Gut getarnt Kröte gesucht!

Nicht nur die trockenen Sommer der vergangenen Jahre haben den Amphibien in Sachsen zugesetzt. Auch ihre Lebensräume werden durch den Menschen zunehmend zerstört. Das Sächsische Umweltamt sucht nach einer seltenen Kröte.

Eine Kröte mit unregelmäßig angeordneten Flecken sitzt auf einem Stein.
Bildrechte: Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie Sachsen

Das Sächsische Landesumweltamt (LfULG) sucht Standorte, an denen noch Wechselkröten gesichtet werden. Die Verwandlungskünstlerin, die ihre Farbe je nach Untergrund wechseln kann, ist durch den Verlust ihrer Lebensräume stark gefährdet. Um mehr über ihr Vorkommen zu erfahren, bittet das Landesamt alle Sachsen, die Augen nach der seltenen Kröte offen zu halten. Die gut getarnte Kröte kann mit etwas Glück an alten Baggerseen, manchmal auch in Dorfteichen und hin und wieder sogar in Gartenteichen auftauchen. Wer die markante Kröte entdeckt, soll den Fund an das LfULG melden. Auf der Internetseite gibt es dafür ein Formular und die Möglichkeit, Bilder hochzuladen. Als Dankeschön wird jede Fundmeldung mit einer kleinen Überraschung belohnt.

Steckbrief Die Wechselkröte (Bufotes viridis) wird bis zu zehn Zentimeter lang. Sie hat ein auffallendes, dunkelgrünes bis bräunliches Fleckenmuster auf weißlichem Untergrund, das sie abhängig von ihrer Umgebung von hell nach dunkel wechseln kann. Die deutlich größeren und schwereren Weibchen zeigen sind kontrastreicher gemustert. Die Augen haben eine grüne Iris. Während der Paarungszeit im Mai machen die Männchen mit melodischen, trillernden Rufen auf sich aufmerksam. Verwechslungsgefahr besteht mit der Kreuzkröte, die eine schmale gelbe Rückenlinie hat.

Auf einer topographischen Karte von Sachsen sind mit Punkten die Fundorte der Wechselkröte markiert.
Da die Wechselkröte in Höhen von mehr als 300 Metern so gut wie nicht vorkommt, erstreckt sich ihr kleiner werdendes Verbreitungsgebiet auf das Flachland und das Elbtal. Bildrechte: Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie Sachsen

Kröten verlieren zunehmend ihren Lebensraum

Früher war die Wechselkröte in Sachsen relativ weit verbreitet. Mittlerweile gilt sie als stark gefährdete Art. Gründe sind der Rückgang offener Brachflächen als Lebensraum und der Verlust geeigneter Laichgewässer. Die extreme Trockenheit der vergangenen Jahre hat die Situation noch verschärft. Das Verbreitungsgebiet der Wechselkröte erstreckt sich in einem breiten Band über das sächsische Tief- und Hügelland vom Oberlausitzer Heide- und Teichgebiet bis zum Leipziger Land. Außerdem wird die gesamte Elbeniederung einschließlich des Oberen Elbtals besiedelt. Nach der Hauptlaichzeit der Wechselkröte im Mai kann man die Amphibien auch noch im Sommer finden. Sobald die Temperaturen in den zweistelligen Bereich klettern, beginnen sie in der Dämmerung auf Nahrungssuche zu gehen.

1 Kommentar

Anni22 vor 2 Wochen

Die Standorte der Vorkommen setener Tiere sollten prinzipell nicht öffentlich gemacht werden. das ist der beste Schutz für diese Tiere!

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