Umweltschutz Plan für Leipziger Auwald: Mehr Totholz und Schutz alter Bäume

Fluss durch den Auwald in Leipzig.
Der Leipziger Auwald soll zukünftig besser mit Wasser versorgt und als Lebensraum erhalten werden. Bildrechte: MDR/Anja Grothe

Der Leipziger Auwald soll mit mehr Totholz und einem verstärkten Schutz alter Bäume als Lebensraum von Tieren und Pflanzen aufgewertet werden. Das sehen neue Richtlinien zur Entwicklung des Auwaldes vor, die Umweltminister Wolfram Günther (Grüne) am Freitag vorgestellt hat.

Um den besonderen Lebensraum zu erhalten und aufzuwerten, soll neben einer besseren Wasserversorgung des Waldes dem Konzept nach auch forstliches Management helfen. Dazu soll der Auwald wilder werden. Langfristiges Ziel ist demnach ein durchschnittlicher Totholzanteil von 50 Kubikmetern je Hektar.

Bisher liege der Anteil im Gebiet des Leipziger Stadtforstes bei 40 bis 50 Kubikmetern, auf dem Gebiet des Staatswaldes laut einer Inventur von 2019 bei 39 Kubikmetern je Hektar. Es sei davon auszugehen, dass durch die vergangenen Dürrejahre dieser Totholzanteil bereits gestiegen ist, hieß es.

Zahlreiche Bäume unter Schutz gestellt

Außerdem soll mehr Fläche des Auwaldes aus der forstlichen Nutzung genommen werden. Das betreffe bisher etwa 224 Hektar. Mittelfristig sollen weitere 20 Hektar im Eigentum der Stadt Leipzig hinzukommen, hieß es. Zudem seien über die gesamte Auwaldfläche zahlreiche Bäume als Biotop- und Starkbäume unter Schutz gestellt. Künftig sollen den Angaben nach vermehrt auch schwächere Bäume zu solchen alten und starken Bäumen werden dürfen, da sie besonders bedeutsam für den Naturschutz seien. Der Fokus liege dabei vorzugsweise auf Eichen.

Günther setzt bei den Plänen auf die Zusammenarbeit aller Akteure vor Ort. "Nur so können wir dieses bedeutsame und zugleich gefährdete Ökosystem erhalten und entwickeln", sagte er. "Schließlich steht der Auwald durch den menschlichen Einfluss der letzten Jahrzehnte und durch den Klimawandel erheblich unter Stress."

Stadtrat beschließt mehr Platz für Elsterflutbett im Auwald

Bereits am Mittwoch hatte sich der Leipziger Stadtrat dafür ausgesprochen, dem südlichen Auwald wieder mehr Platz zu geben. Auch ein Rückbau des Deiches im Bereich des östlichen Elsterflutbetts wurde befürwortet.

Auwald Leipzig Das ungefähr 5.700 Hektar große Gebiet leidet seit Jahrzehnten unter fehlenden Überschwemmungen. Verantwortlich dafür ist der künstlich für den Hochwasserschutz angelegte Kanal Neue Luppe, der wie eine Drainage wirkt. Der Klimawandel und die drei Dürrejahre seit 2018 verschärften das Austrocknen.
Seit 1993 wird der Auwald jedes Jahr im Frühjahr künstlich geflutet.

Quelle: MDR/al/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig | 23. Juli 2021 | 10:30 Uhr

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