Lichtblick im Advent Die Weihnachtswichtel von Limbach

Auch dieser Advent wird anders als in den Jahren vor Corona, eingeschränkter, stiller auf den Straßen und schlechter für Händler und Gastronomen. Trotzdem gibt es kleine Lichtblicke in diesen Tagen des Wartens. MDR SACHSEN zeigt, wo man sie findet und was sie bedeuten könnten. Heute: Überraschungsaktion in Limbach, von den Wichteln zur Nachahmung empfohlen.

Eine Frau steht an ihrer Haustür und schaut überrascht mehrere kostümierte Leute an, die auf ihrem Grundstück stehen. Es sind die Weihanchtswichtel, die in Limbach bei OSchatz 2021 Seniorinnen und Senioren im Dorf mit einem Adventsgruß überrascht haben.
Kurz vor dem 2. Advent klingelten Weihnachtswichtel an den Türen in Limbach bei Oschatz. Überraschung und Freude bei den Besuchten waren groß, meinten die Wichtel später. Bildrechte: privat

2021 fällt die Rentnerweihnachtsfeier von Limbach wieder aus. Diese Runde ist im Ortsteil von Oschatz ein Höhepunkt für viele, sich auszutauschen, zu feiern und in Kontakt zu bleiben. Denn in dem Dorf gibt es seit Jahren keine Geschäfte mehr, auch keine Feuerwehr, das Pfarrhaus wurde verkauft, der Heimatverein löst sich gerade auf. Der hatte in den Jahren vor Corona die Rentnerfeier organisiert und auch 2020 an die älteren Limbacher gedacht. "Die Idee haben wir wieder aufgegriffen und uns eine Wichtelaktion überlegt", erzählt Cindy Kaschel.

Rasentraktor wird Wichtelmobil mit Geschenkeablage

Ein grüner kleiner Traktor wurde mit Weihnachtsketten und Adventsschmuck dekoriert, mit einer Plane am Anhänger ausgestattet und mit einem Plakat versehen. Darauf ist zu lesen:
Bildrechte: privat

Sie und neun Mitstreiter, alle zwischen 14 und 60 Jahre alt, haben privat Geld zusammengelegt, Süßigkeiten gekauft, drei Abende lang gebastelt, Briefe geschrieben und ein "Wichtelmobil" entworfen. "Das ist ein Rasentraktor mit Hänger und Ablage für die Geschenke, den wir weihnachtlich geschmückt haben. Damit ging es einmal durchs Dorf hoch und wieder runter", erzählt die Limbacherin Kaschel. 25 Rentner und Ehepaare im Ruhestand hat die Wichteltruppe auf den Gehöften am Sonnabend vor dem 2. Advent besucht.

Wir Limbacher Wichtel möchten Euch sagen und zeigen, dass niemand alleine ist! Es gibt immer jemanden, der an Euch denkt und dem es eine Herzensangelegenheit ist, Euch ein klein wenig Freude zu schenken. (...) es gibt Menschen, die ihr um Hilfe bitten könnt, wenn ihr es braucht und die sich freuen, mit Euch Zeit verbringen zu dürfen.

aus dem Anschreiben an die älteren Limbacher

Rund fünf Stunden lang hatten die "Wichtel" zu tun, die Päckchen mit Lebkuchen, Schokolade, einer Kerze und einem Schreiben samt Gedicht zu verteilen. "Bisschen geistige Nahrung muss schon sein", meint die 46 Jahre alte "Wichtelfrau" Kaschel lachend und freut sich, dass alle Besuchten in Limbach und im Ortsteil Haida freudig auf die Gäste am Hoftor reagiert haben:

Ein Großteil war völlig geplättet und überrascht. Alle haben sich riesig gefreut. Ganz ehrlich, es gab so viel Lachen und Freude, dass am Ende wir die Beschenkten waren.

Cindy Kaschel Limbacherin und Teil des Wichtel-Teams

Drei Menschen stehen nebeneinenander und lachen in die Kamera. Die beiden Männer links und rechts haben sich als Weihnachtsmänner angezogen, die Frau in der Mitte sieht aus wie ein Weihnachtsengel, der sich warm angezogen hat. Es sind Bewohner des Dorfes Limbach bei Oschatz.
Cindy Kaschel (Mitte) mit den Wichtel-Helfern Henry Lippert (li.) und Maik Neumann. Bildrechte: privat

Nachahmen ausdrücklich empfohlen

Die Aktion über den Gartenzaun mit Abstand und 2G-Regel sieht das Wichtelteam als "Notlösung". Wenn die Corona-Beschränkungen 2022 nicht mehr gelten sollten, wird es wieder eine Rentnerweihnachtsfeier geben, lautet ihr Versprechen. "Wir wollen, dass sich die Menschen treffen können. Einstweilen verbreiten wir ein Lachen und etwas Zuversicht", meint Cindy Kaschel. Sie empfiehlt ihre Aktion auch anderen Freundeskreisen in Sachsen zur Nachahmung - noch in diesem Advent. "Klar, so etwas lässt sich auch unter Corona-Bedingungen schnell organisieren. Es ist eine wichtige Geste für die Menschen und den Zusammenhalt im Dorf."

Quelle: MDR/kk

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