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Studierende der Universität Leipzg hatten mit einer dreitägigen Besetzung des Hörsaals "Audimax" gegen den Abbau fossiler Brennstoffe protestiert. Bildrechte: Erik Hoffmann

KlimaprotestUniversität Leipzig: Besetzung des Hörsaals beendet

von MDR SACHSEN

Stand: 13. Mai 2022, 13:15 Uhr

Ölbohrungen in der Nordsee, neue Gas-Terminals: Die Pläne der Bundesregierung stoßen bei Umweltaktivisten auf Widerstand. Sie verlangen ein Ende des "fossilen Wahnsinns". In Leipzig hatten Studierende am Dienstag einen Hörsaal besetzt, um auch die Universität an ihre Verantwortung zu erinnern. Nach drei Tagen haben die Studierenden ihre Protest nun beendet.

Studierende der Universität Leipzig haben die Besetzung des Hörsaals "Audimax" nach drei Tagen beendet. Wie eine Sprecherin der Gruppe mitteilte, sei eine Einigung mit dem Rektorat erzielt worden sei. Daraufhin hätten die Studierenden das Gebäude freiwillig verlassen. Über den Inhalt der Einigung wollte die Sprecherin nichts sagen. Die Universität bestätigte die Räumung des Hörsaals und kündigte eine Stellungnahme des Rektorats an.

Besetzung seit Mittwochabend

Seit Mittwochabend hatten die Studierenden mit der Aktion gegen die Finanzierung und den Bau fossiler Infrastruktur protestiert. Wie die Gruppe mitteilte, richtet sich die Aktion gegen die geplanten neue Ölbohrungen in der Nordsee sowie neue Flüssiggas-Terminals der Bundesregierung. Das Rektorat sagte, es stehe seit Mittwoch "in einem engen Austausch mit den Protestierenden". Am Donnerstag hatten beide Seiten miteinander gesprochen.

"In diesem Gespräch verdeutlichte das Rektorat seine Dialogbereitschaft, verwies aber auf demokratische Spielregeln", so die Universität. Die Demonstrierenden seien aufgefordert worden, das Audimax zu räumen. Dort sollten wieder Präsenzveranstaltungen mit mehr als 500 Teilnehmenden möglich sein, begründete die Uni ihre Aufforderung. Das Audimax ist der größte Hörsaal der Hochschule.

Appell: Fruchtbarer Dialog und mehr Mitmachen in Gremien

"Die Aktivist:innen sind dazu eingeladen, sich über die demokratischen Gremien, beispielsweise den gewählten Studierendenvertretungen und den Senat, einzubringen", sagte die Rektorin Prof. Dr. Eva Inés Obergfell. Auch der Beauftragte für studentische Angelegenheiten der Universität, Felix Fink, verwies auf die AG Nachhaltige Universität. Zudem diskutierten Hochschule und Studierendenschaft ständig darüber, welche Wege die Universität gehe, um zur Lösung der Klimakrise beizutragen. Eine Nachhaltigkeitsstrategie werde derzeit erarbeitet. Vom 16. bis 20. Mai unterstütze die Hochschule die 3. Public Climate School von Students for Future mit rund 100 Veranstaltungen.

Etwas gegen den Klimawandel zu tun, ist für uns als Universität kein Lippenbekenntnis. Deshalb ist meine herzliche Bitte an die Protestierenden, zu einem fruchtbaren Dialog zu kommen, ohne die universitäre Lehre zu behindern.

Prof. Dr. Eva Inés | Rektorin der Universität Leipzig

Das verlangen die Klimaaktivsten

"Fossile Energien zerstören schon jetzt nachweislich unsere Zukunft", sagte Studentin Lilly Schubert. Der normale Universitätsalltag soll mit der Aktion unterbrochen werden, um die Universität an ihre "Verantwortung im Klimanotfall und ihre gesellschaftliche Bedeutung und Macht zu erinnern", so Schubert weiter.

Keine Investitionen in Kohle, Öl oder Gas gefordert

Von der Rektorin Eva Inés Obergfell verlangen die Studierenden im Offenen Brief, dass sie sich "offiziell, öffentlich und gerichtet" an Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) gegen die Pläne der Bundesregierung ausspricht. Darüber hinaus soll sich die Universität dazu verpflichten, nicht mehr in Kohle-, Öl- und Gasinfrastruktur zu investieren.

Lehrbetrieb auf Klimanotfall umstellen

Auch wollen die Studierenden eine Umstellung des Lehrbetriebs auf den Klimanotfall. Ein Schwerpunkt der Lehre und Forschung soll auf die "Überwindung der fossilen Wachstumsgesellschaft" gelegt werden, heißt es in einer Mitteilung der Besetzerinnen und Besetzer.

"Letzte Generation" unterstützen

Mit der Besetzung des Audimax wollten die Studierenden auch die aktuelle Forderung der Kampagne "Stoppt den fossilen Wahnsinn" des Umweltschutz-Bündnisses "Letzten Generation" unterstützen. Die "Letzte Generation" hatte bereits am vergangenen Montag mit einer Sitzblockade auf der Jahnallee Aufsehen erregt.

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MDR (mar, kk)

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN | Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig | 12. Mai 2022 | 08:30 Uhr