Versandhandel Erneut Streik bei Amazon in Leipzig begonnen

Amazon-Versandzentrum in Leipzig
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Mit Beginn der Nachtschicht hat am Sonntagabend beim Versandhändler Amazon in Leipzig ein viertägiger Streik vor Ostern begonnen. Wie Streikleiter Thomas Schneider am Montagmorgen sagte, sei nach seinen Informationen ein großer Teil der Kollegen dem Aufruf der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi gefolgt. Wegen der Corona-Pandemie finde der Ausstand in "stiller Form" statt. Die Streikteilnehmer blieben einfach zu Hause.

Sie beteiligen sich mit dem Ausstand an einer bundesweiten Aktion, erklärte Schneider. Betroffen seien neben Leipzig auch die Versandstandorte in Rheinberg, Werne, Koblenz sowie zwei Standorte in Bad Hersfeld.

Bereits vor einer Woche haben zehntausende Mitarbeiterinnen an den italienischen Amazon-Standorten ihre Arbeit niedergelegt. Sie haben quasi den Aufschlag zu einer internationalen vorösterlichen Streikwelle gemacht.

Thomas Schneider Verdi-Gewerkschaftssekretär

"Bereits viel erreicht"

Weltweit würden sich immer mehr Beschäftigte in Gewerkschaften organisieren oder dafür eintreten, dass ihre Interessen vertreten werden, so Schneider. "Das motiviert uns, im Kampf um einen Tarifvertrag nicht nachzulassen."

Vieles haben wir schon für die Beschäftigten erreichen können – von Gehaltssteigerungen bis hin zu verbesserten Arbeitsbedingungen. Ein Gesamtpaket in Form eines Tarifvertrages ist und bleibt unser Ziel.

Thomas Schneider Verdi-Gewerkschaftssekretär

Orte der besondere Sorte: Amazon-Logistikzentrum Leipzig
In der Nacht zum Montag wollen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen am Standort Leipzig die Arbeit niederlegen. Bildrechte: MDR JUMP

Amazon lehnt Tarifverträge weiter ab

Das Unternehmen lehnt Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels für seine Beschäftigten weiterhin ab. Stattdessen biete man wettbewerbsfähige Löhne, Zusatzleistungen und Karrierechancen, so ein Sprecher des Unternehmens.

Wir arbeiten eng mit den Betriebsräten in unseren Logistikzentren zusammen, die von allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen gewählt werden und die gesamte Belegschaft repräsentieren - im Gegensatz zur Gewerkschaft, die nur für eine Minderheit spricht.

Sprecher Amazon Leipzig

Auswirkungen auf Kundenlieferungen habe die Aktionen nicht, so das Unternehmen weiter. Bei vergangenen Streikaufrufen hätten mehr als 90 Prozent der Mitarbeitenden in den Logistikzentren "ganz normal gearbeitet". Auch die vergangene Nachtschicht sei ohne Verzögerungen gelaufen, hieß es.

Quelle: MDR/lt/lam/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 28.02.2021 | ab 19:00 Uhr in den Nachrichten

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