Gänsebetrieb bei Mutzschen Wegen Geflügelpest: 9.000 Gänse getötet und Ställe desinfiziert

Im Gänsezuchtbetrieb Eskildsen bei Mutzschen im Landkreis Leipzig sind wegen des Ausbruchs der Vogelgrippe alle 9.000 Gänse getötet worden. Die Ställe seien leer, sagte Inhaber Lorenz Eskildsen MDR SACHSEN. Wie das Gesundheitsministerium am Montag mitteilte, wurde auch eine erste Desinfektion in den Ställen abgeschlossen. Damit sei eine weitere Verbreitung des Virus H5N8 auf andere Betriebe ausgeschlossen, hieß es.

Keulung Als Keulen bezeichnet man das vorsorgliche Töten von Tieren, um die Weiterverbreitung von Seuchen zu verhindern. Es ist das gängige und effektivste Verfahren, um Tierseuchen, die bei der Nutztierhaltung aufgetreten sind, einzudämmen. Nach der Keulung werden die Tierkörper zum Beispiel durch Verbrennen beseitigt.

Gänsefarmchef Eskildsen erklärte, das Vernichten des Bestandes treffe den Betrieb hart. Er stellte zugleich klar, es habe sich vor allem um Zuchttiere gehandelt. Sämtliche Mastgänse, die in den letzten Wochen als Weihnachtsbraten verkauft wurden, seien nicht betroffen. Die Schlachttiere würden zudem stets engmaschig durch das Veterinäramt überwacht. Der Vogelgrippe-Erreger H5N8 sei außerdem für Menschen ungefährlich.

Sperrbezirke eingerichtet

Am ersten Weihnachtsfeiertag hatte das Friedrich-Loeffler-Institut einen Verdachtsfall in dem Tierbestand in Mutzschen bestätigt. Um den betroffenen Betrieb wurden Zonen festgelegt, in denen Restriktionen gelten. Der Sperrbezirk mit einem Radius von etwa drei Kilometern liegt jeweils zur Hälfte in den Landkreisen Leipzig und Nordsachsen. Das Beobachtungsgebiet mit einem Radius von etwa zehn Kilometern reicht im Süden zudem noch in den Landkreis Mittelsachsen.

Der Herd des Ausbruchs konnte durch ein schnelles Handeln beseitigt werden. In der Sperrzone hat die Untersuchung der Tiere in den weiteren Geflügelbetrieben jetzt oberste Priorität.

Petra Köpping (SPD) Gesundheitsministerin von Sachsen

Stallpflicht für Geflügel

Innerhalb der Restriktionszonen gilt eine strikte Stallpflicht für Geflügel. Halter müssen ihre Bestände bei den Behörden anzeigen und untersuchen lassen. Der Transport von Fleisch oder Eiern ist untersagt. Alle Betriebe haben strenge Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten, damit der Erreger nicht in die Bestände eingetragen werden kann. Innerhalb des Drei-Kilometer-Sperrbezirkes liegen 48 Betriebe mit insgesamt 1.000 Tieren. Tierhalter, die Bestände keulen müssen, erhalten Entschädigungen aus der Tierseuchenkasse.

 

Laborassistentin greift nach Probe
Nach dem Ausbruch der Geflügelpest in Mutzschen, werden umliegende Bestände auf das Virus untersucht. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Deutschlandweit sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums mit Sachsen insgesamt vier Bundesländer von einem Geflügelpestausbruch in einem Nutztierbestand betroffen. In weiteren Bundesländern wurden infizierte Wildvögel festgestellt. In Sachsen sei dies am 18. November dieses Jahres bei einer Wildente im Landkreis Nordsachsen der Fall gewesen.

Quelle: MDR/ma/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 28.12.2020 | ab 17:00 Uhr in den Nachrichten

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