Flutschutz Hochwasseranlage in Grimma massiv beschädigt

Vermutlich in der Nacht zum Sonntag wurden Teile der Hochwasserschutzanlage der Stadt Grimma schwer zerstört. Sie sei aktuell nicht funktionsfähig, teilte die Stadtverwaltung am Montag mit. Oberbürgermeister Matthias Berger spricht von Terrorismus und sieht die Muldestadt in der Hochwasserhauptsaison schutzlos.

Blick auf die Hochwasserschutzanlage der Stadt Grimma.
Die rund 60 Millionen Euro teure und komplexe Hochwasserschutzanlage wurde erst im Juni 2019 vollendet (Archivbild). Bildrechte: dpa

In Grimma sind Teile der Hochwasserschutzanlage zerstört worden. Das hat die Stadtverwaltung am Montag mitgeteilt. Besonders betroffen sei ein größeres Fluttor im Bereich des Volkshausplatzes sowie weitere Teile der daran angrenzenden Hochwasserschutzanlage. Den Angaben der Stadt zufolge seien Eisenteile des Fluttores verbogen worden und es könne aktuell nicht mehr geschlossen werden. Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger sagte, er sei zutiefst entsetzt. Dies sei "kein Vandalismus mehr, sondern Terrorismus".

Matthias Berger (parteilos), Oberbürgermeister von Grimma
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Da bekanntermaßen jede Kette nur so stark ist wie ihr schwächstes Glied, ist durch das nicht verschließbare Tor unsere Stadt gerade jetzt in der Hochwasserhauptsaison völlig schutzlos. 3.300 Menschenleben und 800 Gebäude wären dem Hochwasser preisgegeben und damit der Bau der Hochwasserschutzanlage umsonst gewesen.

Matthias Berger Oberbürgermeister der Stadt Grimma

Stadt vermutet auswärtige Feiernde hinter Beschädigung

Die Tat habe sich vermutlich in der Nacht zum Sonntag ereignet. Oberbürgermeister Berger richtete einen dringenden Appell an die zuständigen staatlichen Stellen wie Staatsanwaltschaft und Polizei, zeitnah zu reagieren und Ermittlungsergebnisse zu liefern. Axel Bobbe, Betriebsleiter Mulde der Landestalsperrenverwaltung Sachsen, sagte MDR SACHSEN am Montag, die Stadt vermute, dass auswärtige Feiernde für die Schäden verantwortlich seien.

Angesichts der aktuellen Wettersituation finde ich es unverschämt, wie Menschen mit so einer Hochwasserschutzanlage umgehen. Gerade dort am Volkshausplatz ist die tiefste Stelle von Grimma, die als Erstes betroffen ist, wenn die Mulde steigt.

Axel Bobbe Landestalsperrenverwaltung Sachsen

Wenn das Tor sich nicht schließen lasse und es zu einem starken Muldeanstieg komme, müssensich die Feuerwehr und die Stadt mit Sandsäcken aushelfen, erläuterte Bobbe weiter. Der Rest der Mauer sei jedoch nicht gefährdet. Bobbe erwartet dennoch, dass die Schäden im zweistelligen Tausenderbereich liegen.

Schutzanlage erst 2019 fertig gestellt

Die rund 60 Millionen Euro teure und komplexe Hochwasserschutzanlage wurde erst im Juni 2019 vollendet. Seit 2007 war der Überflutungsschutz für die Stadt im Landkreis Leipzig gebaut worden. Grimma an der Mulde ist besonders stark hochwassergefährdet.

Quelle: MDR/gg/sm/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig | 26. Juli 2021 | 12:30 Uhr

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