Einheitsdenkmal Kein Denkmal - aber 415.000 Euro Kosten für Leipzig

Das Debakel um das Freiheits- und Einheitsdenkmal in Leipzig hat ein teures Nachspiel: Die ohnehin schon hoch verschuldete Stadt muss 415.000 Euro Fördermittel an das Land Sachsen zurückzahlen. Das geht aus einer Vorlage des Kulturdezernats an den Stadtrat hervor. Das Geld war unter anderem für die Arbeit des Preisgerichts, Honorare, Rechtsberatungen und die Betreuung des Wettbewerbsverfahrens ausgegeben worden. Nach Angaben der Stadt ist die Zahlung bereits angewiesen. Der Betrag sei als Rückstellung im Haushalt gebucht gewesen. Der Bund und der Freistaat Sachsen wollten ursprünglich 6,5 Millionen Euro für den Bau des Denkmals dazugeben.

Beschluss wurde schon 2007 gefasst

Der Stadtrat hatte im Sommer - nach langem Streit um die Entwürfe - das vorläufige Aus für das Denkmal beschlossen. Es sollte an die Montagsdemos in Leipzig erinnern, die im Wendeherbst 1989 wesentlich zur friedlichen Revolution und letztendlich zur deutschen Wiedervereinigung ein Jahr später beitrugen.

Das Freiheits- und Einheitsdenkmal war 2007 vom Bundestag beschlossen worden. Die Einweihung war eigentlich zum 25-jährigen Jubiläum der Montagsdemos in diesem Jahr vorgesehen. Dazu kam es aber nicht. Stattdessen gab es Streit um den Standort sowie juristische Auseinandersetzungen um die Architekten-Entwürfe, die in der Bevölkerung durchaus kontrovers diskutiert worden waren. Das Oberlandesgericht Dresden entschied zuletzt, dass das Wettbewerbsverfahren teilweise wiederholt werden müsse. Ein Großteil der Bevölkerung war der Meinung, das Denkmal sei unnötig, weil die Stadt bereits authentische Erinnerungsorte habe. Auch ein Gespräch von Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung mit Vertretern von Bund und Freistaat hatte keine Einigung gebracht.

Denkmal-Projekt soll neu angeschoben werden

Der Stadtrat hat den bisherigen Wettbewerb daraufhin im Sommer gestoppt. Allerdings wird das Projekt nur zeitweise auf Eis gelegt. Langfristig hält die Stadt an dem Ziel fest, die friedliche Revolution mit einem Denkmal zu würdigen. Für das Denkmal soll ein neuer Standort gesucht werden.

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