Ermittlungen Zerstörte Flutschutzanlage: Grimmas OB Berger kritisiert Polizei

Nach der Zerstörung von Teilen der Flutschutzanlage hat Grimmas Oberbürgermeister Berger in scharfen Worten den Vandalismus verurteilt. Aber auch Polizei und Staatsanwaltschaft bekamen deutliche Worte von ihm zu hören. Die Ermittler haben indes einen Zeugenaufruf gestartet.

Grimma
60 Millionen Euro hat die komplexe Hochwasserschutzanlage für Grimma gekostet und wurde erst im Juni 2019 fertiggestellt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nach der Beschädigung eines Flutschutztores in Grimma verlangt der Oberbürgermeister der Stadt von der Polizei eine hartnäckigere Tätersuche. Auch die gesellschaftliche Haltung zu Vandalismus müsse sich ändern, sagte Matthias Berger (parteilos). Die Menschen hätten sich viel zu sehr an alltägliche Zerstörungen gewöhnt. Das liege seiner Meinung nach auch daran, "dass Polizei und Staatsanwaltschaft nichts mehr machen". Er habe schon unzählige Anzeigen gestellt, die meisten Verfahren seien jedoch eingestellt worden.

Ich bin es als Bürgermeister leid, wöchentlich Strafanzeigen wegen Vandalismus zu schreiben.

Matthias Berger Oberbürgermeister von Grimma

Zeugenaufruf der Polizei

Die Polizei hat unterdessen einen Zeugenaufruf gestartet und sucht Menschen, die etwas zur Beschädigung der Flutschutzanlage in Grimma sagen können. Zwischen Freitag, 23. Juli 2021, 15 Uhr und Sonnabend, 24. Juli 2021, 16 Uhr haben laut Polizei unbekannte Täter das Tor der Hochwasserschutzanlage in Grimma beschädigt. Die Staatsanwaltschaft Leipzig ermittelt wegen Störung öffentlicher Betriebe. Hinweise auf den oder die Täter gebe es noch nicht.

Gesucht werden Zeugen, die Angaben zu Personen machen können, die sich zur Tatzeit am Fluttor am Volkshausplatz zu schaffen gemacht haben.

Hinweise nimmt das Polizeirevier Grimma entgegen unter der Telefonnummer: 03437-70 89 25-100.

Berger: Rote Linie überschritten

Für Grimmas Stadtoberhaupt Berger ist mit der Beschädigung des Flutschutztores "eine rote Linie überschritten" worden. Unbekannte hatten nach Bergers Angaben das große Tor beschädigt. Teile seien daran verbogen worden. Damit ist laut Berger die Funktion der gesamten 2,2 Kilometer langen und millionenteuren Flutschutzmauer in Grimma hinfällig. Wie hoch der Schaden ist und wie lange eine Reparatur dauern wird, konnte Berger nicht sagen.

Baufirma soll Schaden prüfen

Im Laufe der Woche werde die Firma erwartet, die die Mauer errichtet hatte und die die Schäden an der Anlage abschätzen soll. Das sagte Axel Bobbe von der Landestalsperrenverwaltung MDR SACHSEN. Die Firma solle prüfen, ob der Schaden am Tor am Ort repariert werden kann oder das Teil mit einem Tieflader in die Werkstatt gefahren werden muss. Das würde längere Zeit dauern. Zudem gebe es ein zweites Verschlusselement. Das sei zwar aufwändig zu errichten, aber damit könne man Grimma vor Hochwasser schützen.

Quelle: MDR/bh/kk/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig | 26. Juli 2021 | 12:30 Uhr

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