Bürgerdialog Kretschmer: Impfzentren bleiben länger bestehen

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat sich am Montagabend mit Bürgern im Wurzener Land zum Dialog getroffen. Die Präsenzveranstaltung wurde live im Netz gestreamt. Der Landrat des Landkreises Leipzig, Henry Graichen, und der Bürgermeister der Gemeinde Lossatal, Uwe Weigelt, standen den Bürgern ebenfalls für Fragen zur Verfügung. Die reichten von Fragen rund um die Corona-Pandemie bis hin zu Themen wie Lehrermangel, ÖPNV und Straßenbau.

Michael Kretschmer
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte in Lossatal zum Bürgergespräch eingeladen. Bildrechte: dpa

Die Impfzentren im Freistaat sollen länger als zunächst geplant betrieben werden. Das kündigte Ministerpräsident Michael Kretschmer während eines Bürgerdialogs im Wurzener Land an. Dort sprach sich der CDU-Politiker zudem dafür aus, den Mund- und Nasenschutz trotz niedriger bundesweiter Corona-Fallzahlen auch in den nächsten Wochen beizubehalten.

Impfzentren in Sachsen sollen länger offenbleiben.

Michael Kretschmer Ministerpräsident von Sachsen

Lieferungen nicht ausreichend zuverlässig

Noch fehlt der notwendige Kabinettsbeschluss, aber Sachsens Ministerpräsident hat die Richtung dennoch schon vorgegeben: Die 13 vom Deutschen Roten Kreuz betriebenen Impfzentren im Freistaat sollen weiterarbeiten und nicht bereits Ende Juli schließen. Einer der Gründe ist laut Kretschmer die derzeit unsichere Lage bei Lieferungen von Corona-Impfstoffen, die bei einigen Hausärzten für großen Ärger sorge. Vereinbarte Termine seien teils mehrfach absagt worden, mit der Folge: Manche Hausärzte impften weniger als möglich oder gar nicht.

Mit Blick auf künftige Lieferungen von Corona-Impfstoffen zeigt sich Kretschmer optimistisch. In den nächsten Wochen werden größere Mengen erwartet, so dass Hausärzte, Betriebsärzte und Impfzentren ausreichend versorgt werden könnten.

Ein Banner mit der Aufschrift «Impfzentrum Sachsen» hängt vor der Messe Dresden. Am 11.01.2020 beginnt in Sachsen der offizielle Start der Impfzentren.
Schutzimpfungen gegen das Coronavirus sollen in den Impfzentren Sachsens noch bis Ende August möglich sein. Bildrechte: dpa

Weitere Themen: Lehrermangel, ÖPNV und Straßenbau

In Lossatal, Ortsteil Hohburg, hat Kretschmer erstmals seit neun Monaten wieder das sachsenweite Bürgerdialogformat der Staatsregierung "Direkt" fortgeführt. Insgesamt 75 Teilnehmer waren unter Voraussetzung eines negativen Corona-Tests zugelassen. Themen der knapp zweistündigen Frage-Antwort-Veranstaltung waren unter anderem der Lehrermangel im ländlichen Raum und die bessere ÖPNV- und Verkehrsanbindung an die Mittelzentren wie auch Großstädte. Dabei versprach der Ministerpräsident, im nächsten Doppelhaushalt wieder mehr Gelder für den kommunalen Straßenbau bereitzustellen.

Hohburgs Bürgermeister Uwe Weigelt indes hält grundsätzlich mehr Mitsprache seitens der Gemeinden bei der Verwendung von öffentlichen Geldern in Sachsen für notwendig. Auch im ländlichen Raum müssten Kommunen ein selbstbestimmtes Leben führen können, sagt der SPD-Politiker.

In Hohburg sei der jahrelange Trend des Einwohnerschwundes mittlerweile zwar gebrochen. Mehr Familien entschieden sich auch aufgrund der hohen Mieten in Leipzig für ein Leben in der Gemeinde. Aber um weiter für junge Familien attraktiv zu sein, brauche es kurzfristig mehr Personal in der Kita und damit mehr Gelder. Außerdem sei die bisherige Fördermittelpraxis zu wenig am tatsächlichen Bedarf in den Kommunen ausgerichtet.

Quelle: MDR/ds

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 15. Juni 2021 | 07:00 Uhr

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