Kundgebung Hunderte Menschen versammeln sich erneut in Leipzig gegen Corona-Maßnahmen

Kundgebung Völkerschlachtdenkmal Leipzig
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Im Rahmen einer sogenannten "Corona-Info-Bustour" haben sich am Sonntag erneut Menschen versammelt, um gegen die von Bund und Ländern beschlossenen Corona-Maßnahmen zu protestieren. Die Kundgebung fand am Völkerschlachtdenkmal in Leipzig statt und war angemeldet. Das bestätigte Stadtsprecher Hasberg auf Anfrage von MDR SACHSEN. Weitere Kundgebungen der gleichen Gruppe sind in Dresden und in Görlitz für Sonntag angekündigt.

Nach Angaben verschiedener Nutzer auf Twitter kamen mehrere Hundert Menschen zur Kundgebung in Leipzig, die mehrheitlich ohne Mund-Nasen-Bedeckungen und Mindestabstand, jedoch friedlich verlief. Einige Einsatzwagen der Polizei sowie Gegendemonstranten seien ebenfalls vor Ort gewesen.

"Desaster"-Wochenende in Leipzig - Kritik an Versammlungsbehörde

Kritik an der Genehmigung der Kundgebung im Rahmen der Bustour, die bereits Ende September vor dem Völkerschlachtdenkmal hielt und auch in anderen deutschen Städten präsent war, kam unter anderem vom Aktionsbündnig "Leipzig nimmt Platz". Dessen Vertreter Jürgen Kasek teilte am Sonntag mit, dass sich die Versammlungsbehörde die Fragen stellen müsse, warum die Maskenpflicht nicht durchgesetzt und Kundgebungen überhaupt beginnen dürften, wenn 90 Prozent der Teilnehmenden keine Maske trügen.

Kasek bezog sich in der Aussage sowohl auf die Spontandemo von 200 Menschen auf dem Marktplatz am Freitagabend sowie auf die "Querdenken"-Großdemonstration am Sonnabend. "Dasselbe Desaster spielte sich dann nochmals und wiederum mit öffentlicher Ankündigung am Sonntag vor dem Völkerschlachtdenkmal ab“, sagte Kasek weiter. Auch die Leipziger SPD-Bundestagsabgeordnete Daniela Kolbe kritisierte die Kundgebungen und forderte den Rücktritt von Sachsens Innenminister Wöller.

Am Sonnabend waren Zehntausende Menschen zur Kundgebung der "Querdenken"-Initiative auf den Augustusplatz gekommen. Zunächst verlief die Kundgebung größtenteils friedlich. Dann löste die Stadt Leipzig den Protest auf, weil viele Menschen keine Mund-Nasen-Bedeckung trugen und den Mindestabstand nicht einhielten. Doch Tausende widersetzten sich und marschierten auf dem Innenstadtring. Es kam zu Zusammenstößen mit Gegendemonstranten und der Polizei.

Die Stadt hatte die Demo eigentlich aus Infektionsschutzgründen an den Stadtrand verlegen wollen. Das Verwaltungsgericht Leipzig hatte dies bestätigt, das Oberverwaltungsgericht in Bautzen entschied anders: Es erlaubte eine Kundgebung mit maximal 16.000 Teilnehmern, jedoch keinen Demonstrationszug.

Quelle: MDR/DPA

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 08.11.2020 | 19:00 Uhr

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