Sanierung Neue Hoffnung für die Kirche in Falkenhain

Eine Kirche ohne Gottesdienste, ohne Trauerfeiern, Konfirmationen, Taufen, Hochzeiten: Seit vier Jahren sind die Türen der Kirche Falkenhain im Lossatal geschlossen. Bei einer Inspektion waren 2017 im Innenraum Ausdünstungen krebserregender Stoffe entdeckt worden. Fördergelder für die Sanierung gab es bisher nicht. Doch passend zur Adventszeit tut sich jetzt eine neue Geldquelle für die Falkenhainer Kirche auf.

Dorfkirche Falkenhain
Pfarrer Klaus-Peter Schmidt (Links) atmet auf: Bald sollen sich die Pforten der Dorfkirche Falkenhain wieder öffnen. Bildrechte: MDR/Raja Kraus

Ein merkwürdiger Geruch hatte Pfarrer Klaus-Peter Schmidt vor vier Jahren dazu bewogen, die Kirche in Falkenhain gründlich untersuchen zu lassen. "Das war ein ganz eigenartiger, modriger Geruch", erinnert sich Schmidt. Der Befund: Ein krebserregender Stoff im DDR-Holzschutzmittel Hylotox war über die Jahrzehnte ausgetreten. Nicht nur Altar und Orgel sind dadurch kontaminiert. Die Partikel sitzen auch auf den Wänden und Decken. Die Folge: die Kirche Falkenhain musste fortan geschlossen bleiben.

Mir hats da innerlich das Herz zerrissen, weil in dem Moment klar war: Hier finden keine Gottesdienste statt, hier finden keine Trauerfeiern statt, keine Hochzeiten, hier ist nichts mehr. Wir sind dann ins Pfarrhaus ausgewichen und das über Jahre und das war nicht so toll.

Klaus-Peter Schmidt Pfarrer Ev. Pfarrkirche Falkenhain

Ehemalige SED-Gelder

Doch jetzt endlich scheint es, dass sich ein geeigneter Fördertopf für die Innensanierung der Kirche gefunden hat: 600.000 Euro soll es vom Land geben. Kay Ritter, CDU-Landtagsabgeordneter im Landkreis Leipzig, überbrachte die frohe Botschaft. Das Geld stamme, wie auch das giftige Holzschutzmittel, eigentlich aus der DDR, sagt er.

Das sind Gelder, die aus Parteien und Massenorganisationen der ehemaligen DDR zur Verfügung gestellt wurden. Zu Zeiten der Friedlichen Revolution hat die damalige SED Gelder in der Schweiz auf Scheinkonten deklariert. Diese wurden dann über die Treuhand in einem Gerichtsverfahren wieder für die Bundesrepublik erstritten.

Kay Ritter CDU-Landtagsabgeordneter im Landkreis Leipzig

Aufwändige Sanierung

Die Sanierung übernimmt Christiane Hörnig und ihre Baufirma. Die ehrenamtliche Ortsvorsteherin von Falkenhain hat hierzu bereits Probebohrungen getätigt. Die Sanierung, die voraussichtlich im Sommer 2022 beginnen kann, werde aufwändig, sagt Hörnig. "Die ganze Kirche muss komplett abgerüstet werden, das heißt, die Kirchenbänke müssen raus, die muss komplett Decke runter, da es eine Gipskartondecke ist, die man nicht ohne weiteres Abwaschen kann. Es muss also eine neue Decke eingezogen und die Wände müssen abgewaschen werden."

Dorfkirche Falkenhain
Freuen sich über die Finanzspritze, die der CDU-Landtagsabgeordnete Kay Ritter (Rechts) überbracht hat: Pfarrer Klaus-Peter Schmidt (Links) und Ortsvorsteherin Christiane Hörnig (Mitte). Bildrechte: MDR/Raja Kraus

Wiedereröffnung 2023

Zunächst müsse nun ein Finanzierungsplan erstellt und eine Baugenehmigung eingeholt werden, sagt Schmidt. Dann könne es losgehen. Alle Beteiligten hoffen, dass die Kirche Falkenhain 2023 wieder ihre Pforten öffnen kann.

Eine Kirche, die leer steht, ist ein Gotteshaus, das stirbt und mit ihr natürlich auch Stück für Stück die Kirchgemeinde. Wir wollen auch zukünftig Attraktivität für die Orte und da gehört einfach eine Kirche dazu für die Lebendigkeit des Ortes.

Christiane Hörnig Ortsvorsteherin Falkenhain

Nun muss noch ein Pfarrer für die dann sanierte Kirche gefunden werden, denn Pfarrer Schmidt geht im April in den Ruhestand. "Ich würde natürlich gerne den Falkenhainern eine sanierte Kirche übergeben, aber das wird dann mein Nachfolger zuende führen."

Ev. Pfarrkirche Falkenhain Die Dorfkirche in Falkenhain im Lossatal wurde im 12. oder 13. Jahrhundert erbaut. 1550 wurde sie von Heinrich Truchseß um einen Turm erweitert, den Rudolf Heinrich von Lüttichau im Jahre 1708 im Rahmen des Umbaus zur Saalkirche wieder abtragen ließ. 1873 bis 1874 wurden der Innenraum umgebaut, die Fenster vergrößert und eine Empore erbaut. In den 1980er Jahren wurde die Kirche aufwändig saniert, wobei das hochgiftige Holzschutzmittel zum Einsatz kam.

Quelle: MDR(rk/lt)

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