Geflügelpest nachgewiesen Vogelgrippe in Geflügelzuchtbetrieb in Mutzschen bestätigt

In Mutzschen bei Grimma gibt es einen bestätigten Geflügelpest-Fall in einer Geflügelzucht. Die amtliche Bestätigung erfolgte durch das Friedrich-Loeffler-Institut. Die zuständigen Veterinärbehörden haben den Tierbestand sofort gesperrt, um eine Weiterverbreitung des Erregers auszuschließen, teilte das sächsische Gesundheitsministerium mit. Die Tötung des Gesamtbestandes und die Beseitigung der Tiere seien durch das Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt (LÜVA) in Abstimmung mit dem schon wegen der Afrikanischen Schweinepest einberufenen Landestierseuchenbekämpfungszentrum (LTBZ) eingeleitet worden. Der Tierhalter bekomme eine Entschädigung für den Verlust seiner Tiere, hieß es.

Allgemeinverfügung mit Sperrkreis folgt

Der Landkreis Leipzig werde Sperrkreise einrichten, in denen eine Stallpflicht für Zucht- und Nutzgeflügel gilt. Über eine Stallpflicht im gesamten Landkreis werde zeitnah entschieden. Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) verwies auf die Bestimmungen, die alle Geflügelhalter in der Region nun einzuhalten haben.

Es ist schon sehr herausfordernd, dass nach der Corona-Pandemie und der Afrikanischen Schweinepest mit der Geflügelpest uns jetzt der dritte Krisenfall ereilt. Aber unsere Strukturen der Tierseuchenbekämpfung sind vorbereitet. Es ist wichtig, dass alle Tierhalter die Vorschriften ernst nehmen und die Stallpflicht einhalten, wenn sie erlassen wird.

Petra Köpping Sächsische Gesundheitsministerin

Eine der Schutzmaßnahmen für Geflügel im Sperrkreis ist die Stallpflicht. Die verhindere einen Übertrag des Geflügelpesterregers auf größere Tierbestände und damit weiteren wirtschaftlichen Schaden, erklärte Köpping.

Vermehrt Geflügelpest-Nachweise bundesweit

Die Geflügelpest hat seit mehreren Wochen in Norddeutschland neben Wildvögeln auch zahlreiche Nutztierbestände betroffen. In Sachsen war bisher nur ein Wildvogel im Landkreis Nordsachsen positiv getestet worden. Das Friedrich-Loeffler-Institut schätzt die Gefahr der Einschleppung vor allem über Wildvögel als hoch ein. Eine Übertragung auf den Menschen bei dem jetzigen Erreger H5N8 ist bisher nicht nachgewiesen.

Im Schwarzwald erkrankter Wildvogel

In Baden-Württemberg im Schwarzwald-Baar-Kreis ist das Virus bei einem kranken Bussard am Freitag nachgewiesen worden, meldete der Südwestrundfunk (SWR). Die Geflügelpest wird seit einigen Wochen vermehrt in Europa und auch Deutschland festgestellt, bislang vorwiegend in Küstenregionen. Das Friedrich-Loeffler-Institut hat bestätigte Fälle und Ausbrüche in Deutschland hier zusammengefasst (Stand 17.12.2020).

Quelle: MDR/kk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 25.12.2020 | 17:00 Uhr in den Nachrichten

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