Sozialarbeit Zu Fuß über die Alpen - Grimmaer wandert für Jugendprojekt

Es ist ein ganz besonderer Spendenspaziergang: Der 38-jährige Tobias Burdukat aus Grimma ist aktuell zu Fuß unterwegs und will die Alpen überqueren. In 40 Etappen will der Sozialarbeiter und Gründer des "Dorfs der Jugend" in Grimma das schaffen. MDR SACHSEN hat mit ihm gesprochen und gefragt, warum er sich dieser Tortur aussetzt und was er damit erreichen will?

Ein Mann sitzt an einem See in den Alpen.
Seit Mitte Juli ist Tobias Burdukat aus Grimma in den Alpen unterwegs. In Oberstdorf ist der 38-Jährige gestartet, sein Ziel: das italienische Triest. Bildrechte: privat

Für das "Dorf der Jugend" in Grimma läuft derzeit eine besondere Spendenaktion. Seit Mitte Juli überquert Sozialpädagoge und Dorfgründer Tobias Burdukat die Alpen zu Fuß - vom bayerischen Oberstdorf bis nach Triest in Italien. Bis Anfang August will der 38-Jährige die 740 Kilometer zurückgelegt und bis dahin zahlreiche Täler und Gipfel überquert und durchwandert haben. Ziel des Ganzen: Geld für das alternative Jugendprojekt in Grimma zu sammeln und damit unabhängig von staatlicher Förderung zu werden.

Berg und Tal - Sinnbild der Jugendarbeit

Die Wanderung steht für Tobias Burdukat auch als Sinnbild für die soziale Arbeit mit Jugendlichen und Geflüchteten. "Man muss viel improvisieren", erzählt er im Gespräch mit MDR SACHSEN. Man könne nicht immer die Strecke gehen, die man gehen möchte.

Es kommen Probleme auf einen zu, mit denen man gar nicht gerechnet hat.

Tobias Burdukat Sozialarbeiter

So sei es auch bei der alltäglichen sozialen Arbeit. Mit dem Marsch durch die Alpen will er aber auch auf die oft schwierige Geldsituation aufmerksam machen. Die spüre das alternative Jugendprojekt "Dorf der Jugend" in Grimma immer mal wieder, sagt er.

Selbstständig und unabhängig

Die rund 40-tägige Wanderung läuft im Rahmen der #hikefor-Kampagne. Die soll die Arbeit für Jugendliche und Geflüchtete "unabhängig von staatlicher Förderung" machen, heißt es im Aufruf. Deshalb läuft Burdukat durch Schnee und Eis, durch Regen und Nebel, während in der Heimat über die Internet-Plattform startnext.com Gelder gesammelt werden. Auch für das "Dorf der Jugend". Denn Burdukat will das Jugendprojektauf eigene Füße stellen - mehr oder weniger frei von den staatlichen und institutionellen Fördermitteln.

Eine Felswand in den Alpen, an der ein Klettersteig vorbei führt.
Der Weg ist das Ziel. Tobias Burdukat aus Grimma läuft zu Fuss über die Alpen und alles für einen guten Zweck - für das "Dorf der Jugend". Bildrechte: privat

Die immer schwieriger zu bekommen sind, wenn man sich nicht den Bedingungen, die die Institutionen oder die Politik auferlegen, unterwirft.

Tobias Burdukat Sozialarbeiter

Bislang sind rund 31.000 Euro auf der Fundraising-Plattform zusammengekommen. 40.000 Euro müssen es am Ende sein. Damit sollen je zwei Teilzeitstellen für Sozialarbeiter bezahlt werden, die mit Jugendlichen und mit Geflüchteten arbeiten. Auch eine GmbH ist geplant, die ohne weitere Finanzmittel für Projekte im "Dorf der Jugend" sammeln soll. Weil die Skateranlage vor dem Dorf wieder abgebaut werden musste, sollen weitere 30.000 Euro aus Spenden helfen, ein festes Domizil für die jugendlichen Skateboardfahrer zu bauen. Konkret soll es eine CO2-neutrale Halle auf dem Dorfgelände werden. Für diesen Traum wandert Burdukat weiter durch die Berge – trotz Blasen an den Füßen. 

Ein Wegweiser in den Alpen.
740 Kilometer werden es am Ende sein, die Tobias Burdukat zurückgelegt hat. Bildrechte: privat

Quelle: MDR/bb

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig | 20. Juli 2021 | 15:30 Uhr

1 Kommentar

superudo2 vor 8 Wochen

Guter Einfall!
Weiß nur nicht wie die Leute das immer so machen. Würde auch gerne über die Alpen wandern. Gehe leider von Montag bis Freitag von 7 bis 16Uhr arbeiten... Naja jemand muss das Geld für solche Sachen ja erwirtschaften.. mein Pech..🙁

Mehr aus Grimma, Oschatz und Wurzen

Mehr aus Sachsen