimme schon vor dem Wahltag abgeben? Das ist an Briefwahlstellen, wie dem Neuen Rathaus in Leipzig, möglich. Bildrechte: dpa

In Leipzig gab es am Montagabend einen hohen Andrang an der Briefwahlstelle am Neuen Rathaus. Wie eine MDR-Reporterin berichtete, wurden Bürgerinnen und Bürger gegen 17:15 Uhr vom Wachpersonal am Eingang abgewiesen. "Wir wurden nach Hause geschickt, weil zu großer Andrang ist und es wird keiner mehr eingelassen. Ich verstehe das nicht. Das Wahllokal hat bis 18 Uhr geöffnet, und da müssen die Leute ja auch noch reinkommen", sagte eine Bürgerin, die das erste Mal ihre Stimme auf diesem Weg abgeben wollte.

Stadt Leipzig will Zwischenfall aufklären

Etwas später war der Zugang allerdings wieder möglich. Auf Nachfrage des MDR erklärte der Sprecher der Stadt Leipzig, Matthias Hasberg, man werde sich den Fall anschauen und aufklären. Es könne nicht sein, dass Menschen, die wählen möchten, gesagt bekämen, sie sollen nach Hause gehen. "Das geht nicht. Und das müssen wir, wenn es so war, dann auch ändern", sagte Hasberg.

Wer innerhalb der Öffnungszeiten kommt, kann auch seine Stimme abgeben, das ist völlig klar.

Matthias Hasberg Sprecher der Stadt Leipzig

Die Briefwahlstelle im Neuen Rathaus in Leipzig, an der die Bürgerinnen und Bürger Unterlagen abholen und auch gleich wählen können, ist noch bis zum Freitag täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

Sachsenweit große Nachfrage an Briefwahl

Wie die Stadt Leipzig vor wenigen Tagen mitteilte, wurden bisher für mehr als 100.000 der rund 460.000 Wahlberechtigten Briefwahlunterlagen ausgestellt. Das bedeutet, dass etwa ein Viertel der Wahlberechtigten per Brief beziehungsweise an der Briefwahlstelle wählen wird. In Chemnitz waren von 189.000 Wahlberechtigten rund zwei Wochen vor der Wahl 44.000 Anträge auf Briefwahl eingegangen. Das ist eine deutliche Steigerung zu vergangenen Wahlen.

Im ländlichen Raum weniger Briefwahlanträge

Auch die Stadt Bautzen geht davon aus, dass knapp 25% der Wahlberechtigten die Briefwahl beantragen werden. Wie die Stadtverwaltung am vergangenen Freitag mitteilte, haben knapp 7.000 wahlberechtigte Personen Briefwahl beantragt. Wie viel Prozent der Wahlberechtigen per Briefwahl wählen, schwanke stark zwischen den Wahlbezirken. In urbanen Wahlbezirken wie der Innenstadt und dem Villenviertel liege diese bei knapp 30 Prozent. Im ländlichen Bereich wie Niederkaina und Stiebitz werde Briefwahl nicht so stark nachgefragt – dort liegt der Anteil bei 15 Prozent, hieß es weiter.

Quelle: MDR/id/sm/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig | 21. September 2021 | 08:30 Uhr

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