Urlaub zu Hause Salzige Entspannung in Taucha

In den Sommerferien hatten wir die Salzgrotte in Taucha besucht. Und wir haben uns gedacht: Was im Sommer einen Ausflug wert war, kann auch in den Herbstferien ein lohnenswertes Ausflugsziel sein. Deshalb lesen Sie hier noch einmal unsere Reportage und lassen Sie sich zu einem Ausflug inspirieren.

 leuchtende Salzsteine
Einfach mal Füße hoch und für eine Dreiviertelstunde abtauchen. Möglich ist das in der Salzgrotte in Taucha. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler

Salzhaltige Luft soll ja gut sein für die Atemwege. Da ich etwas erkältet bin (das Näschen läuft), beschließe ich, heute einfach mal zu entspannen. Ich will mir aber etwas Gutes tun, eine Salzgrotte kann es da schon sein. Bei meiner Internetrecherche lande ich in Leipzig und Umgebung gleich mehrere Treffer - unter anderem die Salzgrotte in Taucha, nördlich von Leipzig. Warum nicht mal ins Umland fahren und sich dort entspannen? Außerdem wirken die Bilder auf der Internetseite der Therme sehr verlockend.

Da das Familienauto besetzt ist und das Wetter nicht zur Radtour einlädt, fährt mich die Straßenbahn nach Taucha. Gut 42 Minuten rolle ich entspannt aus der Groß- in die Kleinstadt. An der Endhaltestelle angekommen, heißt es für mich dann noch knapp 20 Minuten laufen. Aber das macht ja bekanntlich einen schlanken Fuß. Und entspannend ist so ein Spaziergang allemal.

Passage, Pizza und eine Grotte

Mein Ziel lautet Dewitzer Straße 77. Dort angekommen, bin ich etwas verwirrt. Eine Einkaufspassage begrüßt mich. Unter einer Grotte habe ich mir eigentlich etwas anderes vorgestellt. Ich bin aber richtig. Bei der vorherigen Anmeldung hieß es, ich solle mich bei der Pizzeria in der Passage melden, "alles weitere dann vor Ort..." Der Chef der Grotte und gleichzeitig Pizzeriabetreiber, Christian Breitmeier, begrüsst mich. Vor fünf Jahren hat er die Salzgrotte von den Vorbesitzern erworben. Seitdem gibt es bei ihm Pizza und Gesundheitskuren, denn gleich neben der gastronomischen Einrichtung liegt sie: die Salzgrotte von Taucha.

Eine Empfangstresen
Wer die Salzgrotte in Taucha besuchen will, sollte sich davor telefonisch anmelden. Platz gibt es nur für fünf Personen pro Anwendung. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler

Eigentlich ist die Grotte ein kleines Ladengeschäft, mit einem Empfangsbereich und einem weiteren Raum. Dieser wurde mit 15 Tonnen reinstem Kristallsalz aus den geologischen Ausläufen des Himalayas ausgekleidet. Von Hand, wie mir Christian Breitmeier erklärt. Laut Duden ist eine Grotte ein Hohlraum von geringer Größe - künstlich oder natürlich entstanden. Ob die nun in einer Einkaufspassage oder in der Natur liegt, ist demzufolge egal.

Jede Menge Salz

Bevor ich mich in den kleinen Hohlraum stürze, gibt es eine kleine Einführung zum Prozedere: Die nächsten 45 Minuten werde mir reine Natursole mit einem Salzgehalt von knapp 20 Prozent als feiner Nebel um die Nase wehen, erklärt Breitmeier. Die Mineralien der Natursole seien besonders heilsam. "Das Salz legt sich auf die oberen und unteren Atemwege und wirkt lösend, entzündungshemmend und abschwellend," führt er aus.

Man kann sich das wie einen Rieseninhalator vorstellen, in dem man sitzt.

