Stadtmarketing Citymanager soll Leipziger Innenstadt beleben

Im Zuge der Corona-Pandemie kämpfen viele Innenstädte in Deutschland mit Leerstand. Lockdowns, 2G und 3G-Regeln machen den Händlern das leben schwer. Zudem verlagert sich der Konsum zunehmend ins Internet. Die Stadt Leipzig hat reagiert und - wie zahlreiche andere Städte zuvor - den Posten eines Citymanagers geschaffen. Bekommen hat ihn der 29-Jährige Robin Spanke. Er soll die Innenstadt künftig beleben, aber auch umgestalten, koordinieren und steuern.

Robin Spanke, Citymanager für Leipzig
Der neue Citymanager für Leipzig heißt Robin Spanke, ist 29 Jahre alt und führte vier Jahre lang das Einkaufszentrums „Höfe am Brühl“. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Leipziger Innenstadt hat ein hartes, zweites Corona-Jahr hinter sich. Pandemiebedingte Schließungen, steigende Mieten und ein massiv wachsender Online-Handel setzten den Händlern zu. Um die gebeutelte Innenstadt attraktiver zu machen, hatte der Stadtrat im Juli ein rund eine Million Euro schweres Innenstadtkonzept beschlossen. Eine Maßnahme war die Einführung eines Citymanagers.

Robin Spanke ist Leipzigs erster Citymanager

Den neugeschaffene Posten hat Robin Spanke bekommen. Wie die Leipziger Tourismus und Marketing GmbH mittteilte, wird Spanke den Job in dieser Woche antreten. Spanke sagte, er freue sich auf seine neuen Aufgaben. Leipzig sei eine aufstrebende, dynamische Stadt mit hoher Lebensqualität. Die Stadt habe die besten Voraussetzungen, um die Innenstadt für Einwohner und Gäste noch attraktiver zu gestalten. "Ob Digitalkompetenz, Innenstadtkonzept, Touristischer Entwicklungsplan oder Leipziger Zentrenfonds – gern werde ich zukünftig Impulse für kreative Stadtstrategien geben und deren Umsetzung unterstützen."

Wir haben beste Voraussetzungen, um die Innenstadt für unsere Einwohner und Gäste noch attraktiver zu gestalten.

Robin Spanke I Leipzigs erster Citymanager

Der 29-jährige Spanke lebt in Leipzig und ist seit 2017 Centermanager des Einkaufszentrums "Höfe am Brühl". Zuvor arbeitete der gelernte Immobilienkaufmann in leitender Funktion im Paunsdorf Center Leipzig, im Theresien Center Straubing und im Centro Oberhausen. Seit 2017 wirkt er in der AG Innenstadt Leipzig sowie im Vorstand des City Leipzig Marketing e.V. mit. Dort ist auch seine neue Funktion angebunden.

Jung: Spanke ist ausgewiesener Experte

Als Citymanager soll Spanke künftig zwischen Innenstadt-Akteuren, Stadtverwaltung und Politik vermitteln. Oberbürgermeister Burkhard Jung beschreibt Spanke als Experten, der die Innenstadt bestens kenne und schnell spür- und zählbare Akzente setzen könne.

Robin Spanke ist ein ausgewiesener Experte, der die Innenstadt aus seinen Jahren als Centermanager der 'Höfe am Brühl' bestens kennt und als neuer Citymanager schnell spür- und zählbare Akzente setzen kann.

Burkhard Jung I Leipzigs Oberbürgermeister

Der Kommissarische Leiter des Dezernats für Wirtschaft, Arbeit und Digitales, Clemens Schülke, ergänzte, Spanke solle vor allem Ansprechpartner für innerstädtische Händler, Gastronomen, Hoteliers, Immobilieneigentümer, Makler, Dienstleister, Kultur und Verwaltung sein. Spanke soll außerdem Nutzungskonzepte für leerstehende Handelsräume sowie Ideen für Veranstaltungs- und Werbeformate entwickeln.

Leipzig hat Potential

Die Ausgangsbasis dafür ist gut. 2019 wurde Leipzigs Innenstadt zum zweiten Mal als die attraktivste unter Deutschlands Großstädten bezeichnet. Dies ging aus einer Umfrage des Kölner Marktforschungsinstituts IFH hervor. In diesem Jahr setzte der Reiseführer "Lonely Planet" Leipzig an die Spitze der Liste der "Ultimativen Reiseziele in Deutschland".

Quelle: MDR(dkna)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten | 01. Dezember 2021 | 10:30 Uhr

3 Kommentare

Wagner vor 7 Wochen

Als Leipziger frage ich mich schon ,was eine solche Stellenbesetzung,ausser das Ausgaben existent sind,bewirken soll. Er hat weder Einfluss auf Strukturen des ÖPNV noch beeinflusst er andere Wege ,um in die City zu kommen. Parkgebühren sind zB bei einem Besuch des Gewandhauses oder der Oper oder anderer Einrichtungen ja jetzt schon ein gravierendes Thema.
Die Stadt oder deren Eigenbetriebe halten sich da ja schon seit längerem heraus. Nach Corona wird es lange dauern ,die alte Attraktivität wieder herzustellen. Das Internet ist in vielem einfacher geworden. Wie will er da gegensteuern ? Das man sich Gedanken machen muss —klar ,aber man sollte erstmal die Auswirkungen des jetzigen Desasters vornehmen,ehe man voreilig Fakten schafft,die man dann bereut.

lk2001 vor 7 Wochen

Was soll er tun um die Innenstadt Attraktiv zu machen ? Vor allem für die Einheimischen. Die Parkgebühren steigen ins unermessliche. Der ÖPNV ist völlig überteuert und unzuverlässig. Zum Einkaufen brauch die Innenstadt keiner mehr. Blieben noch Veranstaltungen, das kann man mache. Am Leerstand ändert es auch nichts. Zu guter letzt bleiben überteuerte Läden für die oberen 10000. Der Durchschnittsbürger fährt ins PC oder NovaEventis. Oder gar nicht mehr. Der Gewöhnliche Kram kommt sowieso per Internetz.

AlexLeipzig vor 7 Wochen

Der Innenstadt wäre viel geholfen, wenn sich mehr Leute impfen ließen und wir keinen Lockdown bräuchten!

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