Neue Öffnungsstrategien Modellprojekt für Leipziger Kulturszene

Theater, Kinos und Konzertbühnen können möglicherweise bald wieder öffnen. Doch wie sieht es im Herbst aus, wenn vieles innen stattfinden muss? Mit einem Modellprojekt sucht Leipzig nach der passenden Öffnungsstrategie für das Schauspiel, aber auch Clubs und kleinere Bühnen.

Club Distillery in Leipzig
Neben größeren städtischen Einrichtungen wie dem Schauspielhaus Leipzig sind auch Clubs wie die Destillery am Modellprojekt beteiligt. Bildrechte: IMAGO / Thomas Dietze

Tobias Loy spielt Gast und lässt sich im Testzentrum des Leipziger Gewerbekomplexes "Konsumzentrale" testen. Er will schauen, ob der Ablauf funktioniert. Denn die Teststrategie gehört zu den wichtigsten Teilen des neuen Modellprojekts.

Sicherheit und Datenschutz

Tobias Loy ist Projektleiter und Teil der Initiative "Das ist Leipzig", die die Idee und das Konzept erarbeitet hat. Es sei wichtig, dass die Leute nicht "mit irgendeinem ausgedruckten Zettel" am Einlass stehen, sagt Loy. Es solle sichergestellt sein, dass das Testergebnis zu der Person gehört, die den Test gemacht hat.

Gleichzeitig sei Datenschutz ein wichtiger Anspruch an das Konzept, erklärt Loy. Es gehe nicht darum, Adresse und Namen beim Einlass zu erfahren. "Wir brauchen die Testergebnisse. Das ist das, was wichtig ist."

Gesamte Kulturlandschaft einbezogen

Das Besondere am Leipziger Modellprojekt sei, dass alle Kulturstätten einbezogen werden - von den kleinen Lesebühnen bis hin zum Schauspiel. Die Kulturlandschaft werde hier zum ersten Mal in ihrer Gesamtheit betrachtet, sagt Loy. Die Stadt Leipzig fördert das Projekt mit 30.000 Euro.

Als das Modellkonzept im März der Stadt vorgestellt wurde, seien alle Feuer und Flamme gewesen, sagt Skadi Jennicke vom Kulturdezernat der Stadt Leipzig. Wichtig sei, "dass wir eben gucken, dass wir insbesondere für die Club- und Musikkultur vorzeitige Öffnungsschritte gehen können, die von der normalen Öffnungsstrategie noch nicht umfasst wären."

Kostengünstige Testvariante gesucht

Leipzig ist mit diesem Modell Vorreiter. Auch Städte, wie Berlin könnten von den gewonnenen Erkenntnissen profitieren, sagt Steffen Kache, Inhaber der Distillery. Sein Club beteiligt sich am Modellprojekt.

Es gehe darum, an der Tür entscheiden zu können, "ist die Person infektiös oder nicht", erklärt Kache. Dann sei es möglich, in den Clubs auch ohne Corona-Regeln zu arbeiten. In Clubs könnten Abstandsregeln nicht eingehalten werden. Daher brauche es eine sichere und trotzdem kostengünstige Testvariante, fordert Kache.

Günstiger Massentest

Am Max-Planck-Institut wurde dafür ein sogenannter PCR-Pool-Test entwickelt, sagt Projektleiter Loy. "Das heißt, du musst nicht jede Probe zwangsläufig einzeln untersuchen." Bei der Gruppentestung würden die Kosten deutlich sinken. Wenn ein solcher Pool positiv ist, wird über Einzeltests nachgeprüft. Fünf oder acht Euro wären dann noch für einen Test nötig. Diese könnten über den Eintrittspreis getragen werden.

Loy betont, dass es bei dem Projekt um eine Perspektive für die Kulturlandschaft insgesamt gehe. Mit dem einmonatigen Modellprojekt, das am 26. Mai startet, sollen jetzt genug Daten gesammelt werden, um für den kommenden Herbst gewappnet zu sein.

Quelle: MDR AKTUELL

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 22. Mai 2021 | 07:08 Uhr

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