Gesundheit Neue Therapie in Schkeuditz widmet sich Corona-Spätfolgen

Covid-19 erweist sich nicht selten als heimtückische Angelegenheit. Genesene haben häufig noch Monate nach einer überstandenen Erkrankung mit den Spätfolgen zu kämpfen. Auch von jungen Menschen, die sich mit dem Coronavirus angesteckt haben, sind Long-Covid-Fälle bekannt - oft folgenschwer. Diesen Corona-Patienten kann bald in Schkeuditz gezielt geholfen werden.

Petra Köpping spricht im Sächsischen Krankenhaus Altscherbitz mit Stefanie Fehse.
Gesundheitsministerin Petra Köpping (re.) lässt sich im Sächsischen Krankenhaus Altscherbitz von Ärztin Stefanie Fehse erklären, wie die Corona Therapie funktioniert. Bildrechte: dpa

Für Corona-Genesene und Patienten, die unter den Folgen einer Covid-Erkrankung leiden, gibt es jetzt ein neues Therapieangebot in Sachsen. Am Montag startet am Sächsischen Krankenhaus (SKH) Altscherbitz in Schkeuditz bei Leipzig die erste teilstationäre Post-Covid-Therapie im Freistaat. "Wenn es trotz überstandener Infektion noch lange dauert, um das ursprüngliche Leistungsvermögen wieder zu erlangen, dann kann das schwer auf der Seele lasten", sagte Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Donnerstag beim Besuch des Krankenhauses.

Vier Monate Wartezeit auf Therapieplatz

Bei vielen Patientinnen und Patienten, die zuvor nicht in stationärer Behandlung waren, treten Wochen später Erschöpfungssymptome, Leistungsdefizite, Hilflosigkeit bis hin zu Depressionen auf, wie Oberärztin Jana Abitzsch erläuterte. Vor drei Monaten war in dem Krankenhaus eine Post-Covid-Ambulanz eingerichtet worden. Die 40 Plätze waren schnell belegt, derzeit warten Patienten bis zu vier Monate auf einen Platz. "Schnell wurde deutlich, dass der Bedarf an einer weitergehenden Behandlung notwendig ist", sagte Abitzsch, die daraufhin ein Konzept für eine vierwöchige teilstationäre Therapie erstellte.

Ein Raum für Musiktherapie im Sächsischen Krankenhaus Altscherbitz.
Auch Musiktherapie ist Teil der Covid-Nachbehandlung. Bildrechte: dpa

Start mit fünf Patienten

Am Montag startet das Programm mit fünf Patienten, die zwischen 20 und 30 Jahre alt sind. Zunächst werden diese umfassend untersucht und mit Hilfe einer Hirnleistungsdiagnostik bekommt jeder Patient einen individuellen Therapieplan. Eine zentrale Rolle nimmt dabei die Stressbewältigung sowie das Erlernen von Achtsamkeit ein, um die eigene Leistungsfähigkeit realistisch einzuschätzen.

Vielen Patienten macht es Angst, weil sie nicht wissen, wie sich die Erkrankung entwickeln kann. Zudem waren sie vor der Infektion leistungsfähig, belastbar und motiviert.

Barbara Richter Fachärztin für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie am SKH Altscherbitz

Entspannungstherapie und Sport

Weitere Bausteine der Therapie sind Entspannungs-, Musik- und Kunsttherapie sowie Sport und Atemübungen. "Ziel ist es, eine körperlich, seelische und geistig gute Lebensqualität zu ermöglichen, um ein angepasstes Leben unter den persönlichen Lebensbedingungen zu realisieren", sagte Abitzsch.

280.000 Corona-Fälle in Sachsen

Laut Petra Köpping wurden in Sachsen bislang etwa 280.000 Menschen positiv auf das Corona-Virus getestet. "Das ist eine große Zahl und wir müssen beobachten, wie viele Menschen nachbehandelt werden müssen." Die Ministerin ermutigte andere Einrichtungen, sich diesem neuartigen Krankheitsmuster zuzuwenden.

Quelle: MDR/sth/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 27. Mai 2021 | 19:00 Uhr

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