Kein hinreichender Tatverdacht Ermittlungsverfahren zu totem Säugling in Mügeln eingestellt

Ende März war im Mügelner Ortsteil Niedergoseln eine Babyleiche entdeckt worden. Die Polizei suchte auch mit einem Zeugenaufruf nach Hinweisen. Die Mutter wurde schließlich identifiziert, eine Straftat konnte ihr aber nicht nachgewiesen werden. Was damals genau passierte, bleibt der Öffentlichkeit verborgen.

Zeugenaufruf
An diesem Parkplatz einer Kleingartenanlage war der tote Säugling gefunden worden. Bildrechte: Polizeidirektion Leipzig

Die Ermittlungen zum Fund eines toten Säuglings im März dieses Jahres in Mügeln sind abgeschlossen. Das teilten die Staatsanwaltschaft Leipzig und die Kriminalpolizeiinspektion Leipzig am Freitag mit. Den Angaben zufolge konnte die Mutter des Jungen identfiziert werden. Es handle sich um eine 26 Jahre alte Deutsche. Bei den Ermittlungen gegen sie wegen Totschlagsverdachts habe ihr jedoch kein strafrechtlich relevantes Verhalten nachgewiesen werden können. Das Verfahren sei deshalb eingestellt worden.

Zeugenhinweise halfen

Die Leiche des Babys war am 23. März an einem Parkplatz im Mügelner Ortsteil Niedergoseln gefunden worden. Sie lag den Ermittlungen zufolge dort mehrere Tage unentdeckt in einer Einkaufstasche. Der Todeszeitpunkt soll Medienberichten zufolge schon im Januar gewesen sein. Nach einer umfangreichen Spurensuche hatte sich die Polizei auch an die Öffentlichkeit gewandt, um Hinweise auf die Mutter zu erhalten.

Zeugenaufruf
Die Babyleiche lag mindestens drei Tage unentdeckt am späteren Fundort. Bildrechte: Polizeidirektion Leipzig

Keine Einzelheiten veröffentlicht

Nach Behördenangaben hatte sich die Frau nach ihrer Identifizierung zu dem Vorwurf des Totschlags geäußert. Zudem seien mehrere Zeugen vernommen worden. Doch weder aus den Aussagen noch aus einem Gutachten des rechtsmedizinischen Instituts der Universität ergaben sich demnach Anhaltspunkte, die den Tatverdacht gegen die 26-Jährige erhärten konnten. Weitere Einzelheiten zu den Ermittlungen und zum damaligen mutmaßlichen Geschehen teilten die Behörden nicht mit. Zur Begründung verwiesen sie auf den Persönlichkeitsschutz der Beteiligten.

Quelle: MDR/stt

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig | 08. Oktober 2021 | 12:30 Uhr

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