Blindgänger Weltkriegsbombe entschärft: Sperrungen rund um Alte Messe Leipzig werden aufgehoben

Bei Bauarbeiten auf dem Gelände der Alten Messe in Leipzig ist am Mittwochvormittag eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Die Entschärfung war kurz nach Mitternacht abgeschlossen. Zuvor gab es Verzögerungen bei der Evakuierung des Sperrkreises. 3.500 betroffene Anwohner mussten sich in Sicherheit bringen. Die Bombenentschärfung beeinträchtigte auch den Nahverkehr und den City-Tunnel.

In Leipzig ist die Entschärfung einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg erfolgreich verlaufen. Das teilte die Feuerwehr in der Nacht über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Sämtliche Sperrungen wurden aufgehoben und auch die Notunterkünfte seien geschlossen worden. Die Munition war am Mittwochvormittag bei Bauarbeiten auf dem Gelände der Alten Messe gefunden worden.

Laut Polizei wurde der rund 250 Pfund schwere Blindgänger amerikanischer Bauart bei Tiefbauarbeiten für einen neuen Baumarkt an der Zwickauer Straße entdeckt. Daraufhin war in einem 800 Meter Radius ein Sperrgebiet rund um den Fundort eingerichtet worden.

Einsatzkräfte evakuieren rund 3.500 Leipziger

Auf einer Straßenkreuzung steht ein Rettungswagen, dahinter sieht man eine Autoschlange, die sich stadtauswärts bewegen will, aber nichts geht vorwärts. So sah die Lage am Nachmittag des 11. Mai 2022 im Leipziger Südosten aus, wo mehrere Straßen wegen eines Bombenfundes gesperrt worden waren.
Viele Leipziger standen auf dem Weg in den Feierabend im Stau, weil zahlreiche Straßen im und rings um den Sperrkreis in Leipzig gesperrt waren. Bildrechte: Lausitznews/Erik-Holm Langhof

Rund 3.500 Anwohner und Anwohnerinnen waren von der Evakuierung direkt betroffen. Sie wurden angewiesen, ihre Wohnungen zu räumen und gebeten, ihren Ausweis, Krankenkassen-Karte sowie dringende Medikamente und ein Mobiltelefon bereit zu legen. Für die Betroffenen hatten Stadt und Hilfsorganisationen Notunterkünfte eingerichtet. Betreuerteams und Verpflegung standen in der Anton-Philipp-Reclam-Schule und der Pablo-Neruda-Schule bereit. Ein Bus-Shuttle war ebenfalls eingerichtet worden.

Vor einem DDR-Plattenbau stehen Menschen an einer Art Infostand. Es sind Anwohner, die ihre Wochnungen verlassen mussten und nun vor einer Notunterkunft in Leipzig stehen.
Helfer standen vor einer der Notunterkünfte in der Tarostraße bereit und organisierten das Eintreffen der Anwohner. Bildrechte: Thomas Matsche

Trotzdem verzögerte sich die Evakuierung. Gegen 21:30 Uhr hatten laut Feuerwehreinsatzleitung etwa 95 Prozent der Betroffenen ihre Wohnungen verlassen. Nach 23 Uhr seien jedoch immer noch einzelne Personen im abgesperrten Gebiet unterwegs gewesen, wodurch sich die Entschärfung deutlich verzögerte.

Auf einem Kartenausschnitt sieht man Straßen und Plätze einer Stadt. Das Bild zeigt einen Ausschnitt der stadtr Leipzig.
Das ist der von den Behörden festgelegte Sperrkreis, in dem Anwohner ihre Wohnungen verlassen müssen. Bildrechte: News5

Der Supermarkt HIT auf der Alten Messe war bereits am Nachmittag geräumt worden. Geschlossen wurden auch die Deutsche Nationalbibliothek sowie die Tierkliniken. Weitere Gewerbeobjekte und Labore, unter anderem in der Biocity "haben wir schon von Beginn an im Blick", twitterte die Feuerwehr am Nachmittag. Kritische Infrastruktur wie Alten- und Pflegeheime sowie die Gebäude des Universitätsklinikums seien nicht betroffen gewesen.

Zahlreiche Straßen und Citytunnel gesperrt

Außerdem waren im Bereich der Alten Messe seit dem späteren Nachmittag zahlreiche Straßen gesperrt. Die Entschärfungsmaßnahmen wirkten sich auch auf den Bahnverkehr aus. Seit Mittwoch, 17 Uhr, war der Citytunnel in Richtung Süden gesperrt, informierte die Deutsche Bahn. Die S-Bahnen der Linien 1, 2, 3, 4, 5, 5X und 6 fielen teilweise aus oder es war Pendelverkehr eingerichtet worden.

120 Kilo Sprengstoff in Fliegerbombe

Baustelle auf der Altem Messe in Leipzig auf der eine Fliegebombe aus dem zweiten Weltkrieg gefunden wurde.
Auf dieser Baustelle auf dem Gelände der Alten Messe in Leipzig war am Mittwoch eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Bildrechte: Lausitznews

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst der sächsischen Polizei war seit dem Nachmittag am Fundort und bereitete zusammen mit der Feuerwehr die Entschärfung der Bombe vor, hieß es. In dem Blindgänger steckten nach Behördenangaben 120 Kilogramm Sprengstoff.

Mehr als 200 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, Ordnungsamt und Polizei waren im Einsatz, um die Bombenentschärfung abzusichern.

MDR (mar,kk/lam)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig | 11. Mai 2022 | 13:30 Uhr

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