Verbindung gekappt Störmthaler und Markkleeberger See bleiben vorerst getrennt

Die Sanierungsarbeiten am Störmthaler und Markkleeberger See laufen auf Hochtouren. Die LMBV strebt an, die Seen Ende Mai wieder für die Nutzung freizugeben. Die Verbindung zwischen beiden Gewässern wird auf unabsehbare Zeit geschlossen. Grund sind Risse und Absenkungen an der Böschung und am Schleusenbauwerk.

Tauchinspektion an der Kanuschleuse Markkleeberger See
Tauchinspektion an der Kanuschleuse Markkleeberger See Bildrechte: LMBV/Anika Dollmeyer

Der Markkleeberger und der Störmthaler See werden in Zukunft als völlig voneinander getrennte Seen betrieben werden. Die bei Wassersportlern und Touristen beliebte Verbindung zwischen beiden Seen wird derzeit mit massiver Technik gekappt. Experten hatten an den Kanalwänden, den Böschungen und am Schleusenbauwerk seit 2019 zunehmende Veränderungen festgestellt. Deshalb habe im März die Notbremse gezogen werden müssen, sagte Geotechniker Matthias Götz am Donnerstag auf einem Online-Bürgerforum der LMBV.

Reges Interesse

Allein via Zoom hatten sich am Abend etwa 30 Interessierte am Chat beteiligt und den Experten der LMBV, des Landkreises und der Anliegerkommunen Fragen gestellt. Matthias Götz erläuterte anschaulich, was passieren würde, wenn das Schleusenbauwerk nicht mehr standhalten würde, und sich der vier Meter höher liegende Störmthaler See in den Markkleeberger ergießen würde. Massive Überschwemmungen im Umland und den angrenzenden Städten und Gemeinden könnten die Folgen sein. Ein Szenario, von dem man zwar noch weit entfernt sei, das es aber auf jeden Fall zu verhindern gelte, betonte er immer wieder.

Als Ursachen für die Schäden am Bauwerk machten die Experten Ausspülungen durch ein sehr hohes Strömungsgefälle des Grundwassers aus. Ob dies im Zusammenhang mit dem Bergbau stehe, müsse noch geklärt werden, sagte Götz.

Grafik: Schleuse Markleeberger und Störmthaler See
Bildrechte: MDR

Wassersport, Rad und Touristen

Von Zuschauerinteresse waren auch ganz praktische Fragen, beispielsweise, ob es künftig eine Umtragemöglichkeit für Kanuten geben werde. Seebetreiber Claus Mann von der EGW Entwicklungsgesellschaft für Gewerbe und Wohnen mbH betonte, dass man auf jeden Fall entsprechende Möglichkeiten prüfe. Kurzfristig sei eine Realisierung aber kompliziert, da wegen der Bauarbeiten auch die Rundwege unterbrochen seien.

Thomas Rößler von der LMBV versprach, dass die aktuell unterbrochene Radwegverbindung zwischen beiden Seen nach dem Ende der Bauarbeiten wieder hergestellt werde. Seebetreiber Claus Mann bezeichnete die derzeitige Situation als gravierenden Einschnitt auch für den Segelstützpunkt. Neue Projekte lägen auf Eis. Es brauche erst einmal Sicherheit, um weitere Investitionen zu planen.

Bauarbeiten bis Ende Mai

Der Bergbausanierer LMBV baut seit Ende März zur Sicherung der Kanuparkschleuse sogenannte Querbauwerke oberhalb und unterhalb der Schleuse in den Kanal ein. Diese unterbrechen den Wasserfluss zwischen beiden Seen und sollen verhindern, dass sich das Wasser des vier Meter höher liegenden Störmthaler Sees in den Markkleeberger See ergießt. Sie riegeln quasi die Seen voneinander ab. Das obere Bauwerk, das den Störmthaler See abriegeln soll, ist nun fertig. Dazu wurden Spundwände in die Erde getrieben. Weil der Böschungsbereich abgesackt war, mussten zudem Dämmer- und Tonschichten zur zusätzlichen Verdichtung eingebaut werden.

Bauarbeiten am oberen Querbauwerk Störmthaler See
Bauarbeiten am oberen Querbauwerk Störmthaler See Bildrechte: LMBV

Neue Bauwerke zur Sicherung

Die Bauarbeiten für das untere Querbauwerk, das den Markkleeberger See zur Schleuse hin abschließt, werden nun vorbereitet. Laut LMBV soll in der ersten Maiwoche begonnen werden, die ersten Spundwandachsen auf der Markkleeberger Seeseite zu errichten. Geplant seien drei Spundwände mit abnehmender Höhe, hieß es. Zur Zeit würden die einzelnen Spundwandbohlen für den Einbau vorbereitet.

Während der Bauarbeiten wird das überschüssige Wasser über Bypässe der Schleuse abgeleitet, auch Pumpen würden vorgehalten, so die LMBV. Bisher sei deren Einsatz jedoch noch nicht nötig gewesen.

Ungewisse Zukunft

LMBV und Landkreis Leipzig planen aktuell, beide Seen Ende Mai wieder für die Nutzung freizugeben. Vorab müssten die neuen Bauwerke jedoch erst eingehend geprüft werden. Unterdessen haben Taucher bei einem neuerlichen Tauchgang keine weiteren Veränderungen zu den bereits bekannten Schäden festgestellt, wie die LMBV mitteilte.

Quelle: MDR/gg

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig | 15. April 2021 | 18:30 Uhr

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