25.04.2020 | 12:45 Uhr Leipzigs Bäume leiden - schon 700 in diesem Jahr gefällt

Um den aktuellen Baumbestand in Leipzig ist es schlecht bestellt. Zwei Dürrejahre, Schädlinge und Krankheiten haben vielen Bäumen stark zugesetzt. Und auch die Prognose lässt kaum Hoffnung zu.

Kettensäge
Bereits 700 Mal musste das Amt für Stadtgrün in Leipzig in diesem Jahr ausrücken, um kranke oder bereits tote Bäume zu fällen. Bildrechte: Colourbox.de

Die Stadt Leipzig hat in diesem Jahr bereits rund 700 Bäume gefällt. Das hat das Amt für Stadtgrün und Gewässer auf Nachfrage von MDR SACHSEN mitgeteilt. Im gesamten vergangenen Jahr hatte das Amt insgesamt 2.000 abgestorbene Bäume fällen müssen. Als Hauptgrund für die hohe Zahl nannte die Stadt die Dürren der vergangenen beiden Jahre.

Baumfällungen in Leipzig Die Zahl der Baumfällungen in Leipzig bezieht sich auf Parks, Straßen oder Friedhöfe. Gefällte Bäume im Stadtwald sind bei den Berechnungen nicht inbegriffen. Insgesamt seien hier mehrere tausend Bäume abgestorben. Amt für Stadtgrün, Leipzig

Anzahl toter Bäume steigt

Und auch jetzt ist keine Entspannung in Sicht. "Dieses Frühjahr ist wieder viel zu trocken. In Leipzig sind schon seit mehr als sechs Wochen keine nennenswerten Niederschläge gefallen. Die Anzahl toter Bäume, die bei den fortlaufenden Baumkontrollen durch das Fachpersonal des Amtes für Stadtgrün und Gewässer festgestellt werden, steigt deshalb ständig weiter an", hieß es in einer Mitteilung aus dem Rathaus.

Historischer Baumbestand in Gefahr

Aus den 700 gefällten Bäumen könnten den Angaben zufolge bald deutlich mehr werden. Denn erst in den nächsten Wochen, wenn alle Gehölze ausgetrieben sind, werde sichtbar, wie viele Bäume den Winter überstanden haben. Bereits jetzt sei aber klar, dass auch die historischen und prägenden Baumbestände auf den Friedhöfen stark in Mitleidenschaft gezogen wurden. So sei unter anderem der schwindende Bestand an 100-jährigen Buchen bedenklich.

Gründe für das Baumleiden Durch die Trockenheit der vergangenen Jahre sind viele Gehölze geschwächt. Krankheiten und Schädlinge setzen den Bäumen außerdem zu. Im Stadtwald gibt es vor allem beim Ahorn erhebliche Probleme infolge der Rußrindenkrankheit. Außerdem ist Eschentriebsterben zu verzeichnen und Birken fallen durch Trockenschäden aus. Am Südufer des Cospudener Sees vermehrt sich der Schwammspinner in den Roteichenbeständen durch die trocken-warme Witterung. Amt für Stadtgrün, Leipzig

Schäden durch Baumsturz

Laut Stadtverwaltung sind viele Bäume inzwischen nicht mehr stand- und bruchsicher und würden so zu Gefahr für Mensch und Eigentum. Welche Folgen das haben kann, war erst vergangene Woche wieder deutlich geworden: Im Stadtteil Plagwitz war ein Baum umgekippt. Verletzt wurde dabei niemand, aber insgesamt wurden drei Autos beschädigt.

Neue Bäume kosten die Stadt Hunderttausende Euro

Doch wenn Bäume gefällt werden, muss nach Möglichkeit auch für Ersatz gesorgt werden. Wie das Amt für Stadtgrün mitteilte, wurden in diesem Jahr bisher rund 180 Bäume in Grünanlagen, 336 Straßenbäume und 120 Bäume und Rhododendren auf Friedhöfen gepflanzt. Je nach Gehölz und Lage schlage die Nach- oder Neubepflanzung mit Ausgaben zwischen 1.000 und 7.000 Euro pro Baum zu Buche.  

Quelle: MDR/kp

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 25.04.2020 | 13:30 Uhr in den Nachrichten

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