Christian Breitmeier Salzgrotte Taucha

Mit zwei Decken im Arm und ohne Schuhe an den Füßen gehe ich in die Grotte. Der Boden ist bedeckt mit weißem Salzkies. An den Wänden leuchtet rot das Himalaya-Salz. Künstliche Stalagmiten recken sich vom Boden empor, von der Decke hängen Stalaktiten. Das Licht ist dämmrig. Fünf Relaxliegen laden ein, sich hinzulümmeln. In einer Ecke steht Kinderspielzeug - die Grotte wird gern von Familien mit Kindern genutzt, hat mir Christian Breitmeier noch erzählt. Ich suche mir ein Plätzchen und versuche runterzukommen. 45 Minuten habe ich dazu jetzt Zeit.

Eine künstlich angelegte Salgrotte und leuchtende Salzsteine
Eigentlich sitze ich inmitten einer Einkaufspassage in einem Ladengeschäft. Auf mich wirkt es, als wäre ich tief im Erdinnern. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler

Kling, klang und es ward Nebel

Kaum habe ich es mir auf einer der Liegen gemütlich gemacht, wird das Licht noch etwas gedimmt. Musik setzt ein. Es läuft die obligatorische Entspannungsmelodie: Vogelgesang, sphärische Klänge gemischt mit Wassergluckern. Kling, klang. Ich schließe die Augen. Atme tief ein und wieder aus. In meiner Grotte wird es immer nebliger. Salzaerosolpartikel sind es, die mich jetzt umhüllen. Die salzhaltige Luft kribbelt etwas in der Nase und ich bilde mir ein, dass mein Schnupfen schon weniger wird und meine Lippen salzig schmecken.

Durch die Musik und das Plätschern des Wassers werde ich immer müder und entspannter. Kling, klang. Ich liege einfach so da, atme ein, atme aus und denke einfach mal an nichts. Als dann das Licht wieder etwas heller wird, erinnert mich eine sanfte Stimme daran, dass meine Zeit in der Grotte abgelaufen ist. 45 Minuten schon vorbei? Ich kann es gar nicht glauben. Ich habe mich doch gerade erst hingelegt!

Eine künstlich angelegte Salgrotte
Die Natursole wird vernebelt und in meiner Grotte wird die Sichtweite immer geringer. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler

Fazit

Für 9,50 Euro ist das mal eine angenehme Alternative zum Runterkommen. Mir hat der kleine Ausflug nach Taucha Spaß gemacht und gut getan und mich definitiv entspannt. Mein Schnupfen ist fast weg, dank Rieseninhalator. Kleiner Tipp: Die salzige Entspannung hat mich sehr durstig gemacht. Ein Getränk danach tut unheimlich gut.

Anreise

  • mit dem Auto: aus Leipzig über die B 87 oder über die A 14 bis zur Ausfahrt Taucha, dann weiter Richtung Sahlis bis zur Dewitzer Straße
  • mit öffentlichen Verkehrsmitteln: mit der Straßenbahnlinie 3 bis Endhaltestelle "An der Bürgerruhe", dann entweder zu Fuß zur Salzgrotte (ca. 20 min) oder mit dem Bus 175 bis Haltestelle "An der Schäferei"
  • mit dem Rad: je nach Startpunkt - von Leipzig aus über den Radweg von Leipzig - Berlin Richtung Taucha

Öffnungszeiten

  • Montag bis Sonntag von 10 Uhr bis 22 Uhr

Geeignet für

  • Familien mit und ohne Kinder
  • Senioren
  • Entspannungshungrige

Heilungsfördernd laut Betreiber bei

  • Erkrankungen der Atemwege
  • chronischen Hauterkrankungen
  • Unruhezustände
  • Schlaf- und Kreislaufstörungen
  • Erkrankungen des Immunsystems
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • rheumatische Erkrankungen

Der Aufenthalt

  • Dauer 45 Minuten
  • Decken und Überschuhe werden gestellt
  • Besondere Kleidung ist nicht erforderlich. Das Mitbringen von hellen Socken wird empfohlen.
  • Um Anmeldung wird gebeten.

Wenn man schon mal da ist,...

  • ...kann man das Rittergut in Taucha besuchen.
  • ...ist das Parthebad nicht weit.
  • ...lohnt auch ein Besuch im Stadtmuseum.
  • ...lässt es sich vortrefflich an der Parthe entlang wandern.

Wenn man mal muss

  • findet man ein stilles Örtchen in der Passage

Quelle: MDR

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