Laden auf Zeit Wie regionale Lebensmittel in der Region bleiben

Seit einiger Zeit sind regionale Lebensmittel wortwörtlich wieder in aller Munde. Doch wie kommen die Produkte von den regionalen Produzenten zu den Verbrauchern vor Ort? Eine Aktionswoche, organisiert vom Verein Allmende Taucha, soll nun im Delitzscher Land für Abhilfe sorgen. Das Zauberwort heißt: Pop-Up-Verteilstationen.

Ein Laden mit verschiedenen Lebensmitteln
Nur für kurze Zeit, dafür direkt aus der Region: die Pop-Up-Verteilstation in Rackwitz. Bildrechte: Allmende Taucha e.V.

In in den Regalen des ehemaligen Spielzeugladens ins Taucha sind keine Spielsachen mehr zu finden. Dafür Kartoffeln, Nudeln, Käse- und Wurstwaren, Saftkartons, Eier und jede Menge anderes Gemüse. Alles kommt aus der unmittelbaren Umgebung - das meiste von kleinen Landwirtschaftsbetrieben oder Produzenten. Allerdings wird das Angebot nicht für immer dort zu finden sein. In Taucha können Verbraucher die regionale Kost an dieser Stelle bis Samstagabend gebündelt kaufen und in Rackwitz am Donnerstag und am Sonnabend.

Rackwitz will Wertschöpfung vor Ort

Der Verein Allmende Taucha will mit der Aktionswoche für regionale Wertschöpfungsketten und gesunde Ernährung sensibilisieren. Und das ganz bewusst nicht in der Großstadt Leipzig, sondern auf dem Land. Dort fehle es an solchen Angeboten, erklärt Kristian Luda vom Allmendeverein.

Diese Lücke versuchen wir zu füllen.

Kristian Luda Allmende Taucha e.V.

Das Interesse an den regionalen Produkten sei da, so Luda weiter. Mit den kurzzeitigen Angeboten wolle man jetzt herausfinden, wie groß der Bedarf tatsächlich ist und ob sich die Verteilstation als Umschlagplatz für lokal produzierte Lebensmittel etablieren könnte. Zudem, so Luda weiter, wolle man mit den Menschen aus der Region ins Gespräch kommen. Der Pop-Up-Laden sozusagen als Ort der Begegnung, wie einst der Tante-Emma-Laden auf dem Dorf.

Ein Regal mit verschiedenen Lebensmitteln
Vom Apfel bis zur Marmelade, in der alten Bäckerei in Rackwitz werden regional produzierte Lebensmittel angeboten. Bildrechte: Allmende Taucha e.V.

Problem der Verarbeitung

So nachhaltig und regional die Produkte auch sind, die in den Verteilstationen angeboten werden, so schwierig ist es für die Produzenten ihre Ware zu verarbeiten. Luda fordert daher von der Politik mehr Verarbeitungsmöglichkeiten in der Region. Es gebe zum Beispiel kaum Mühlen in Sachsen, die Kleinstmengen verarbeiten. Wenn doch, dann sei das Endprodukt für die Kunden oft zu teuer. Auch müsse die finanzielle Unterstützung, Fördermöglichkeiten des Landes auf die kleinen Betriebe zugeschnitten werden. "Für viele Betriebe ist das Stellen eines Antrages oft zu komplex", erklärt Luda.

Im laufenden Betrieb ist der bürokratische Aufwand kaum zu leisten. Das ist eine Schwelle, wo viele dann abwinken.

Kristian Luda Allmende Taucha e.V.

Niedrigschwelliger müsste die Hilfe sein, damit regionale Produkte von kleinen Betrieben auch in der Region verarbeitet werden können, findet er. Denn letztlich sollen die Produkte auch auf den Tellern der Verbraucher in der Region landen.

Wann hat der Pop-Up-Laden geöffnet? Die Verteilstation in der Leipziger Straße 12 in Taucha hat vom 13. bis 18.September 2021 täglich von 15 bis 19 Uhr geöffnet sowie am Mittwoch und Sonnabend von 10 bis 12 Uhr.

Die Verteilstation in der Hauptstraße 1 in Rackwitz hat noch am 16. September 2021 von 15 bis 17 Uhr geöffnet und zieht am Sonnabend (18. September 2021) auf ein Wiesenfest nach Podelwitz hinter der Feuerwehr. (Öffnungszeiten: von 14 bis 17 Uhr)

Quelle: MDR/bb

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig | 13. September 2021 | 09:30 Uhr

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