Kriminalität Nach Brandstiftung in Leipzig: LKA sucht Zeugen

In der Nacht zum Sonnabend gab es in verschiedenen Leipziger Stadtteilen Brandanschläge und Sachbeschädigungen. Auch auf dem Gelände eines Autohauses in der Nähe des Völkerschlachtdenkmals brannten mehrere Autos. Es gab Festnahmen. Jetzt sucht die Polizei nach Zeugen.

Feuerwehr bei Löscharbeiten in einem Autohaus
Mehrere Fahrzeuge eines Autohauses in der Nähe des Leipziger Völkerschlachtdenkmals brannten in der Nacht zum vergangenen Sonntag aus. Bildrechte: Einsatzfahrten Leipzig

Nach den Brandstiftungen an einem Autohaus in Leipzig am vergangenen Wochenende hat das Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ) des Landeskriminalamtes Sachsen (LKA) die Ermittlungen übernommen. Die Behörde schließt eine politische Motivation nicht aus. Aus diesem Grund wurden die Ermittlungen an das PTAZ übergeben.

Rund 300.000 Euro Gesamtschaden

Wie das LKA mitteilte, wurden in der Nacht zum vergangenen Sonntag auf dem Gelände eines Autohauses auf der Richard-Lehmann-Straße fünf Fahrzeuge angezündet. Auch eine E-Tanksäule sei bei der Tat beschädigt worden. Der voraussichtliche Sachschaden beträgt nach ersten Schätzungen 300.000 Euro.

Mehrere Vorfälle in Leipzig am Wochenende

Nach dem Verbot von drei linken Demonstrationen in Leipzig gab es in der Nacht zu Sonntag vor allem im Süden der Stadt mehrere Vorfälle - darunter auch die Brandstiftungen auf dem Gelände des Autohauses. Laut Polizei Leipzig konnten zwei Männer und zwei Frauen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren vor Ort festgenommen werden. Wie Staatsanwaltssprecher Ricardo Schulz MDR SACHSEN mitteilte, besteht gegen die vier Personen der Anfangsverdacht der Brandstiftung. Gegen sie werde derzeit noch ermittelt.

Polizei sucht Zeugen

Zur Aufklärung der Tat sucht die Polizei Zeugen. Hinweise nimmt die Polizei Leipzig (0341 96646666) entgegen. Auch Hinweise aus dem Internet oder den sozialen Medien seien für die Ermittlungen hilfreich.

Ordnungsamt Leipzig: Versammlungsverbot gerechtfertigt

Nach den Brandstiftungen und Sachbeschädigungen am Wochenende sieht sich das Ordnungsamt Leipzig in seinem Verbot der drei linken Demonstrationen bestätigt. Die Ereignisse hätten gezeigt, "dass die behördlichen Einschätzungen zutreffend gewesen sind", sagte Ordnungsamtleiter Helmut Loris. Das frühzeitige Versammlungsverbot und die polizeilichen Maßnahmen hätten dazu beigetragen, dass die bundesweite Anreise der gewaltbereitem Szene reduziert werden konnte, so Loris weiter.

Loris betonte auch, dass ein Versammlungsverbot immer ein erheblicher Eingriff in die Grundrechte sei. Für die angemeldeten Versammlungen hätten jedoch "zureichende Tatsachen" vorgelegen, die einen unfriedlichen Verlauf der Demos erwarten ließen. Neben der Gefahrenprognose der Polizei sei auch die Lageeinschätzungen des Landesamts für Verfassungsschutz und Recherchen der Versammlungsbehörde als Grundlage für Entscheidung genutzt worden.

Quelle: MDR/mar

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 26. Oktober 2021 | 11:30 Uhr

Mehr aus Leipzig, dem Leipziger Land und Halle

Steinwurf auf Tram
Ein Unbekannter bewarf am Freitagnachmittag eine Tram an der Ratzeltstraße mit Steinen, die mehrere Scheiben an der Straßenbahn zerbersten ließen. Bildrechte: LausitzNews/Erik-Holm Langhof

Mehr aus Sachsen