Landesgartenschau Nach Kritik an Fußgängerbrücke: Stadt Torgau organisiert Durchlass

Eine Behelfsbrücke über das Gelände der Landesgartenschau in Torgau hat für Unmut und Kritik bei Bürgerinnen und Bürgern gesorgt. Weil sie nicht barrierefrei ist, entstehe ein großer Umweg für ältere und beeinträchtigte Menschen. Nachdem die Stadt die Kritik anfangs als unbegründet zurückgeweisen hatte, will sie nun eine Alternative bauen.

Ein Behelfsbrücke aus Metall steht an einer Straße
Löste Kopfschütteln und Kritik aus: Der Bau einer Fußgängerbrücke in Torgau erhitze die Gemüter der Bürgerinnen und Bürger. Bis jetzt ist sie nicht Barrierefrei. Bildrechte: Stadt Torgau/Eileen Jack

Nach der Kritik an der Sperrung der Wolffersdorffstraße während der Landesgartenschau und einem Fußgänger-Überweg, hat jetzt die Stadt Torgau gemeinsam mit der Landesgartenschau-Organisatoren reagiert. "Dass sich die gut gemeinte Aktion des Baus eines Überweges als derart problematisch erweisen würde, hätten wir nicht vermutet", sagte Oberbürgermeisterin Romina Barth (CDU).

Zwei Tore als Durchlass

Wegen der Einwände der Bürgerinnen und Bürger sollen nun zusätzlich zum Überweg am Wolffersdorffplatz während der Landesgartenschau zwei Tore als Durchlass eingerichtet werden. Wenn Rollstuhlfahrer, Senioren mit Rollatoren oder auch Familien mit Kinderwagen kämen, würden die Tore von einer ohnehin dort tätigen Person aufgeschlossen und die Bürger durchgelassen, so Barth. Für Radfahrende soll zudem versucht werden, noch eine Radschiene an die Behelfsbrücke zu bauen.

Dass sich die gut gemeinte Aktion des Baus eines Überweges als derart problematisch erweisen würde, hätten wir nicht vermutet

Romina Barth Oberbürgermeisterin Torgau

Fußgängerbrücke als Zankapfel

Die Brücke über die Wolffersdorffstraße hatte in Torgau für Aufsehen gesorgt. Einwohner sollen über den Behelfsbau ohne Umwege von der Innenstadt in den nördlichen Teil Torgaus kommen, ohne das Gelände der Landesgartenschau überqueren zu müssen. Doch das Bauwerk ist bis jetzt nicht barrierefrei. Zudem sei der nördliche Teil Torgaus nun "regelrecht abgeschnitten. Wer die Brücke nicht nutzen kann, muss jetzt fast drei Kilometer Umweg gehen", beschwerte sich eine Torgauerin im Gespräch mit MDR SACHSEN.

Stadt Torgau sah Kritik unbegründet

Die Stadt wollte die Kritik zu Beginn nicht nachvollziehen. Die Brücke sei ursprünglich für Schülerinnen und Schüler gedacht gewesen. Zudem sei der Umweg von 1,3 Kilometern mit dem Rad oder einem Bus-Shuttle kein Problem, erklärte Stadtsprecherin Eileen Jack.

Ohne die Sperrung der Straße hätte zusätzlich ein erhebliches Sicherheitsproblem bestanden. Denn um von einem Teil des Geländes in den anderen Teil zu gelangen, müssen alle die Wolffersdorffstraße queren. Eine Absperrung des Geländes hätte rund 90.000 Euro Zusatzkosten verursacht, so Jack. Wie teuer die Fußgängerbrücke ist, konnte oder wollte die Stadt Torgau allerdings nicht mitteilen.

Landegartenschau in Torgau

Unter dem Motto "Natur. Mensch. Geschichte" soll am 23. April 2022 die Sächsische Landesgartenschau in Torgau starten. Für die Schau wurde die nordsächsische Stadt eine "grüne Renaissancestadt" umgebaut. Der Freistaat Sachsen unterstützt die Landesgartenschau mit mehr als drei Millionen Euro. Die Gesamtkosten sollen sich auf 22 Millionen Euro belaufen.

MDR (mar)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | 14. April 2022 | 11:30 Uhr

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