Flutungspolder Sachsen plant Großprojekt für Hochwasserschutz

Die sogenannte Jahrhundertflut 2002 in Sachsen liegt lange zurück. Seither hat sich viel getan in Sachen Hochwasserschutz - doch nicht genug. In Nordsachsen wurde nun ein weiteres Projekt auf den Weg gebracht - ein großer Polder, der der Elbe bei Hochwasser mehr Raum verschaffen soll.

Hochwasser-Polder Aussig Nordsachsen
Hier soll der Polder entstehen. Bei Hochwasser werden dann überwiegend Felder geflutet. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Freistaat hat in Nordsachsen ein Großprojekt zum Hochwasserschutz in Angriff genommen. Nahe der Ortschaft Außig soll in den nächsten Jahren der erste gesteuerte Flutungspolder an der Elbe entstehen, wie die Landesdirektion Sachsen mitteilte. Er soll die Ortschaften in der Umgebung, aber auch alle flussabwärts liegenden Gebiete vor einem Jahrhunderthochwasser wie 2002 schützen.

Baubeginn abhängig von möglichen Klagen

Laut Landestalsperrenverwaltung ist der Polder eines der größeren Hochwasserschutzprojekte in Sachsen. Die Bauwerke an der Elbe und dem Flüsschen Dahle sollen 56 Millionen Euro kosten, die von Land und Bund aufgebracht werden. Der Bau der Anlagen werde rund sieben Jahre dauern. Die Präsidentin der Landesdirektion, Regina Kraushaar, übergab am Montag den Planfeststellungsbeschluss an die Landestalsperrenverwaltung. Werden keine Klagen gegen die Planungen erhoben, besteht Baurecht für die Anlage. Ein Termin für den Baubeginn steht deshalb noch nicht fest.

Mehr Raum für Elbe im Hochwasser-Fall

Hochwasser-Polder Aussig Nordsachsen
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Polder ist im Prinzip ein riesiges Rückhaltebecken zwischen den Deichen von Elbe und Dahle, das bei einer Flut Wasser aufnehmen soll. Dazu wird ein neues Einlassbauwerk an der Elbe gebaut, das bei Bedarf geöffnet wird. Dann werden rund 370 Hektar Fläche - überwiegend Felder - geflutet. Lässt das Hochwasser nach, soll das Wasser über ein Auslassbauwerk zurück in die Elbe geführt werden. Auf den Polder in Außig sollen noch zwei weitere Bauwerke bei Dautzschen und Dommitzsch folgen.

Diese dreiteilige Polderkette werde in der Lage sein, den Scheitel eines großen Hochwassers um 40 Zentimeter zu senken, sagte Heinz Gräfe, Geschäftsführer der Landestalsperrenverwaltung. Das bringe auch Schutz für die Elbanlieger in den Nachbarbundesländern Brandenburg und Sachsen-Anhalt.

Nach dem Jahrhunderthochwasser 2002 hatte Sachsen ein Hochwasserschutz-Programm aufgelegt. Die Landestalsperrenverwaltung setzt dabei 749 größere Projekte um. Etwa drei Viertel dieser Maßnahmen seien inzwischen erledigt, sagte Gräfe.

Quelle: MDR/kb/dpa

Dieses Thema im Programm von MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 29.03.2021 | 19:00 Uhr

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