Datenauswertung Autodichte in Großstädten steigt weiter an

Der Wunsch vieler Deutscher ein eigenes Auto zu besitzen, scheint ungebrochen. Bus und Bahn sind zwar vor allem in Großstädten echte Alternativen, allerdings ist auch hier das eigene Auto vor der Haustür unschlagbar, sagen Verkehrsforscher.

Straßenschild auf der Leipziger Strasse in Berlin. Seit dem 09.04.2018 wurde Aufgrund der Luftqualität auf einem Teil der Leipziger Strasse in Tempo 30 eingeführt.
Dichter Autoverkehr und viele Staus - auch dafür ist Leipzig mittlerweile bekannt. Leipzig will mit einer städtischen Tempo-30-Zone den Verkehr am Fließen halten. (Archivbild) Bildrechte: imago/Marius Schwarz

Trotz Anstrengungen, den öffentlichen Nahverkehr auszubauen, haben in Deutschland Pkw-Bestand und -Dichte in vielen Städten zuletzt weiter zugenommen - so auch in Leipzig. Wie aus einer Auswertung von Daten des Kraftfahrt-Bundesamts und des Statistischen Bundesamts hervorgeht, lag das Plus in der Messestadt bei 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Jahr 2019 waren nach Angaben der Stadt in Leipzig 230.074 Pkw zugelassen. Wegen der kontinuierlich steigenden Zahl von Fahrzeugen plant Leipzig ein Modellprojekt. So soll in einem Stadtgebiet Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit erprobt werden.

Autodichte steigt bundesweit

Im bundesweiten Schnitt legte die Autodichte bis zum Jahreswechsel laut Berechnungen des Center Automotive Research (CAR) leicht auf 580 Wagen je 1000 Einwohner zu. Anfang 2020 lag der Wert demnach noch bei 575. Der Chef des Zentrums, Ferdinand Dudenhöffer, sagte, das eigene Auto vor der Haustür seine in Großstädten unschlagbar. Besonders in den Zentren nehme die Belastung durch den Individual- und durch den vom Online-Handel angeheizten Lieferverkehr jedoch zu.

Mehr Radverkehr und ÖPNV gefordert

Umweltschützer sowie manche Städte- und Verkehrsplaner fordern daher, neben dem Ausbau des ÖPNV vor allem mehr Raum für Radfahrer und Fußgänger zu schaffen - oder zumindest mehr Anreize für Carsharing. Dudenhöffer sagte: "Dem Rad kommt eine besondere Rolle zu." Allerdings mache eine Politik gegen das Auto wenig Sinn. "Aber reine Autopolitik funktioniert auch nicht." Die Frage bleibe, wie man beides unter einen Hut bringe.

Quelle: MDR/bj/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 20. Juni 2021 | 12:00 Uhr

9 Kommentare

Eulenspiegel vor 5 Wochen

Ich denke man muss es mal klar sagen ein Auto zu haben bedeutet schon ein Stück Lebensqualität. Auf der anderen Seite zerstört der Autoverkehr in der Stadt ganz viel Lebensqualität. Da gibt es z.B. die Ausfallstraßen durch die 30 000 Autos am Tag fahren. Also ich habe mir mal Gedanken darüber gemacht wo ich in meiner Heimatstadt, auf Grund vom Straßenverkehr verursachten Lärm und Abgasbelastung, auf keinen Fall hinziehen würde selbst wenn man mir mietfreies Wohnen auf Lebenszeit garantieren würde. Also ich habe mich richtig erschrocken. Das sind ja zusammengefasst weit über 100 Kilometer. Und ich denke so sieht es in jeder Stadt über 500 000 Einwohner aus. Das Auto benötigt viel zu viel Parkraum, das Auto benötigt viel zu viel Straßenraum. Das Auto zerstört durch Krach, Abgase und Unfallgefahren viel zu viel Lebensqualität.

AlexLeipzig vor 5 Wochen

Tolle Idee, Anni. Also nochmehr Fläche pro Kopf... Ihre Utopie scheint schon wahr geworden zu sein: beispielsweise hat Leipzig heute eine fast doppelt so große Fläche wie vor 100 Jahren bei ca. 100.000 Einwohnern weniger (stand glaube ich mal in der LVZ). Hat es was genützt? Nochmehr Straßen, Autos, Wohlstand, Bequemlichkeit... Jeder beansprucht mehr Platz beim Wohnen, Parken, Freizeitgestaltung - wohin soll das führen?

AlexLeipzig vor 5 Wochen

Frank, der "ÖPNV ist ein Witz": na nun mal konkret, welcher Großstadt stellen Sie dieses Zeugnis aus?? Maßnahmen gegen Staus, Lärm und schlechte Luft sind für Sie "lebensfremde Ökophantastereien"? Mann oh Mann...

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