Einschränkungen Nordsachsen bereitet sich auf Schulschließungen vor

Regenbogenschule Taucha
Auch die Regenbogenschule in Taucha könnte ab Montag wieder geschlossen sein. Bildrechte: MDR/Raja Kraus

In Nordsachsen bereiten sich die Schulen, Eltern und Kinder auf die drohende Schulschließung vor. Derzeit liegt die Wochen-Inzidenz im Landkreis nach Angaben des Gesundheitsamtes bei 144 Fällen pro 100.000 Einwohner (Stand: 03.03.2021). Sollte er bis Freitag nicht unter 100 sinken, müssen die Kinder zuhause bleiben.

Eltern und Kinder resignieren

Erstklässlerin Emilie, die am Mittwochnachmittag von der Regenbogenschule in Taucha abgeholt wird, hat eine klare Meinung zu möglichen Schulschließungen ab Montag: "Das würde ich nicht schön finden." Die Sechsjährige hatte sich darüber gefreut, endlich wieder in der Schule zu sein und gemeinsam mit den anderen Kindern lernen zu können. Auch Emilies Mutter ist von der Aussicht auf Homeschooling nicht begeistert.

Für uns Eltern bedeutet das natürlich wieder mehr Aufwand. Schulaufgaben, arbeiten gehen, Haushalt, das Kind irgendwo bespaßen - es ist nicht wirklich schön.

Mutter von Erstklässlerin Emilie

Lehrer frustriert

Am Evangelischen Schulzentrum Delitzsch wird der Fernunterricht schon vorbereitet, erzählt Jörg Topfstedt. Er ist der Vorsitzende des Trägervereins und übernimmt im Moment alle wichtigen Aufgaben, da es derzeit keine Schulleitung gibt. Schon jetzt würden Aufgaben ins Internet gestellt, Materialpakete vorsorglich gepackt: "Wir sind nicht nervös, wir sind nur ein bisschen frustriert. Weil ja gerade der letzte Shutdown beendet worden ist."

Wir hatten jetzt zwei Wochen Zeit und haben versucht, erstmal die unterschiedlichen Leistungsstände der Kinder anzugleichen. Denn die sind ja ganz unterschiedlich aus dem Heimunterricht gekommen. Aus ganz unterschiedlichen Gründen, die auch alle verständlich sind. Und jetzt geht's halt wieder los.

Jörg Topfstedt Evangelisches Schulzentrum Delitzsch

Topfstedt befürchtet, dass die Bildungsschere so erneut weit auseinandergehen wird.

Kurzfristige Entscheidung

Sebastian Lenz ist der stellvertretende Vorsitzende des Kreiselternrats Nordsachsen. Er wünscht sich klare und vor allem rechtzeitige Ansagen darüber, wie es ab Montag weitergeht: "Im Prinzip weiß jeder, was kommen wird. Wenn man sich die Zahlen anschaut, ist es sehr unwahrscheinlich, dass sich daran kurzfristig noch etwas ändert. Nichtsdestotrotz heißt es von allen Seiten, insbesondere von den Schulen, aber auch von denen, die die Entscheidungen am Ende treffen, dass erst am Freitag final entschieden wird. Und Freitag, wie wir auch inzwischen wissen, wird dann irgendwann Freitagnachmittag sein. Das heißt am Ende des Tages dann viel zu kurzfristig."

Planungssicherheit gewünscht

Ein bisschen Planungssicherheit - sie würde den Kindern und ihren Eltern helfen, damit sich Arbeitgeber, Eltern und Kinder darauf vorbereiten können. Viele Eltern gehen mit der Situation inzwischen relativ entspannt um, sagt Lenz. "Das bedeutet, sie haben in erster Linie auch ein wenig resigniert. Warum sollte man bis Freitag warten auf eine Aussage, die man sich eigentlich schon anhand der geltenden Regeln ablesen kann?" Und so bereiten sich die Eltern und auch die Schulen vor, so wie man in den vergangenen Wochen den Unterricht bewerkstelligt hat, sagt Lenz.

Ein großer Kritikpunkt vieler Eltern ist, dass man jetzt nach einem Jahr Corona eigentlich nicht viel gelernt und geändert hat. Bei manchen Klassen läuft es hervorragend. Es gibt es sehr viel Kommunikation, Videokonferenzen, Unterricht wird vorbereitet, nachbereitet, es gibt Feedback. Andere Klassen sind auf verlorenem Posten und es ändert sich nichts. Entweder war die Situation gut, oder sie war schlecht, und so bleibt sie auch.

Sebastian Lenz Stellvertretender Vorsitzender des Kreiselternrats Nordsachsen

Quelle: MDR/rk/lt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 03.03.2021 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Leipzig

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