Biodiversität Leipzig setzt auf biologische Vielfalt in Stadtparks

Krokuswiese am Johannapark im Zentrum von Leipzig
Bildrechte: IMAGO / PicturePoint

Die Stadt Leipzig will die biologische Vielfalt insbesondere im Clara-Zetkin-Park und im benachbarten Johannapark fördern. Im Rahmen der Kampagne "Unser Park - Vielfalt erleben" sollen die geplanten Aktivitäten im Johannapark für die Leipziger erlebbar gemacht werden.

Wir arbeiten gemeinsam mit Umweltverbänden und Partnern aus der Wissenschaft an nachhaltigen Pflegestrategien für den Johannapark und den Clara-Zetkin-Park. Diese sollen den vielfältigen und intensiven Nutzungsansprüchen, dem Natur- und Klimaschutz und den geschichtsträchtigen Gartendenkmalen Rechnung tragen.

Heiko Rosenthal Umweltbürgermeister der Stadt Leipzig

Start im Johannapark

Als erste Maßnahme in diesem Jahr sollen im Johannapark mit der Lutherkirche sieben Wiesen zu Langgraswiesen entwickelt werden. Im Gegensatz zu den Liegewiesen werden Langgraswiesen nur zweimal im Jahr gemäht, meist Ende Mai und im Spätsommer. So kann sich Leben in den insgesamt rund 2,7 Hektar Wiesenfläche entwickeln, sagt Rüdiger Dittmar, Leiter des Amtes für Stadtgrün und Gewässer.

Rüdiger Dittmar
Bildrechte: MDR/Kornelia Kirchner

Eine Langgraswiese bietet viel Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Das reiche Blütenangebot verbessert die Lebensgrundlage für Insekten. Gleichzeitig besitzen Langgraswiesen eine hohe Regenerationsfähigkeit und Stresstoleranz gegenüber Hitze und Trockenheit.

Rüdiger Dittmar Leiter des Amtes für Stadtgrün und Gewässer der Stadt Leipzig

Sensibles Biotop

Da solche Langgraswiesen sensibel sind, bittet die Stadt ihre Einwohner darum, sie nicht zum Grillen, als Sport- oder Liegewiese zu nutzen. Erkennen kann der Parkbesucher die künftigen Langgraswiesen im Johannapark an einer farbigen Info-Stele. Diese Stelen sind bereits seit 2019 auch aus anderen Parkanlagen im Stadtgebiet bekannt und verweisen dort auf angelegte Blühstreifen, die ebenfalls den Artenreichtum fördern.

"Unser Park"-Stehle im Johannapark
Die Stelen weisen auf Langgraswiesen im Johannapark hin und verfügen über einen QR-Code für Informationen zum Projekt. Bildrechte: Christian Hüller

Zusammenarbeit mit Umweltverbänden

Ab der zweiten Jahreshälfte sollen weitere Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität folgen, teilte die Stadt mit. Das Amt für Stadtgrün und Gewässer arbeitet hierfür unter anderem mit dem NABU, dem BUND Regionalgruppe Leipzig und dem Umweltbund Ökolöwe zusammen. Gefördert werden die Maßnahmen durch das Bund-Länder-Städtebauförderprogramm "Zukunft Stadtgrün".

Quelle: MDR/lt

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig | 13. April 2021 | 05:30 Uhr

4 Kommentare

THOMAS H vor 3 Wochen

Maria A.: Ob es zu DDR-Zeiten notwendig war, extra Blühwiesen in den Gärten anzulegen? Nach meinen Erinnerungen gab es in jedem Garten Blumenbeete, wo die unterschiedlichsten Pflanzen, welche auch für ein summen und brummen gesorgt haben, zu finden waren und manch Blumenstrauß mit nach Hause genommen werden konnte oder sogar verkauft wurde, wobei schon Gemüse-und Obstpflanzen, Summer und Brummer angezogen haben, denn ohne diese hätte es keine Bestäubung gegeben. Ich glaube, das ein DDR-Garten, einem jetzigen Garten, in Bezug Insektenvielfalt hoch überlegen wäre, wobei es schön wäre, die zufriedenen Seufzer, in Zukunft nicht nur von Naturliebhabern zu hören.

Maria A. vor 3 Wochen

In den Kleingartenanlagen die ich bei Verwandtenbesuche kennennlernte, darunter auch in eine in Dresden, gab es mal strikte Regeln fürs Gestalten, zu DDR-Zeiten sogar prozentuale Vorgaben für den Anbau von Obst und Gemüse. Etwas Rasenfläche war natürlich auch vorgesehen, doch Blühwiesen kamen in Kleingärten nie vor. Kann sein, dass sich das glücklicherweise geändert hat. Wäre auch logisch, denn Obst und Gemüse gibts ja seit der Wende schon mehr als genug zu kaufen. Anstatt dem Gemüsebeet in jedem Kleingarten ein wogendes Blütenmeer, in dem es summt und brummt - eine Vorstellung, die jedem Naurliebhaber sofort ein zufriedenes Seufzen entlockt.

Maria A. vor 3 Wochen

Eine wunderbare Idee, die deutschlandweit aufgegriffen werden sollte. Die Unsitte, viele Parks und andere Grünflächen fürs gemeinschaftliche Plattdrücken frei zu geben, häufig bis zum Vermüllen, denn das beibt letztendlich bei den mehrheitlich beliebten Grill-Aktionen von Städtern nicht aus, zeigt ja deutlich, dass zwar viel und oft über den Erhalt der Lebensräume von Insekten gesprochen wird, über den achtsamen Umgang mit der Natur im allgemeinen, doch bei all zu vielen Menschen in der Praxis der Eigennutz vor der Umweltverantwortung kommt.

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